Hallo
In Vientiane mussten wir uns zuerst mal an das gemaechliche laengsamere Leben der Laoten gewoehnen.
Auf den Strassen war auch viel weniger los und es wird nicht gehupt - was schon fast alleine ein Grund zur Erholung ist! Was jedoch schwieriger wurde, war das ueberqueren der Strassen, da hier viel mehr Autos unterwegs sind, jedoch kaum Motorraeder (zumindest im Gegensatz zu Vietnam).
In der Hauptstadt Laos haben wir uns gut verkoestigen koennen in all den feinen und auch einigermassen guenstigen eher westlichen Restaurants. Der eigentliche Grund jedoch wieso wir nach Vientiane gekommen waren, war unser Visum fuer Myanmar welches wir noch in irgend einer Myanmar-Botschaft besorgen mussten.
So gings mit dem Fahrrad zur birmanischen Botschaft wo man uns mitteilte, dass es 4 Arbeitstage dauert, (was wir eigentlich schon wussten) nach einigen Notluegen von wegen bereits gebuchte Fluege usw.... konnten wir fuer je 10$ extra unser Visum am naechsten Tag abholen!
Manchmal ist eben Korruption schon ganz praktisch... Zumal wir den Ausflug in den Nationalpark streichen mussten, da uns das Geld reute fuer diese Tour.
Die eigentliche Attraktion - die wilden Elefanten seien seit ueber zwei Jahren nicht mehr gesichtet worden, nachdem Wilderer ca. 7 Tiere von den ohnehin stark dezimierten Herden (ca 70 Tiere insgesamt) geschlachtet haben. Es ist leider immer noch so, dass Thais, Chinesen usw. horende Summen fuer solche Tiere bezahlen, da "Medizinische Heilmittel" von diesen Tieren scheinbar fuer saemtliche Leiden Heilung verspricht.... - Idioten!!
Daher kam uns diese Visabeschleunigung extrem entgegen und wir konnten 2 Tage frueher weiterreisen.
Was fuer mich noch gelegen kam, da ich nur 14Tage in Laos bleiben darf, dies jedoch Visa-Gebuehrenfrei als Schweizer - Katja musste 30$ fuers Visum bezahlen.
Bevor wir weiterreisten, schauten wir uns noch diverse Sehenswuerdigkeiten in der Stadt an (wie so ueblich Tempel, alte Gebaeude, Tempel, Tempel und eine Art Arce de Triomphe.
Den rest der Zeit sassen wir in gemuetlichen Restaurants und genossen das Leben - was wir ohnehin oft machen! :-)
Auf der ersten Busreise erlebten wir dann die so oft gehoerte Laos-Zeit....
Es stand ein Bus vor unserem Hostel - auf die Frage ob das unserer sei wurden wir weggewiesen, kurze Zeit spaeter kam einer um uns dann fuer den gleichen Bus abzuholen.
Abfahrtszeit war offiziell um 09.00, wir standen dann ueber eine Stunde da und keiner wusste genau wieso und warum - die einen atestierten noch, dass sie doch einen VIP Bus gebucht haetten!!
Tatsache ist hier, dass man alles moegliche fuer einen Zuschlag buchen kann, dann aber am Ende mit all den anderen im gleichen Bus sitzt - sofern es denn genuegend Sitze hat!! :-)
Wir sind dann jedenfalls in Vang Vieng ca. 5h spaeter angekommen, wo ein Lastwagen stand und uns ins Zentrum fahren sollte - gratis wie versprochen wurde.... - tatsaechlich war dieser Service kostenlos, dies verblueffte nicht nur uns!
Vang Vieng war oder ist fuer sein Tubing bekannt, man sitzt in einen aufgeblasenen Reifen (wie im Alpamare) und laesst sich vom Fluss hinuntertreiben.
Voellig "ueberraschenderweise" gab es duzende Bars wo man jegliche Drogen kaufen konnte - so starben (hauptsaechlich ertranken diese im Fluss) jedes Jahr etliche jugendliche.
Scheinbar machte dann die australische Regierung druck auf die laotische, sodass dem Treiben ein Ende gesetzt wurde und alle Bars entlang der Tubingstrecke entfernt werden mussten.
Dies wiederum bedeutete jedoch fuer die kleine Stadt den Verlust seiner "Hauptattraktion" und somit einen Einbruch der Besucherzahlen (vorallem die jungen trinkfreudigen Australier).
Auch in Vang Vieng gab es viele Restaurant mit so kleinen Sitzecken mit Kissen wie man sie aus Schischa-Bars kennt, so kann man gemuetliche Stunden darin verbringen dem Tubing auf dem Fluss und die Umgebung zu beobachten.
