Hallo Zusammen
Ich hoffe Ihr seid ebenfalls alle gut ins neue Jahr gestartet in diesem Sinne
im nachhinein "es guets Neus".
Da hier in Vietnam oder besser gesagt in allen Laendern mit Chinesischem Einfluss auch das Chinesische Neujahr gefeiert wird, werden wir am 10.Februar nochmals Neujahr feiern koennen.
Zudem schreibt Thailand ja das Jahr 2555 - was auch auf jedem Ticket fuer Nationalparks usw. gedruckt ist.
Von Kabotscha aus sind wir dann ueber die Grenze nach Vietnam eingereist, zum Glueck war die Ausreise aus Kambodscha weniger turbulent als die Einreise.
Intressant war auch der Grenzuebergang zu sehen. Auf der kambodaschanischen Seite ein Wellblechcontainer, in der "Wilden Zone" ein Kasino nach dem andern und auf der vietnamesischen Seite ein relativ ansehliches Gebaeude - dies sagt schon so einiges ueber den vergleich der beiden Laender.
In Ha Tien der Grenzstadt aber auch Hafenstadt auf der Seite von Vietnam haben wir dann halt gemacht um unsere Weihnachtszeit zu planen.So buchten wir aus Angst nichts mehr zu bekommen auf der, bei den Einheimischen sehr populaeren, Phu Quoc Insel.
Bei einem Rundgang durch den Ort wurden wir am Abend von Einheimischen spontan zum Kindergeburtstag eingeladen. Es steht wie so haeufig ein Zelt mitten auf der Strasse, so wie auch bei den Heiratsfestern, und irgendwie scheint jeder eingeladen zu sein.
Es mag sich jetzt so mancher denken, Kindergeburtsag **Gaehn**, dabei geht es jedoch nur um den Grund fuer ein Fest mit viel und gutem Essen und viel Alkohol in Form von Bier oder dem lokalen Reisschnapps der ganz schoen einheizt.
Da wir eigentlich gerade auf dem Weg zum Essen waren, kam uns das natuerlich gelegen, uns wurden die Schuessel und Glaeser gefuellt und staendig kam da der Weinshot......
Nach etwa einer Stunde waren wir froh, dass wir uns ein paar bereits betrunkenen Einheimischen anschliessen konnten und den Tisch wieder verlassen. Einer am Tisch konnte ein bisschen Englisch - dies machte die Verstaendigung einwenig einfacher :-)
Mit der Faehre gings dann zur Insel, da aber unsere Unterkunft auf der anderen Inselseite lag was ca. 15km weg war, waren wir auf die lokalen Transporte angewiesen die sich natuerlich ab all den auslaendischen Touristen die Hanede rieben.
Ich war dann nicht bereit die 3$ pro Person zu bezahlen da mir dies viel zu teuer schien! nach einer Stunde warten bekamen wir dann auch prompt ein Transport fuer 2.5$ pro Person - Hey das ist schon ein Bier hier!!
Unser Bungalow in einer Anlage direkt am Mehr mit schoenem Badestrand kostete uns 20$ - wir goennten uns jedoch diesen Luxus ueber die Festtage :-)
Fuer Weihnachten fanden wir sogar ein richtiges Kaesefondue beim Schweizer inkl. Rotwein - oke da war die Unterkunft ein Schnaeppchen dagegen....
Weihgnachten wird hier eigentlich gar nicht gefeiert, jedoch hat sich die lokale Bevoelkerung und vorallem diejenigen die eher westlich orientiert sind dazu entschieden dieses Feste ebenfalls in den Terminkalender zu nehmen - wo jedoch kein Tourismus ist sieht man kaum was davon.
Witzig ist dass ueberall Schnee und Eissterne an den Schaufenster kleben, sowie Schneemaenner die Passanten angrinsen ohne dass jeh ein Einheimischer hier Schnee gesehen hat..:-)
Uns zog es dann schon bald wieder zum Festland wo wir durchs Mekongdelta Richtung Ho Chi Minh City (oder einfach Saigon) reisten. Das Mekongdelta wird eigentlich eher wenig individuell bereist da es von ueberall her Touren gibt - wirchtig ist dass man weiss wo die meisten Touren hinfuehren, denn da sollte man nicht umbedingt hin!
Nachdem wir im Bus in Ha Tien schon das erste mal beschissen worden sind, war der erste gute Eindruck von Vietnam wieder etwas verflogen. Eigenltich ist es jedesmal dasselbe wer mehr geduld hat gewinnt und da der Bussfahrer uns aus dem Bus schmeissen wollte (immer vom Moto-Taxifahrer uebersetzt), wenn wir nicht vor der Fahrt den Preis (natuerlich voellig ueberhoeht - jedoch soviel wie alle andern Auslaender im Bus....) bezahlten.
Ich war dann wirklich der Meinung dass er uns rausschmeisst und wir bazahlten- der Busbegleiter gab darauf hin unserem Moto-Taxi nochmals etwas Geld - was uns bestaetigte dass wir uebers Ohr gehauen wurden.
