Hallo Zuhause
Es dauert nur noch wenige Tage und wir werden uns unsere braun gebrannten Hintern wieder in Zuerich abfrieren, dies machen wir hier zwar auch aber halt nur waehrend den Busfahrten!
Mit Schrecken haben wir festgestellt, dass in Zuerich die Temperaturen immernoch im einstelligen Bereich liegen - Affoltern a. A. ist hoffentlich in einer anderen Klimazone ...
Die letzten vier Wochen standen wirklich im Zeichen von "Ferien".
Nachdem wir jedoch in Pulau Redang gestrandet waren, reisten wir wieder zurueck nach Kuala Lumpur, da es keinerlei vernuenftige Transporte von der Insel gab in die Richtung wo wir weiter wollten.
Redang liegt an der Ostkueste von Malaysia, wo es noch soviele andere schoene Inseln geben soll, da die Saison erst gerade eroeffnet wurde, war die Insel noch relativ ruhig und wenn all die asiatischen Gaeste sich zweimal am Tag zur Pinguinwanderung (mit Ihren Schwimmwesten) zum Schnorcheln aufmachten, hatten wir die Insel praktisch fuer uns! Weisser Pulversand mit tuerkisfarbenem, flachem Wasser wo man bis zu hundert Meter hinauslaufen konnte - wie es halt sein muss!
Die Rueckreise nach KL haben wir kurzerhand beschlossen, da wir beide Lust auf das Formel 1 Rennen in Sepang (ca. 1h von KL) hatten, welches an diesem Wochenende stattfand. Kuala Lumpur ist im Vergleich zu den anderen asiatischen Laendern mal wieder angenehm westlich. Dennoch - soviele Ratten in den Nebenstrassen wie da haben wir auf unserer Reise nirgends gesehen... Wir hatten auch nirgends so schlimmen Durian Geruch im Zimmer, so dass wir 3 mal das Zimmer wechselten, bevor es fuer unsere Nasen angenehm war.
Das Formel 1 Rennen war fuer uns beide das erste Liverennen was wir miterleben durften - schlicht der HAMMER! Zudem hatte es nicht wirklich viele Zuschauer und einmal auf der Tribuehne konnte man so fast ueberall hin wo man wollte. Start/Ziel, Kurven nach den Geraden, Siegerehrung - alles fand vor unseren Augen statt. Da das Rennen einiges zu bieten hatte, wussten wir teilweise gar nicht wo hinschauen oder hoeren. Unvergesslich bleiben die Vibrationen und die Geschwindigkeiten mit welcher die Autos ueber die Piste gejagt werden.
Intressant war auch noch, dass wir einen Finnen, den wir ganz am Anfang von unserer Reise in Indonesien kennen gelernt hatten, uns beim Fruehstueck in KL ueber den Weg lief. Er war zwischenzeitlich wieder 2 Monate in Finnland und jetzt wieder am Reisen.
Von KL gings dann wieder mit dem Flieger nach Langkawi, eine Insel an der Westkueste welche gute Grenzuebergaenge nach Thailand bietet. Die Insel an sich ist nicht so speziell, ziemlich touristisch und ueberfuellt mit Restaurants, Bars Shops usw. Daher gings sobald als moeglich weiter nach Koh Lipe (Thailand).
Wir haben uns eigentlich beide erhofft noch eine etwas ruhige und unerschlossene Insel zu entdecken....
Denkste, die Straende sind voll mit Resort und Restaurants, die Verbindungsstrasse der Beaches ist zugepflastert mit allem Moeglichen was der Tourist so braucht.... - klar auch schoen alles zu finden aber wenn man halt eine noch etwas zuerueckgebliebene Insel erwartet (was auch oft als Geheimtipp genannt wurde) dann ist es doch eher eine Enttaeuschung.
Janu, da wir ja nur noch 14Tage hatten in Thailand konnten wir auch nicht wahllos von Insel zu Insel reisen, sondern verbrachten ein paar Tage auf der lebendigen Insel.
Wir tauchten dann noch fuer zwei Tage, die Tauchbedingungen waren ziemlich anspruchsvoll die Tauchgruende jedoch faszinierend, vor allem die farbigen Korallengaerten!
Ein kleines Muesterchen des Tourismus - es gibt eine Plattform wo alle Faehren anlegen muessen, ca. 50m vom Beach, von da muss man dann ein Longtailboot nehmen was 50 Baht kostet (1.50.-), dasselbe wiederholt sich bei der Abreise von der Insel. Nur so zum Vergleich fuer 100Baht kann man normalerweise ein Boot fuer 1-2h mieten!!
Von Koh Lipe gings dann mit Faehre und Bus nach Krabi - wir wollten eigenltlich zwei Naechte da bleiben auf dem Weg nach Khao Lak wo wir dann fuer 4Tage auf ein Tauchboot gingen.
Da wir uns nicht sehr informierten ueber Krabi, ueberraschte es uns dass dieser Ort nicht am Meer liegt, sondern an einer Flussmuendung - als Krabi werden auch die umliegenden Inseln und Straende bezeichnet....
So gings dann halt nach einer Nacht schon nach Khao Lak wo wir uns noch einen Tag ausruhten in einem 4*-Hotel inkl. Pool und Strandliegen, bevor wir dann am Abend auf dem Tauchschiff eincheckten.
Ueber Nacht gings dann zu den Similan Island - fuer mich ein wenig unerklaerlich wieso die Touren immernoch dahin fahren, gibt es doch in der Umgebung viel schoenere Tauchplaetze.
Es ging dann weiter nach Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock.
Das Highlight war den Mantarochen den wir gesehen hatten sowie die riesigen Fischschwaerme welche in der Abenddaemmerung von den diversen Jagdfischen (Barracuda, Tunfisch, Travellis usw.) umhergejagd wurden - es schaute sich teilweise wie eine Tanzauffuehrung der kleinen Fischschwaerme an.
Nach vier Tagen voller Erlebnisse kehrten wir wieder zum Festland zurueck - nachdem wir uns an das Schwanken des Boots gewoehnt hatten, schwankte jedoch jetzt das Festland...
Momentan sind wir in Bangkok, wo wir unsere letzten 2/3 Tage verbringen (Shoppen was das Zeug haelt!!), bevor es dann wieder zu Euch zurueck geht in eine etwas andere Klimazone......
Wir hoffen, dass wir Euch mit diesem Blog etwas auf unsere Reise mitnehmen konnten.
Lieben Gruess
von den noch reisenden
Katja und Silvan
Link fuer die Bilder:
Bilder von Malaysia und vom Tauchboot
Montag, 8. April 2013
Sonntag, 17. März 2013
unsere Erlebnisse in Myanmar
Hallo zusammen,
hier mal wieder ein Lebenszeichen von uns ;-)
Nachdem wir erfuhren, dass die Region um Mrauk U, die wir gern noch bereisen wollten, fuer Touristen wegen andauernder Unruhen gesperrt ist, beschlossen wir, unseren Myanmaraufenthalt um eine Woche zu kuerzen. Aktuell sind wir in Kuala Lumpur - ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Myanmar.