Auch wir machten dann das Tubing noch - der Fluss ist nur ca. 0.5m Tief und meistens ziemlich langsam, so brauchten wir ca. 3h fuer die 3km. Fuer uns fast unvorstellbar wo und wie man da ertrinken kann, wenn man dann jedoch die Leute am spaeteren Nachmittag im Dorf aus dem Wasser steigen sieht (meist unter Mithilfe anderer) dann kann man sich dies schon ganz gut vorstellen! (die Leute bringen einfach den eigenen Alkohol mit auf die Strecke oder starten schon voellig betrunken).
In Vang Vieng trafen wir dann noch einige Deutsch wo wir einige Bier und einen lokalen Schnaps beim letzten Abendessen teilten. Leider konnte mein Magen diesen Schnaps nicht verdauen und so lies ich mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen...
Am naechsten Tag gings dann nach Luang Prabang weiter - ich hatte immer noch einen sturmen Kopf und war daher sowas von froh, dass Katja immer darauf besteht NICHT mit Minibussen zu fahren!
Tja nur diesesmal hats uns erwischt... "jaja klar es ist ein grosser Bus!"... und zwar fuer 16 Leute - also ein Minibus!!! **grrrrr** Ich konnte dann das Fruehstueck bis zum ersten Stopp mitnehmen, wusste jedoch dass die restliche Strecke extrem kurvenreich sein wuerde.
Katja kam dann mit einer Reisekrankheitstablete an, welche mir dann das Fruehstueck doch noch sicherte bis Luang Prabang.
So schlecht es mir auch ging auf dieser Fahrt, so atemberaubend war die Gegend wo wir langfuhren.
In Laos Leben ca. 6 Mio Menschen verteilt auf einer Flaeche von ca. 5mal der Schweiz - es gibt also sehr viele Landesteile welche sehr duenn besiedelt sind.
Der Strasse entlang befanden sich auch immer wieder kleine Doerfer wo die Leute (v.a. Frauen) mehrheitlich in ihren Trachten unterwegs waren - die Zeit scheint an gewissen Orten stehen geblieben zu sein.
Irgenwie als ob man eine Zeitreise im Bus macht - absolut unvergesslich!
In Luang Prabang schlenderten wir durch die Strassen und schauten uns das kleine Staedchen an, auch hier eine absolut relaxte und ruhige Atmosphaere (hier nicht wegen den Drogen...)
Am letzten Tag fuhren wir dann noch zu einem Wasserfall - wie so haeufig war auch dieser nicht so eindruecklich, da es halt nicht Regenzeit ist, was jedoch einmalig war, waren die ganzen Pools mit klar kristallblauem Wasser, einige Pools luden sogar zum baden im kalten Wasser ein.
Die Farbe war teilweise so tuerkis, dass man glaubt die Bilder seien bearbeitet.
Die Stadt selbst liegt am Mekong und auf diesem wollten wir auch weiter zum Grenzuebergang von Thailand.
Da der Mekong in diesem Gebiet nicht ein Grenzfluss ist, mussten wir zwei Tage Flussaufwarts fahren um an die Thailaendische Grenze zu gelangen. Auch hier gab es wieder viele Anbieter und so versuchten wir im Internet Infos zu kriegen. Da fand man aber die schlimmsten Storries und uebelsten Reiseberichte (klar nur einige von vielen Reisenden).
Kurz gesagt wir hatten eine fantastische Zeit auf dem Fluss. Die Reise ging an beiden Tagen ca. 9h eine lange Zeit aber wenn man sich mit anderen reisenden unterhalten kann vergeht diese wie im Fluge.
Zudem kam wieder die Umgebung welche diese Reise zu einem speziellen Erlebniss fuer uns gemacht hat.
An den Ufern konnte man den Leuten beim Fischen, Waschen, Pflanzen, Ernten, Tiere hueten, Gold schuerfen! usw. beobachten.
Nachdem wir den Mekong bereits in drei Laendern gesehen hatten und uns dieser immer wieder beeindruckte mit all dem Leben dass dieser Fluss den Menschen spendet, verliessen wir diesmal nicht nur Laos sondern auch den Mekong fuer diese Reise.
Von der Grenze gings dann mit einem lockalen, lottrigen Bus nach Chiang Rai, welches fuer uns die erste Station bedeutete im Norden von Thailand.
In diesen Gebieten leben noch viele Minderheiten in den Bergdoerfern welche wir mit einer Tour besuchen wollten. So buchten wir eine 2-Tages Tour inkl. einer Uebernachtung in einem Bergdorf.