Unser Weg fuehrte uns nach Long Xuyen, Sa Dec und Vinh Long - dies war ziemlich abseits der normalen Touren, die Verstandigung gestaltete sich als ziemlich schwierig und wir konnten die Uebersetzungslisten die mir Katja auf Weihnachten geschenkt hatte seht gut gebrauchen. Auf der anderen Seite kriegten wir Maerkte und schwimmende Maerkte zu sehen wo eher wir die Attraktion waren als der Markt selbst.
Nach einer abenteuerlichen Reise mit Boot, Moto, Bus und Stadtbus kamen wir dann ziemlich genau da an wo wir hinwollten in Saigon.
Im einen Stadtbus wollten sie fuer unser Gepaeck den doppelten Fahrpreis verlangen, was uns zum sofortigen verlassen unter Kopfschuetteln veranlasste. Nun es gab leider keinen anderen Bus zu dem Ort wo wir hinwollten und so bezahlten wir dann halt den doppelten Tarif (insgesamt 40 Rappen!).
Die Hotels und Hostels in Saigon waren bereits gut gefuellt und so dauerte unsere Unterkunftssuche diesmal etwas laenger - man muss auch dazu sagen, dass viele Zimmer keine Fenster haben und somit schlecht belueftet sind und da die Einheimischen ueberall rauchen, schmecken nicht alle Zimmer soooooo lecker.
An dieser Stelle vielleicht noch kurz eine erlaeuterung der Geschichte in Vietnam - bitte nicht behaften dass alles zu 100% stimmt.... denn auch hier ist die Geschichte alles andere als klar und einfach zu verstehen und es stecken auch heute noch immer viel Emotionen dahinter!
1954 Teilte sich Vietnam oder besser der Sueden (gesponsert von den Europaeer v.a Frankreich, USA, Australien)
vom damahligen Ho Chi Minh Regim welches die rote Farbe trug (gesponsert von China, UDSSR, DDR Nordkorea) ab.
Es gab somit inoffiziell ein Nord und Suedvietnam.
Der Sueden wurde von 1965 bis 1972 hauptsaechlich von den Amerikanern finanziert aber auch mit Truppen resp mit hartem Geschuetz unterstuetzt (u.a. Entlaubungsmittel, Flaechenbombardaments) - nach der Watergateaffaere im eigenen Land wendete sich die USA immer weiter weg vom Krieg ab aufgrund dem wachsenden Druck.
1973 zogen sich die Amerikaner aus dem Krieg zurueck und die Suedvietnamesen mussten sich jetzt selber verteidigen.
1975 wurde fast im Sturm der ganze Sueden vom Norden ueberrannt - am 30.April 1975 fiel Saigon
(Saigon = Kapitalismus / Ho Chi Minh City = Kommunismus) in die Haende vom Norden.
Bis 1986 galt die Planwirtschaft inkl enteignung und Pluenderung von privat Vermoegen der normalen Bevoelkerung (sofern diese ueberhaupt da waren). Nach 1986 wurde das Land wieder an die Bauern zurueckgegeben und dadurch auch die Produktion wieder gesteigert.
Heute steht Vietnam in einigen Sektoren (v.a. Nahrungsmittel) weltweit an der Spitze, so z.B. Kaffe, Tee, Reis, aber auch die Vielfalt der Nahrungsmittel hier ist verblueffend.
Das Land ist jedoch immernoch in fester Kommunistischer Hand und es werden keinerlei Kritik am Regim geduldet ebenso wie Nachfragen uber irgenwelche Projekte enden meist damit dass gewisse Leute in den "Ferien" sind... - dies mal kurz so als Info.
In Saigon schauten wir uns die Stadt noch etwas an und besuchten die Cu Chi Tunnels.
Dieses Tunnelsystem wurden vom Vietcong angelegt und wurde auch von der lockalen Bevoelkerung benutzt, es erstreckt sich mehrere 100 Kilometer und wurde in drei Level zwischen 3-12Meter angelegt.
Die meisten Tunnel sind nur ca. 60cm breit und 1.3m Hoch - so mussten selbst die kleinen Vietcong gebueckt durch die Tunnels gehen. Es verbluefft wie ausgekluegelt das System war, so wurden Holzdeckel bei den versteckten Einstiegen verwendet, dass waehrend der Regenzeit das Holz etwas groesser wurde und somit die Tunneleingaenge abgedichtet hat, Kamine von Kuechen wurden hunderte Meter weiter weg an die Oberflaeche gefuehrt, es wurden Fallen aufgestellt und die Entlueftungsschaechte mit Felsformationen getarnt - zudem wurden diese mit Rassierschaum und Chili bestrichen, sodass die Suchhunde den Geruch nicht wahrnehmen koennen.
Oke - dies wird heute so erzaehlt und die Geschichten die man hier offiziell zue hoeren bekommt, werden sicher nicht pro Amerikanisch oder pro Suedvietnamesisch erzaehlt - auch die Infofilme erinnert eher an Propaganda als wirklich der Tatsache entsprechend.