Myanmar war fuer uns definitiv eines der Highlights unserer gesamten Reise, aber nicht wegen seiner Sehenswuerdigkeiten, sondern mehr wegen seiner sehr herzlichen und netten Menschen dort. Schon am ersten Tag als wir ankamen, schlug uns so viel Herzlichkeit entgegen - eine Atmosphaere die in anderen Laendern so noch gar nie zu spueren war. Die meisten Leute lachten uns an und gruessten freundlich. Wir erfuhren so viel Hilfsbereitschaft, Offenheit und Ehrlichkeit! Ich hatte auch das Gefuehl, dass wir den Einwohnern eines Landes auf unserer Reise nie so nah gekommen sind wie in Myanmar. Hier sind viele Leute interessiert an Gespraechen mit Auslaendern und viele der Leute koennen auch ein paar Woerter Englisch, so dass ab und zu auch tatsaechlich Gespraeche moeglich waren. Es wird sich auch nicht gescheut ueber politisch brisante Themen zu sprechen - und vor allem bei jungen Leuten ist wie eine Aufbruchstimmung zu spueren.
Das Bild von Myanmar wird gepraegt von betelnusskauenden Menschen, die rote Zaehne haben und das rote Zeugs ueberall auf die Strasse spucken. Das ist schon etwas ekelig anzuschauen, aber hier normal und wie eine Art Zigarettenersatz. Die Maenner tragen ueberwiegend Roecke, Hosen sieht man ausser in Yangoon extrem selten und wenn, dann sind es selten Jeanshosen. Selbst die Frauen tragen immer Roecke. Im Fernsehen wurde der Ausschnitt von Julia Roberts in Erin Brockovich zensiert (unscharf) dargestellt, aber in den Kaffees haengen Plakate mit halbnackten Maedels. Dennoch, die Kleidung der Frauen ist sehr zurueckhaltend, aber schoen farbenfroh.
Unseren Myanmarbesuch haben wir in Mandalay gestartet. Von anderen Reisenden hatten wir zwar schon gehoert, dass die Situation betreffend Unterkuenften gerade katastrophal ist, aber es selbst zu erfahren ist dann doch nochmal was anderes. So suchten wir eine halbe Stunde zusammen mit vollem Gepaeck und bei 35 Grad nach einer Unterkunft ohne Erfolg. Ich wartete dann an einer Strassenecke mit allem Gepaeck, waehrend Silvan sich weiter auf die Suche begab - mit Erfolg. So fand er ein etwas schmuddeliges kleines Zimmer, zumindest mit Fenster fuer 28 USD die Nacht!! An die Wand vom Bett wollte man gar nicht fassen, so dreckig war das da. Silvan meinte, er hat sich Zimmer angeschaut, wo der Putz von den Waenden blaetterte und die Fenster kaputt waren fuer aehnlich viel Geld. Die Unterkuenfte in Myanmar sind recht alt und die Preise 3 mal so hoch wie noch vor einem Jahr. Durch die teilweise Oeffnung des Landes stroemen derzeit so viele Touristen ins Land, fuer die es gar keine Infrastruktur gibt. In der Zeitung haben wir gelesen, dass es beispielsweise am Inle Lake 1200 Betten gibt und taeglich 1500 Touristen ankommen. Zumindest haben die Burmesen die Situation erkannt. Inwiefern sie flexibel sind zu handeln wird sich zeigen. Viele der Touristen finden Unterkunft in den Massenschlafsaelen der Monasteries (Kloestern). Diese dienen sozusagen als Auffanglager und nehmen zwischen 3 und 6 USD pro Nacht, je nachdem ob noch Abendessen und Fruehstueck dabei ist. Im Gegensatz zu den Einheimischen brauchen Kloester keine Lizenz, um Auslaender aufnehmen zu duerfen.
In Mandalay blieben wir 3 Tage an denen wir die Stadt mit dem Velo und die Umgebung mit dem Moped erkundeten. Beides war insofern eine Herausforderung, da nur die grossen Strassen angeschrieben sind und es kaum Verkehrsschilder gibt, die die Richtung anzeigen. So fragten wir uns mehrmals durch und bekamen immer bereitwillig und freundlich Auskunft. Die zweite Herausforderung waren die Strassenverhaeltnisse selbst. Teilweise sind selbst in der Stadt Strassen nicht befestigt, d.h. es sind groessere, sehr steinige und holprige festgetretene Erdstrassen, was unglaublich staubt. Generell ist Mandalay eine sehr dreckige Stadt, da die Fahrzeuge extrem russen. Silvan war ganz beeindruckt von den Vehiceln, die da so rumfuhren. Vieles sah selbst zusammengeschweisst aus - sehr abenteuerlich, kreativ und extrem laut!
Auch unser Moped war in recht schlechtem Zustand, so gingen weder Kilometer- noch Geschwindigkeitsanzeige und die Tankanzeige war auch kaputt. Zudem hat es ziemlich viel Benzin verbraucht - 5L Benzin auf 70km. Leider sind wir dann noch im Dunkeln auf der Stadtautobahn stehen geblieben, weil das Benzin alle war. Strassenbeleuchtung ist ja sehr rar in Myanmar. Dafuer gibt es am Strassenrand oft so kleine Kinderstuehlchen mit Lampe und Pet-Flaschen drauf. Das sind die Tankstellen. So eine haben wir 100m weiter auf der anderen Strassenseite entdeckt. Da die Pet-Flaschen recht wertvoll sind, schickte die "Tankstellenbetreiberin" ihren 6jaehrigen Sohn mit uns mit, um das Moped aufzutanken. Bei dem Verkehr und der Dunkelheit, haett ich als Mutter glaub echt Angst gehabt um mein Kind. Aber hier ist das irgendwie anders. Auch auf dem Land haben wir 2mal erlebt, dass Muetter ihre spielenden Kinder mit uns mitgeschickt haben, um uns den Weg zu zeigen. Hier herrscht noch ein rechtes Vertrauen, was unserer Gesellschaft meist schon irgendwie abhanden gekommen ist.
Zu den Sehenswuerdigkeiten mag ich gar nicht viel schreiben, dafuer gibt es dann die Bilder. Nur so viel zu den Tempeln, dass die hier viel schoener und vor allem intakter sind als in Kambodscha oder Thailand. In Myanmar sahen wir auch viel mehr Moenche als in den Nachbarlaendern und sogar Nonnen. Hier ist es auch so, dass ein Mann mindestens 2mal in seinem Leben fuer einige Zeit im Kloster gelebt haben muss. Meist einmal als Kind und einmal als junger Mann.