Die Reise startete mit einer Fahrt zu den "Long-Neck" (lang Hals), welche den Karen angehoeren.
Diese Kultur lebt scheinbar nicht mehr in Thailand sondern nur noch in Myanmar - zu touristischen Zwecken wurde speziell dafuer Doerfer im Norden von Thailand aufgebaut.
Fuer uns hinterlies dies gemischte Gefuehle, es war zwar interresant die Leute zu sehen und einiges ueber sie zu erfahren, jedoch fuehlte es sich wie im Zoo an!
Im naechsten Dorf fand gerade das Neujahrsfeste statt, die Lahu Leute stammen aus der chinesischen Kultur und feiern daher das chinesische Neujahr welches je nach Ort zwischen 3-10Tage gefeiert wird.
So werden zu diesem Anlass diverse Schweine geschlachtet und einen Haufen Schnaps vernichtet.
Wir wurden in ein Haus gebeten, wo schon lokale ein ziemliches Fressgelage hatten, der Schweinekopf und ein Teil der Hinterlaeufe lagen unmittelbar neben dem in Schalen servierten Essen.
Zum Glueck wurde dies dann in die Kueche geschaffen, ansonsten haetti ich kaum was runtergekriegt!
Dannach machten wir uns zu fuss auf eine ca. 3stuendige, steile Wanderung hoch zu einem Akha Dorf wo auch unsere Uebernachtung war. Der Weg fuehrte uns durch nie endende Bambuswaelder vorbei an einem anderen Lahu Dorf. Woot unser Guide meinte dann, dass wir am Abend hier her kommen koennten, wenn wir den Neujahrsfestivitaet beiwohnen moechten. Da es jedoch heisst, man soll nur an Festen teilnehmen wo man eingeladen ist, und dieser Ort resp. auch die Menschen nicht mal gegruesst haben in dem Dorf (was in diesen Bergdorfern rar ist!) entschieden wir uns dann den Aktivitaeten fern zu bleiben.
Am naechsten Tag gings dann wieder zurueck, die Hitze war wieder unaushaltbar und so kam es uns gelegen, dass uns die immernoch feiernden Leute in den Dorfern auf ein Bier einluden. Woot wusste jedoch um die Gastfreundschaft der Leute und so versuchte er gewisse Haeuser zu meiden um nicht schon am Mittag betrunken durch den Wald torkeln zu muessen....
In den Doerfern wird immer wieder Feuerwerk gezuendet, teilweise auch Boeller welche die Dosen fast kippen laesst auf den Tischen. So werden hier Sprengkoerper von Kindern gezuendet welche bei uns nur ein lizensierter Sprengmeister erwerben koennte!
Das Mittagessen kochte er uns dann mitten im Wald - alles wurde aus Bambus gemacht, Teller, Loeffel, Becher ja sogar Esstaebchen hat er uns geschnitzt.
Zurueck in Chaing Rai waren wir dann beide ziemlich kaputt von den zwei Tagen - vorallem die Hitze war so erdrueckend, dass man gar nicht genug trinken konnte (WASSER!).
So verbrachten wir noch einen Tag in der Stadt wo wir dann auch prompt in einer Bar etwas laenger haengen blieben.....
Von Chiang Rai gings weiter nach Chiang Mai - diese Stadt steht glaube ich auf jedem nordlichen Ausflugstrip. Wir dachten immer im hohen Norden von Thailand sei es kuehler.... Tatsache ist dass wir versuchen uns von Ventilator zu Ventilator zu bewegen, auch Nachts wirds nicht wirklich kuehl....
komisch wenn man denkt, dass Hanoi etwa gleich noerdlich liegt, jedoch ca. 20Grad kuehlere Temperaturen hat.
Von Chiang Mai aus sind wir dann mit einem Motorrad (5.-/Tag) fuer vier Tage durch die Berge gefahren und haben einen Rundkurs von ca. 600km gemacht. Die Landschaft ist vorallem mit Wald ueberzogen, welcher teilweise bis in die steilsten Haengen abgeholzt wird um noch Mais oder sonst was anzupflanzen.
Jetzt verbringen wir noch die letzten Tage hier in Chiang Mai, bevors dann morgen mit dem Nachtzug nach
Bangkok geht wo uns der Flieger nach Mandalay in den noerdlichen Teil Myanmars bringen wird.
Ueber Myanmar haben wir schon viel Infos von anderen Reisenden bekommen (nicht nur gutes) und so sind wir gespannt wie es in diesem Land aussehen wird.
Liebe Gruesse
Katja und Silvan
Laos-Bilder
Thailand-Bilder
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