So gibt es auch nur Massakerplaetze von den Amerikanern zu sehen - klar eine schlimme Sache aber was ist mit denjenigen von den Nordvietnamesen?
Den Sylvestertag verbrachten wir dann nochmals mit einem Rundgang in der Stadt - welche mit ihren Glastuermen einer westlichen Stadt in nichts nachsteht.
Zum Abschluss haben wir uns im "Brotzeit" noch ein Muenchner Weissbier, bei Weisswurst und Wurstteller gegoennt... mitunter das teuerste Abenteuer soweit.
Danach war es bereits um 8 und wir stuerzten uns in die Strassen von Saigon - im Zentrum gab es eine Buehne wo Musik spielte und die Leute tanzten - als wir jedoch nur in der Naehe waren wurde von allen Seiten gedrueckt, man lief nur noch dem Vordermann hinterher sofern dieser sich ueberhaupt bewegte.
Uns war beiden nicht ganz gehaeuer und so waren wir heil froh als wir das gedraenge wieder verlassen konnten - es haette uns nicht verwundert wenn es da noch Tote gegeben haette an diesem Abend!
Bei einigen Bier in einer Strassenkneipe (mit Kinder-stuehlen und Tischen, ist hier voellig normal!) haben wir das alte Jahr ausklingen lassen - und auch das neue eingelaeutet :-)
Die Strassen waren heillos ueberfuellt und die Motorroller bewegten sich bis ca. 1h keinen Zentimeter ehe sich das getuemmel etwas lichtete - etwa 95% der Verkehrsteilnehmer sind hier Motorraeder, Autos eher selten.
Von Saigon sind wir weiter nach Da Lat. Dies ist eine ehemalige Hillstation von den Franzosen und wir konnten auf den 1500m.ue.m erstmals wieder unsere warmen Kleider gebrauchen.
Die Fahrt dorthin haben wir mit einem Fahrer gemacht den ihr wohl im naechsten Jahr in der Formel 1 sehen koennt - hupen links, rechts ueberholen oder einfach fahren und hoffen dass die anderen weg gehen (bremsen ist fuer Anfaenger und gereicht haette es eh niemals) und das mit dem ueberfuellten Kleinbus! - er ist leider nicht der einzige der so faehrt.
In Da Lat haben wir uns entschieden mit den Easy Rider Da Lat eine viertaegige Tour zu machen und dann vom Zielort aus weiter zu reisen.
Wenn ich dies jetzt schreiben wuerde, brauchte ich sicherlich alleine 2h und da das Internet hier dafuer ca. 30 Rappen kosten wurde lass ich das jetzt! - Katja stellt einige Bilder auf den Link - diese sagen viel mehr als tausend Worte!
Kaffee, Tee, Reis, Zuckerrohr, Tapioka, Uebernachtung bei der Mutter des Fahrers , Reisnudelfabrik, Baumwolle, Kautschukplantagen, Erdbeeren, Blumen, Erdnuesse, Drachenfrucht, Passionsfrucht, Ziegelfabrik, Bergvoelker, Duenen, Staudaemme, Pfeffer, Schockolade, Reisweinproduktion usw.
Es war wahrscheinlich die beste und authentischste Erfahrung die wir in unserer Reise bisher erlebt hatten,
mit einem Fahrer der im Vietnamkrieg stand und uns jeden Abend Geschichten aus seinem Leben erzaehlt hatte...
In Lak Lake haben wir dann unsere Tour beendet nach ca. 700km und unvergesslichen Momenten - auch wenn wir fast immer regnerisches oder bedecktes Wetter hatten wird diese Tour fuer uns unvergesslich bleiben.
Von Lak Lake sind wir dann weiter nach Kontum was immer noch im Hochland ist, da wir noch weitere Bergvoelker sehen wollte, so gingen wir heute erneut mit den Motorbikes und dem Guide ins benachbarte Hochland wo diese Staemme leben.
Wir waren nicht wirklich weit von der Stadt entfernt und so ist die Kultur nicht mehr so authentisch wie wir diese auf unserer anderen Reise gesehen haben - nichts desto trotz immer noch sehr eindruecklich.
Nur schon wenn man auf der Strasse (meist nur eine Ansammlung von Schlagloechern jedoch Baumfreie Zone!) den einheimischen entegnet mit ihren traditionellen Kleidern und Werkzeugen vom Feld heimkehrend und da von den kleinen Kindern empfangen weckt ein speziellen Gefuehl in einem.
Wir werden jetzt noch fuer kurze Zeit im Hochland bleiben um dann unsere warmen Kleider wieder fuer kurze Zeit zu verstauen denn in Hanoi wo wir hin wollen sind zur Zeit ca. 10Grad - was jedoch normal ist.
Wir wuenschen euch eine gute Zeit und freuen uns auch immer wieder mal
ueber Nachrichten von Euch.
Liebe Gruess
Katja und Silvan
Link: https://picasaweb.google.com/silli081/VietnamTeil1?authuser=0&authkey=Gv1sRgCM_K_Iqr-dbfLg&feat=directlink