Auf dem Mandalay-Hill, der beliebt ist bei Touristen, um den Sonnenuntergang zu sehen, wurden wir von 2 jungen Maennern begleitet, die ihr Englisch verbessern wollten. So fingen sie mit jedem von uns ein Gespraech mit den ueblichen Fragen an. Nachher wurde die Gruppe der jungen Maenner immer groesser, bis es am Schluss sogar 6 waren, die uns begleiteten und mit uns redeten. Sie waren so begeistert ueber die Entwicklung der letzten 2 Jahre, gehen bei einem Moench in den Englischunterricht und wollten von uns wissen, was sie lernen muessen, um sich international bewerben zu koennen. Wie gut deren Schulbildung ist, konnt ich nicht rausfinden, doch einer der jungen Maenner hatte noch nicht mal eine Berufsausbildung. Ein anderer ueberraschte uns hingegen als er meinte, er ist Architekt und koenne jetzt fuer ein Jahr nach Singapore gehen um zu arbeiten. Sein Flug sollte eine Woche nach unserem Mandalaybesuch abheben. Tatsaechlich ist es den Burmesen erlaubt zu reisen, das Problem ist, dass den meisten das Geld dazu fehlt. Wir erfuhren, dass das Durschnittseinkommen zwischen 70 und 80 USD im Monat liegt. Als mich einer der Maenner nach dem Preis unserer Kamera fragte, traute ich mich schon gar nicht, zu antworten, nur um ihm die Hoffnung nicht zu nehmen, sich irgendwann so etwas kaufen zu koennen. Abgesehen davon ist so eine Technik hier noch gar nirgends zu finden.
Von Mandalay aus gings dann mit dem Zug nach Hsipaw - ein weiteres Abenteuer. Die Strecke ist ca 400km lang und fuehrt ueber das Gokteik-Viadukt, welches die Hoechste Bruecke Myanmars ist, von den Briten 1899 in Auftrag gegeben und 1900 von einer amerkikanischen Firma gebaut wurde. So alt ist wahrscheinlich auch das Schienennetz, nur hat man die Bruecke vor ein paar Jahren teilweise saniert, das Streckennetz ziemlich sicher noch nicht. Der Zug brauchte fuer die 400km ueber 10 Stunden. Streckenweise rumpelte er auf den Schienen so stark hin und her, dass die Rucksaecke von der Ablage gefallen waeren, haetten wir sie nicht festgebunden und auch durch die Verbindung der Wagen konnte man nicht mehr durchsehen, so sind die bei der Fahrt hin und her geschaukelt. Das blieb unsere einzige Zugfahrt. Busfahren ist da etwas sicherer, aber auch da haben wir einen Beinhazusammenstoss erlebt. Ich hab den Bus schon kippen sehen... Aber es ging zum Glueck alles gut, zumindest fuer den Bus. Der Schreck sass uns aber noch einige Zeit in den Gliedern.
Landschaftlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt, den Zug zu nehmen und betreffend Kontake knuepfen auch. So lernten wir im Zug 2 Paerchen aus Deutschland kennen, mit denen wir eine nette Zeit verbrachten.
In Hsipaw war gerade Pagodenfest, was mit einer Art Rummel oder Kilbi gefeiert wurde. Pagodenfest heisst dort, dass der goldene Schirm oben auf der Pagode ausgetauscht wird. Fuer die Einheimischen war es ein riesen Fest, das ueber 2 bis 3 Tage andauerte. Das Highlight fuer uns auf der Kilbi war aber das von den Einheimischen selbst zusammengezimmerte Riesenrad aus Holzplanken. Einen elektrischen Antrieb gab es nicht, so kletterten die Betreiber fuer jede Runde aufs Rad hoch und betrieben es mit manueller Kraft - teilweise waren es richtige Kunststueckchen, die sie da am Rad betrieben, um es in Schwung zu bringen. Der Ideenreichtum ist bestaunenswert und auch dass kaum etwas passiert. Mit unserer Welt und unseren Sicherheitsstandards und Vorschriften ist das gar nicht vergleichbar.
Wir streunten auch bisschen durch die verschiedenen Pagoden am Stadtrand und durften bei traditionellen Taenzen zusehen und wurden sogar zu Tee und Reisgebaeck eingeladen, was wir als sehr nett empfanden.
Ein weiteres Highlight in Hsipaw war der Besuch des Shan-Palastes. In diesem wohnt immernoch Mr. Donald, der Neffe des letzten Shan Prinzen Sao Kya Seng, mit seiner Familie. Mrs. Donald empfaengt jeden Tag ab 16 Uhr vorbeischauende Touristen und erzaehlt ihnen sehr lebendig von der Geschichte ihrer Familie, was uns einen sehr eindrucksvollen Einblick in die Geschichte Burmas gab.
Von Hsipaw aus nahmen wir dann eine 5 stuendige Fahrt mit einer Art Pickup (groesseres TukTuk) auf uns, die extrem holprig war. Die Strassen sind meist noch im Bau und bestehen mehr oder weniger aus losen Steinen, was zweimal einen Radwechsel notwendig machte. Dennoch war die Stimmung bei allen gut gelaunt. Unterwegs konnten wir auch den Strassenbauarbeiten zusehen, die meist nur mit Menschenkraft vorangehen. Maschinen gibt es kaum und die Frauen tragen die Steine in Koerben auf ihren Koepfen. Unser Ziel war Namshan, von wo aus wir eine 3 taegige Trekkingtour durch die Bergdoerfer zurueck nach Hsipaw unternahmen. Vom Guesthouse in Namshan bekamen wir eine Liste mit allen Doerfern, wo wir durchkommen mussten und so gings los. Immer wenn wir nicht weiter wussten, konnten wir die Einheimischen fragen, in welche Richtung das naechste Dorf liegt, wo wir hin wollten. Das funktionierte sehr gut. In der ersten Nacht uebernachteten wir in einer Monastery, wo die Moenche und Nonnen uns sehr freundlich aufnahmen. Inzwischen kommen da 2 bis 5 Touristen jeden Tag durch. Von daher sind sie auf Gaeste vorbereitet. Sie kochten uns das leckerste Essen, was wir in Myanmar bis dahin bekommen haben und es war mehr als wir haetten essen koennen. Geschlafen haben wir in einem grossen Saal, der den Nonnen auch als Lagerraum diente. Einziger Nachteil am Ganzen war, dass das Licht scheinbar zentral gesteuert wird und erst gegen 22.30 Uhr geloescht und schon gegen 4.30 Uhr morgens wieder angezuendet wird. Am naechsten Morgen nahmen wir noch an dem Gebet der Moenche teil, der auch recht viele Dorfbewohner beiwohnten. Der gemeinsame Gesang aller Betenden klang wundervoll. Was uns nicht schlecht erstaunte, war, dass am Ende des Gebets ein aelterer Mann Bonbons (Zeltli) in die Menge warf. Die wurden von den Dorfbewohnern auch eingesammelt und entweder grad vernascht oder in die Brotbox verstaut. Zum Fruehstueck gesellten sich dann ein paar Moenche zu uns, die etwas Englisch konnten und unbedingt mit uns reden wollten. Dabei erfuhren wir eingiges ueber das Leben der Moenche. Nach abschliessender Fotosession, die die Moenche mit ihrer eigenen Kamera angeregt hatten, nahmen wir Abschied und machten uns wieder auf den Weg. Am ersten und zweiten Tag liefen wir je 10 Stunden - bergauf, bergab und ueber staubige und steinige Wege. Es war etwas muehsam und entsprechend muede fuehlten wir uns auch, aber die Landschaft und die Aussicht waren super schoen und jeden Schritt wert. Am hoechsten Punkt waren wir auf 1700m uber Meer. Die zweite Nacht verbrachten wir in einem Homestay bei einem jungen einheimischen Paerchen, das uns ebenfalls sehr nett empfing und lecker bewirtete. Aber am eindreucklichsten dort war zu sehen, wie dir Dorfbewohner dort leben. Es gibt im Dorf zwei Wasserstellen, an denen sich die Leute waschen koennen - Duschen, Zaehne putzen .. Geduscht wird meist im Rock, da es keinerlei Vorhang oder Kabine gibt. Dann gibt es im Wald eine kleine Holzhuette mit Plumsklo, die einzige die ich ausmachen konnte und die mir gezeigt wurde. Dennoch wird Koerperhygiene gross geschrieben. Man sieht abends sehr viele Leute an den Brunnen und Kinder, die sich die Zaehne putzen.
Am nachsten Morgen bekam unsere Gastwirtin eine Lebensmittellieferung aus Hsipaw, so standen 5 oder 6 Mopeds schoen aufgereiht vor dem Haus und jedes voll beladen mit Lebensmitteln. Wenn man weiss, was fuer "Strassen" die Mopeds hinter sich haben, gebuehrt ihnen mein voller Respekt!
Von Hsipaw aus nahmen wir dann den Nachtbus nach Nyaungshe, zum Inle Lake. Dort unternahmen wir einen Tagesausflug mit einem Boot, der ganz nett und entspannt war. Das skurriliste was wir auf diesem Ausflug erlebt haben, war ein "Wunderheiler" auf einem Wochenmarkt. Der hatte einen Affenschaedel, diverse Gebisse, Knochen und Geweihe von Tieren in eine Schuessel getan und mit einer Fluessigkeit aufgefuellt. Mit Hilfe eines Mikrophons machte er auf sich aufmerksam, wie es bei uns teilweise die Waschmittel und Kuechengeraeteverkaufer auf dem Markt machen. Dann fuellte er die Fluessigkeit in kleine Flaschen ab und verkaufte es als Medizin fuer 1000 Kyat an die Einheimischen. Unglaublich, wieviele das kauften. Fuer manche sind 1000 Kyat ein Tagesverdienst!
Als wir abends mit dem Boot zurueck kamen, winkte uns ein Paerchen, das wir im Zug nach Hsipaw kennengelernt hatten entgegen. Was fuer eine Wiedersehensfreude! So verbrachten wir noch einen netten Abend zusammen.
Vom Inle-See ging es dann ins zauberhafte Bagan. Da wir beide gesundheitlich immernoch etwas angeschlagen waren, nahmen wir uns fuer einen Tag eine Pferdekutsche und fuhren so ziemlich alle bekannten Tempel in Bagan ab. Die sind vor allem von aussen sehr eindruecklich und ganz gut erhalten bzw. restauriert. Noch eindruecklicher ist es aber, alle Tempel von einem Aussichtspunkt zu bestaunen. Es gibt unzaehlige. Ungefaehr 55 Koenige haben sich dort Denkmaeler gesetzt. In Bagan hielt es uns 2 Tage. Dann ging es weiter nach Yangoon. Die Stadt selbst fanden wir nicht wirklich schoen. Es ist einfach ein Tor fuer Touristen und die Situation betreffend der Unterkuenfte empfand ich dort am schlimmsten. Wir hatten zwar ein Zimmer reserviert, konnten aber nicht im bleiben, da das Guesthouse fuer die naechsten Tage schon komplett ausgebucht war. So verbrachten wir nochmal einige Zeit mit der Suche nach einem Zimmer. Auch dort ist es so, dass die Zimmer entweder unmoegliche Loecher sind (stickig, klein, ohne Fenster oder schon recht runtergekommen) oder es ist bereits alles voll. Unter 35 USD ist selbst so ein Loch ohne Fenster oft nicht zu bekommen! Wir fanden nach einigem suchen, was ganz akzeptables fuer 38 USD die Nacht!
Von Yangoon aus flogen wir nach Kuala Lumpur. Die Stadt steht in voelligem Gegensatz zu Myanmar - eigentlich kann man es gar nicht vergleichen. Es sind zwei verschiedene Welten. Aber es tut gut mal wieder etwas westlichere Luft zu schnuppern. Die letzten 4 Wochen stehen im Zeichen der Erholung, so bleiben wir jetzt sicher noch 2 Wochen in Malaysia auf irgendeiner der Inseln, bevor es dann nach Thailand weiter geht.
Aktuell sind wir auf Pulau Redang, einer wunderschoenen Insel an der Ostkueste von Malaysia.
Hier noch der Link zu den Myanmar-Bildern.
Myanmar-Bilder
Liebe Gruesse von den zwei Reisenden,
Silvan und Katja
hier mal wieder ein Lebenszeichen von uns ;-)
Nachdem wir erfuhren, dass die Region um Mrauk U, die wir gern noch bereisen wollten, fuer Touristen wegen andauernder Unruhen gesperrt ist, beschlossen wir, unseren Myanmaraufenthalt um eine Woche zu kuerzen. Aktuell sind wir in Kuala Lumpur - ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Myanmar.
Myanmar war fuer uns definitiv eines der Highlights unserer gesamten Reise, aber nicht wegen seiner Sehenswuerdigkeiten, sondern mehr wegen seiner sehr herzlichen und netten Menschen dort. Schon am ersten Tag als wir ankamen, schlug uns so viel Herzlichkeit entgegen - eine Atmosphaere die in anderen Laendern so noch gar nie zu spueren war. Die meisten Leute lachten uns an und gruessten freundlich. Wir erfuhren so viel Hilfsbereitschaft, Offenheit und Ehrlichkeit! Ich hatte auch das Gefuehl, dass wir den Einwohnern eines Landes auf unserer Reise nie so nah gekommen sind wie in Myanmar. Hier sind viele Leute interessiert an Gespraechen mit Auslaendern und viele der Leute koennen auch ein paar Woerter Englisch, so dass ab und zu auch tatsaechlich Gespraeche moeglich waren. Es wird sich auch nicht gescheut ueber politisch brisante Themen zu sprechen - und vor allem bei jungen Leuten ist wie eine Aufbruchstimmung zu spueren.
Das Bild von Myanmar wird gepraegt von betelnusskauenden Menschen, die rote Zaehne haben und das rote Zeugs ueberall auf die Strasse spucken. Das ist schon etwas ekelig anzuschauen, aber hier normal und wie eine Art Zigarettenersatz. Die Maenner tragen ueberwiegend Roecke, Hosen sieht man ausser in Yangoon extrem selten und wenn, dann sind es selten Jeanshosen. Selbst die Frauen tragen immer Roecke. Im Fernsehen wurde der Ausschnitt von Julia Roberts in Erin Brockovich zensiert (unscharf) dargestellt, aber in den Kaffees haengen Plakate mit halbnackten Maedels. Dennoch, die Kleidung der Frauen ist sehr zurueckhaltend, aber schoen farbenfroh.
Unseren Myanmarbesuch haben wir in Mandalay gestartet. Von anderen Reisenden hatten wir zwar schon gehoert, dass die Situation betreffend Unterkuenften gerade katastrophal ist, aber es selbst zu erfahren ist dann doch nochmal was anderes. So suchten wir eine halbe Stunde zusammen mit vollem Gepaeck und bei 35 Grad nach einer Unterkunft ohne Erfolg. Ich wartete dann an einer Strassenecke mit allem Gepaeck, waehrend Silvan sich weiter auf die Suche begab - mit Erfolg. So fand er ein etwas schmuddeliges kleines Zimmer, zumindest mit Fenster fuer 28 USD die Nacht!! An die Wand vom Bett wollte man gar nicht fassen, so dreckig war das da. Silvan meinte, er hat sich Zimmer angeschaut, wo der Putz von den Waenden blaetterte und die Fenster kaputt waren fuer aehnlich viel Geld. Die Unterkuenfte in Myanmar sind recht alt und die Preise 3 mal so hoch wie noch vor einem Jahr. Durch die teilweise Oeffnung des Landes stroemen derzeit so viele Touristen ins Land, fuer die es gar keine Infrastruktur gibt. In der Zeitung haben wir gelesen, dass es beispielsweise am Inle Lake 1200 Betten gibt und taeglich 1500 Touristen ankommen. Zumindest haben die Burmesen die Situation erkannt. Inwiefern sie flexibel sind zu handeln wird sich zeigen. Viele der Touristen finden Unterkunft in den Massenschlafsaelen der Monasteries (Kloestern). Diese dienen sozusagen als Auffanglager und nehmen zwischen 3 und 6 USD pro Nacht, je nachdem ob noch Abendessen und Fruehstueck dabei ist. Im Gegensatz zu den Einheimischen brauchen Kloester keine Lizenz, um Auslaender aufnehmen zu duerfen.
In Mandalay blieben wir 3 Tage an denen wir die Stadt mit dem Velo und die Umgebung mit dem Moped erkundeten. Beides war insofern eine Herausforderung, da nur die grossen Strassen angeschrieben sind und es kaum Verkehrsschilder gibt, die die Richtung anzeigen. So fragten wir uns mehrmals durch und bekamen immer bereitwillig und freundlich Auskunft. Die zweite Herausforderung waren die Strassenverhaeltnisse selbst. Teilweise sind selbst in der Stadt Strassen nicht befestigt, d.h. es sind groessere, sehr steinige und holprige festgetretene Erdstrassen, was unglaublich staubt. Generell ist Mandalay eine sehr dreckige Stadt, da die Fahrzeuge extrem russen. Silvan war ganz beeindruckt von den Vehiceln, die da so rumfuhren. Vieles sah selbst zusammengeschweisst aus - sehr abenteuerlich, kreativ und extrem laut!
Auch unser Moped war in recht schlechtem Zustand, so gingen weder Kilometer- noch Geschwindigkeitsanzeige und die Tankanzeige war auch kaputt. Zudem hat es ziemlich viel Benzin verbraucht - 5L Benzin auf 70km. Leider sind wir dann noch im Dunkeln auf der Stadtautobahn stehen geblieben, weil das Benzin alle war. Strassenbeleuchtung ist ja sehr rar in Myanmar. Dafuer gibt es am Strassenrand oft so kleine Kinderstuehlchen mit Lampe und Pet-Flaschen drauf. Das sind die Tankstellen. So eine haben wir 100m weiter auf der anderen Strassenseite entdeckt. Da die Pet-Flaschen recht wertvoll sind, schickte die "Tankstellenbetreiberin" ihren 6jaehrigen Sohn mit uns mit, um das Moped aufzutanken. Bei dem Verkehr und der Dunkelheit, haett ich als Mutter glaub echt Angst gehabt um mein Kind. Aber hier ist das irgendwie anders. Auch auf dem Land haben wir 2mal erlebt, dass Muetter ihre spielenden Kinder mit uns mitgeschickt haben, um uns den Weg zu zeigen. Hier herrscht noch ein rechtes Vertrauen, was unserer Gesellschaft meist schon irgendwie abhanden gekommen ist.
Zu den Sehenswuerdigkeiten mag ich gar nicht viel schreiben, dafuer gibt es dann die Bilder. Nur so viel zu den Tempeln, dass die hier viel schoener und vor allem intakter sind als in Kambodscha oder Thailand. In Myanmar sahen wir auch viel mehr Moenche als in den Nachbarlaendern und sogar Nonnen. Hier ist es auch so, dass ein Mann mindestens 2mal in seinem Leben fuer einige Zeit im Kloster gelebt haben muss. Meist einmal als Kind und einmal als junger Mann.
Auf dem Mandalay-Hill, der beliebt ist bei Touristen, um den Sonnenuntergang zu sehen, wurden wir von 2 jungen Maennern begleitet, die ihr Englisch verbessern wollten. So fingen sie mit jedem von uns ein Gespraech mit den ueblichen Fragen an. Nachher wurde die Gruppe der jungen Maenner immer groesser, bis es am Schluss sogar 6 waren, die uns begleiteten und mit uns redeten. Sie waren so begeistert ueber die Entwicklung der letzten 2 Jahre, gehen bei einem Moench in den Englischunterricht und wollten von uns wissen, was sie lernen muessen, um sich international bewerben zu koennen. Wie gut deren Schulbildung ist, konnt ich nicht rausfinden, doch einer der jungen Maenner hatte noch nicht mal eine Berufsausbildung. Ein anderer ueberraschte uns hingegen als er meinte, er ist Architekt und koenne jetzt fuer ein Jahr nach Singapore gehen um zu arbeiten. Sein Flug sollte eine Woche nach unserem Mandalaybesuch abheben. Tatsaechlich ist es den Burmesen erlaubt zu reisen, das Problem ist, dass den meisten das Geld dazu fehlt. Wir erfuhren, dass das Durschnittseinkommen zwischen 70 und 80 USD im Monat liegt. Als mich einer der Maenner nach dem Preis unserer Kamera fragte, traute ich mich schon gar nicht, zu antworten, nur um ihm die Hoffnung nicht zu nehmen, sich irgendwann so etwas kaufen zu koennen. Abgesehen davon ist so eine Technik hier noch gar nirgends zu finden.
Von Mandalay aus gings dann mit dem Zug nach Hsipaw - ein weiteres Abenteuer. Die Strecke ist ca 400km lang und fuehrt ueber das Gokteik-Viadukt, welches die Hoechste Bruecke Myanmars ist, von den Briten 1899 in Auftrag gegeben und 1900 von einer amerkikanischen Firma gebaut wurde. So alt ist wahrscheinlich auch das Schienennetz, nur hat man die Bruecke vor ein paar Jahren teilweise saniert, das Streckennetz ziemlich sicher noch nicht. Der Zug brauchte fuer die 400km ueber 10 Stunden. Streckenweise rumpelte er auf den Schienen so stark hin und her, dass die Rucksaecke von der Ablage gefallen waeren, haetten wir sie nicht festgebunden und auch durch die Verbindung der Wagen konnte man nicht mehr durchsehen, so sind die bei der Fahrt hin und her geschaukelt. Das blieb unsere einzige Zugfahrt. Busfahren ist da etwas sicherer, aber auch da haben wir einen Beinhazusammenstoss erlebt. Ich hab den Bus schon kippen sehen... Aber es ging zum Glueck alles gut, zumindest fuer den Bus. Der Schreck sass uns aber noch einige Zeit in den Gliedern.
Landschaftlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt, den Zug zu nehmen und betreffend Kontake knuepfen auch. So lernten wir im Zug 2 Paerchen aus Deutschland kennen, mit denen wir eine nette Zeit verbrachten.
In Hsipaw war gerade Pagodenfest, was mit einer Art Rummel oder Kilbi gefeiert wurde. Pagodenfest heisst dort, dass der goldene Schirm oben auf der Pagode ausgetauscht wird. Fuer die Einheimischen war es ein riesen Fest, das ueber 2 bis 3 Tage andauerte. Das Highlight fuer uns auf der Kilbi war aber das von den Einheimischen selbst zusammengezimmerte Riesenrad aus Holzplanken. Einen elektrischen Antrieb gab es nicht, so kletterten die Betreiber fuer jede Runde aufs Rad hoch und betrieben es mit manueller Kraft - teilweise waren es richtige Kunststueckchen, die sie da am Rad betrieben, um es in Schwung zu bringen. Der Ideenreichtum ist bestaunenswert und auch dass kaum etwas passiert. Mit unserer Welt und unseren Sicherheitsstandards und Vorschriften ist das gar nicht vergleichbar.
Wir streunten auch bisschen durch die verschiedenen Pagoden am Stadtrand und durften bei traditionellen Taenzen zusehen und wurden sogar zu Tee und Reisgebaeck eingeladen, was wir als sehr nett empfanden.
Ein weiteres Highlight in Hsipaw war der Besuch des Shan-Palastes. In diesem wohnt immernoch Mr. Donald, der Neffe des letzten Shan Prinzen Sao Kya Seng, mit seiner Familie. Mrs. Donald empfaengt jeden Tag ab 16 Uhr vorbeischauende Touristen und erzaehlt ihnen sehr lebendig von der Geschichte ihrer Familie, was uns einen sehr eindrucksvollen Einblick in die Geschichte Burmas gab.
Von Hsipaw aus nahmen wir dann eine 5 stuendige Fahrt mit einer Art Pickup (groesseres TukTuk) auf uns, die extrem holprig war. Die Strassen sind meist noch im Bau und bestehen mehr oder weniger aus losen Steinen, was zweimal einen Radwechsel notwendig machte. Dennoch war die Stimmung bei allen gut gelaunt. Unterwegs konnten wir auch den Strassenbauarbeiten zusehen, die meist nur mit Menschenkraft vorangehen. Maschinen gibt es kaum und die Frauen tragen die Steine in Koerben auf ihren Koepfen. Unser Ziel war Namshan, von wo aus wir eine 3 taegige Trekkingtour durch die Bergdoerfer zurueck nach Hsipaw unternahmen. Vom Guesthouse in Namshan bekamen wir eine Liste mit allen Doerfern, wo wir durchkommen mussten und so gings los. Immer wenn wir nicht weiter wussten, konnten wir die Einheimischen fragen, in welche Richtung das naechste Dorf liegt, wo wir hin wollten. Das funktionierte sehr gut. In der ersten Nacht uebernachteten wir in einer Monastery, wo die Moenche und Nonnen uns sehr freundlich aufnahmen. Inzwischen kommen da 2 bis 5 Touristen jeden Tag durch. Von daher sind sie auf Gaeste vorbereitet. Sie kochten uns das leckerste Essen, was wir in Myanmar bis dahin bekommen haben und es war mehr als wir haetten essen koennen. Geschlafen haben wir in einem grossen Saal, der den Nonnen auch als Lagerraum diente. Einziger Nachteil am Ganzen war, dass das Licht scheinbar zentral gesteuert wird und erst gegen 22.30 Uhr geloescht und schon gegen 4.30 Uhr morgens wieder angezuendet wird. Am naechsten Morgen nahmen wir noch an dem Gebet der Moenche teil, der auch recht viele Dorfbewohner beiwohnten. Der gemeinsame Gesang aller Betenden klang wundervoll. Was uns nicht schlecht erstaunte, war, dass am Ende des Gebets ein aelterer Mann Bonbons (Zeltli) in die Menge warf. Die wurden von den Dorfbewohnern auch eingesammelt und entweder grad vernascht oder in die Brotbox verstaut. Zum Fruehstueck gesellten sich dann ein paar Moenche zu uns, die etwas Englisch konnten und unbedingt mit uns reden wollten. Dabei erfuhren wir eingiges ueber das Leben der Moenche. Nach abschliessender Fotosession, die die Moenche mit ihrer eigenen Kamera angeregt hatten, nahmen wir Abschied und machten uns wieder auf den Weg. Am ersten und zweiten Tag liefen wir je 10 Stunden - bergauf, bergab und ueber staubige und steinige Wege. Es war etwas muehsam und entsprechend muede fuehlten wir uns auch, aber die Landschaft und die Aussicht waren super schoen und jeden Schritt wert. Am hoechsten Punkt waren wir auf 1700m uber Meer. Die zweite Nacht verbrachten wir in einem Homestay bei einem jungen einheimischen Paerchen, das uns ebenfalls sehr nett empfing und lecker bewirtete. Aber am eindreucklichsten dort war zu sehen, wie dir Dorfbewohner dort leben. Es gibt im Dorf zwei Wasserstellen, an denen sich die Leute waschen koennen - Duschen, Zaehne putzen .. Geduscht wird meist im Rock, da es keinerlei Vorhang oder Kabine gibt. Dann gibt es im Wald eine kleine Holzhuette mit Plumsklo, die einzige die ich ausmachen konnte und die mir gezeigt wurde. Dennoch wird Koerperhygiene gross geschrieben. Man sieht abends sehr viele Leute an den Brunnen und Kinder, die sich die Zaehne putzen.
Am nachsten Morgen bekam unsere Gastwirtin eine Lebensmittellieferung aus Hsipaw, so standen 5 oder 6 Mopeds schoen aufgereiht vor dem Haus und jedes voll beladen mit Lebensmitteln. Wenn man weiss, was fuer "Strassen" die Mopeds hinter sich haben, gebuehrt ihnen mein voller Respekt!
Von Hsipaw aus nahmen wir dann den Nachtbus nach Nyaungshe, zum Inle Lake. Dort unternahmen wir einen Tagesausflug mit einem Boot, der ganz nett und entspannt war. Das skurriliste was wir auf diesem Ausflug erlebt haben, war ein "Wunderheiler" auf einem Wochenmarkt. Der hatte einen Affenschaedel, diverse Gebisse, Knochen und Geweihe von Tieren in eine Schuessel getan und mit einer Fluessigkeit aufgefuellt. Mit Hilfe eines Mikrophons machte er auf sich aufmerksam, wie es bei uns teilweise die Waschmittel und Kuechengeraeteverkaufer auf dem Markt machen. Dann fuellte er die Fluessigkeit in kleine Flaschen ab und verkaufte es als Medizin fuer 1000 Kyat an die Einheimischen. Unglaublich, wieviele das kauften. Fuer manche sind 1000 Kyat ein Tagesverdienst!
Als wir abends mit dem Boot zurueck kamen, winkte uns ein Paerchen, das wir im Zug nach Hsipaw kennengelernt hatten entgegen. Was fuer eine Wiedersehensfreude! So verbrachten wir noch einen netten Abend zusammen.
Vom Inle-See ging es dann ins zauberhafte Bagan. Da wir beide gesundheitlich immernoch etwas angeschlagen waren, nahmen wir uns fuer einen Tag eine Pferdekutsche und fuhren so ziemlich alle bekannten Tempel in Bagan ab. Die sind vor allem von aussen sehr eindruecklich und ganz gut erhalten bzw. restauriert. Noch eindruecklicher ist es aber, alle Tempel von einem Aussichtspunkt zu bestaunen. Es gibt unzaehlige. Ungefaehr 55 Koenige haben sich dort Denkmaeler gesetzt. In Bagan hielt es uns 2 Tage. Dann ging es weiter nach Yangoon. Die Stadt selbst fanden wir nicht wirklich schoen. Es ist einfach ein Tor fuer Touristen und die Situation betreffend der Unterkuenfte empfand ich dort am schlimmsten. Wir hatten zwar ein Zimmer reserviert, konnten aber nicht im bleiben, da das Guesthouse fuer die naechsten Tage schon komplett ausgebucht war. So verbrachten wir nochmal einige Zeit mit der Suche nach einem Zimmer. Auch dort ist es so, dass die Zimmer entweder unmoegliche Loecher sind (stickig, klein, ohne Fenster oder schon recht runtergekommen) oder es ist bereits alles voll. Unter 35 USD ist selbst so ein Loch ohne Fenster oft nicht zu bekommen! Wir fanden nach einigem suchen, was ganz akzeptables fuer 38 USD die Nacht!
Von Yangoon aus flogen wir nach Kuala Lumpur. Die Stadt steht in voelligem Gegensatz zu Myanmar - eigentlich kann man es gar nicht vergleichen. Es sind zwei verschiedene Welten. Aber es tut gut mal wieder etwas westlichere Luft zu schnuppern. Die letzten 4 Wochen stehen im Zeichen der Erholung, so bleiben wir jetzt sicher noch 2 Wochen in Malaysia auf irgendeiner der Inseln, bevor es dann nach Thailand weiter geht.
Aktuell sind wir auf Pulau Redang, einer wunderschoenen Insel an der Ostkueste von Malaysia.
Hier noch der Link zu den Myanmar-Bildern.
Myanmar-Bilder
Liebe Gruesse von den zwei Reisenden,
Silvan und Katja
Montag, 18. Februar 2013
Erholung in Laos
Hallo
In Vientiane mussten wir uns zuerst mal an das gemaechliche laengsamere Leben der Laoten gewoehnen.
Auf den Strassen war auch viel weniger los und es wird nicht gehupt - was schon fast alleine ein Grund zur Erholung ist! Was jedoch schwieriger wurde, war das ueberqueren der Strassen, da hier viel mehr Autos unterwegs sind, jedoch kaum Motorraeder (zumindest im Gegensatz zu Vietnam).
In der Hauptstadt Laos haben wir uns gut verkoestigen koennen in all den feinen und auch einigermassen guenstigen eher westlichen Restaurants. Der eigentliche Grund jedoch wieso wir nach Vientiane gekommen waren, war unser Visum fuer Myanmar welches wir noch in irgend einer Myanmar-Botschaft besorgen mussten.
So gings mit dem Fahrrad zur birmanischen Botschaft wo man uns mitteilte, dass es 4 Arbeitstage dauert, (was wir eigentlich schon wussten) nach einigen Notluegen von wegen bereits gebuchte Fluege usw.... konnten wir fuer je 10$ extra unser Visum am naechsten Tag abholen!
Manchmal ist eben Korruption schon ganz praktisch... Zumal wir den Ausflug in den Nationalpark streichen mussten, da uns das Geld reute fuer diese Tour.
Die eigentliche Attraktion - die wilden Elefanten seien seit ueber zwei Jahren nicht mehr gesichtet worden, nachdem Wilderer ca. 7 Tiere von den ohnehin stark dezimierten Herden (ca 70 Tiere insgesamt) geschlachtet haben. Es ist leider immer noch so, dass Thais, Chinesen usw. horende Summen fuer solche Tiere bezahlen, da "Medizinische Heilmittel" von diesen Tieren scheinbar fuer saemtliche Leiden Heilung verspricht.... - Idioten!!
Daher kam uns diese Visabeschleunigung extrem entgegen und wir konnten 2 Tage frueher weiterreisen.
Was fuer mich noch gelegen kam, da ich nur 14Tage in Laos bleiben darf, dies jedoch Visa-Gebuehrenfrei als Schweizer - Katja musste 30$ fuers Visum bezahlen.
Bevor wir weiterreisten, schauten wir uns noch diverse Sehenswuerdigkeiten in der Stadt an (wie so ueblich Tempel, alte Gebaeude, Tempel, Tempel und eine Art Arce de Triomphe.
Den rest der Zeit sassen wir in gemuetlichen Restaurants und genossen das Leben - was wir ohnehin oft machen! :-)
Auf der ersten Busreise erlebten wir dann die so oft gehoerte Laos-Zeit....
Es stand ein Bus vor unserem Hostel - auf die Frage ob das unserer sei wurden wir weggewiesen, kurze Zeit spaeter kam einer um uns dann fuer den gleichen Bus abzuholen.
Abfahrtszeit war offiziell um 09.00, wir standen dann ueber eine Stunde da und keiner wusste genau wieso und warum - die einen atestierten noch, dass sie doch einen VIP Bus gebucht haetten!!
Tatsache ist hier, dass man alles moegliche fuer einen Zuschlag buchen kann, dann aber am Ende mit all den anderen im gleichen Bus sitzt - sofern es denn genuegend Sitze hat!! :-)
Wir sind dann jedenfalls in Vang Vieng ca. 5h spaeter angekommen, wo ein Lastwagen stand und uns ins Zentrum fahren sollte - gratis wie versprochen wurde.... - tatsaechlich war dieser Service kostenlos, dies verblueffte nicht nur uns!
Vang Vieng war oder ist fuer sein Tubing bekannt, man sitzt in einen aufgeblasenen Reifen (wie im Alpamare) und laesst sich vom Fluss hinuntertreiben.
Voellig "ueberraschenderweise" gab es duzende Bars wo man jegliche Drogen kaufen konnte - so starben (hauptsaechlich ertranken diese im Fluss) jedes Jahr etliche jugendliche.
Scheinbar machte dann die australische Regierung druck auf die laotische, sodass dem Treiben ein Ende gesetzt wurde und alle Bars entlang der Tubingstrecke entfernt werden mussten.
Dies wiederum bedeutete jedoch fuer die kleine Stadt den Verlust seiner "Hauptattraktion" und somit einen Einbruch der Besucherzahlen (vorallem die jungen trinkfreudigen Australier).
Auch in Vang Vieng gab es viele Restaurant mit so kleinen Sitzecken mit Kissen wie man sie aus Schischa-Bars kennt, so kann man gemuetliche Stunden darin verbringen dem Tubing auf dem Fluss und die Umgebung zu beobachten.
Auch wir machten dann das Tubing noch - der Fluss ist nur ca. 0.5m Tief und meistens ziemlich langsam, so brauchten wir ca. 3h fuer die 3km. Fuer uns fast unvorstellbar wo und wie man da ertrinken kann, wenn man dann jedoch die Leute am spaeteren Nachmittag im Dorf aus dem Wasser steigen sieht (meist unter Mithilfe anderer) dann kann man sich dies schon ganz gut vorstellen! (die Leute bringen einfach den eigenen Alkohol mit auf die Strecke oder starten schon voellig betrunken).
In Vang Vieng trafen wir dann noch einige Deutsch wo wir einige Bier und einen lokalen Schnaps beim letzten Abendessen teilten. Leider konnte mein Magen diesen Schnaps nicht verdauen und so lies ich mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen...
Am naechsten Tag gings dann nach Luang Prabang weiter - ich hatte immer noch einen sturmen Kopf und war daher sowas von froh, dass Katja immer darauf besteht NICHT mit Minibussen zu fahren!
Tja nur diesesmal hats uns erwischt... "jaja klar es ist ein grosser Bus!"... und zwar fuer 16 Leute - also ein Minibus!!! **grrrrr** Ich konnte dann das Fruehstueck bis zum ersten Stopp mitnehmen, wusste jedoch dass die restliche Strecke extrem kurvenreich sein wuerde.
Katja kam dann mit einer Reisekrankheitstablete an, welche mir dann das Fruehstueck doch noch sicherte bis Luang Prabang.
So schlecht es mir auch ging auf dieser Fahrt, so atemberaubend war die Gegend wo wir langfuhren.
In Laos Leben ca. 6 Mio Menschen verteilt auf einer Flaeche von ca. 5mal der Schweiz - es gibt also sehr viele Landesteile welche sehr duenn besiedelt sind.
Der Strasse entlang befanden sich auch immer wieder kleine Doerfer wo die Leute (v.a. Frauen) mehrheitlich in ihren Trachten unterwegs waren - die Zeit scheint an gewissen Orten stehen geblieben zu sein.
Irgenwie als ob man eine Zeitreise im Bus macht - absolut unvergesslich!
In Luang Prabang schlenderten wir durch die Strassen und schauten uns das kleine Staedchen an, auch hier eine absolut relaxte und ruhige Atmosphaere (hier nicht wegen den Drogen...)
Am letzten Tag fuhren wir dann noch zu einem Wasserfall - wie so haeufig war auch dieser nicht so eindruecklich, da es halt nicht Regenzeit ist, was jedoch einmalig war, waren die ganzen Pools mit klar kristallblauem Wasser, einige Pools luden sogar zum baden im kalten Wasser ein.
Die Farbe war teilweise so tuerkis, dass man glaubt die Bilder seien bearbeitet.
Die Stadt selbst liegt am Mekong und auf diesem wollten wir auch weiter zum Grenzuebergang von Thailand.
Da der Mekong in diesem Gebiet nicht ein Grenzfluss ist, mussten wir zwei Tage Flussaufwarts fahren um an die Thailaendische Grenze zu gelangen. Auch hier gab es wieder viele Anbieter und so versuchten wir im Internet Infos zu kriegen. Da fand man aber die schlimmsten Storries und uebelsten Reiseberichte (klar nur einige von vielen Reisenden).
Kurz gesagt wir hatten eine fantastische Zeit auf dem Fluss. Die Reise ging an beiden Tagen ca. 9h eine lange Zeit aber wenn man sich mit anderen reisenden unterhalten kann vergeht diese wie im Fluge.
Zudem kam wieder die Umgebung welche diese Reise zu einem speziellen Erlebniss fuer uns gemacht hat.
An den Ufern konnte man den Leuten beim Fischen, Waschen, Pflanzen, Ernten, Tiere hueten, Gold schuerfen! usw. beobachten.
Nachdem wir den Mekong bereits in drei Laendern gesehen hatten und uns dieser immer wieder beeindruckte mit all dem Leben dass dieser Fluss den Menschen spendet, verliessen wir diesmal nicht nur Laos sondern auch den Mekong fuer diese Reise.
Von der Grenze gings dann mit einem lockalen, lottrigen Bus nach Chiang Rai, welches fuer uns die erste Station bedeutete im Norden von Thailand.
In diesen Gebieten leben noch viele Minderheiten in den Bergdoerfern welche wir mit einer Tour besuchen wollten. So buchten wir eine 2-Tages Tour inkl. einer Uebernachtung in einem Bergdorf.
Die Reise startete mit einer Fahrt zu den "Long-Neck" (lang Hals), welche den Karen angehoeren.
Diese Kultur lebt scheinbar nicht mehr in Thailand sondern nur noch in Myanmar - zu touristischen Zwecken wurde speziell dafuer Doerfer im Norden von Thailand aufgebaut.
Fuer uns hinterlies dies gemischte Gefuehle, es war zwar interresant die Leute zu sehen und einiges ueber sie zu erfahren, jedoch fuehlte es sich wie im Zoo an!
Im naechsten Dorf fand gerade das Neujahrsfeste statt, die Lahu Leute stammen aus der chinesischen Kultur und feiern daher das chinesische Neujahr welches je nach Ort zwischen 3-10Tage gefeiert wird.
So werden zu diesem Anlass diverse Schweine geschlachtet und einen Haufen Schnaps vernichtet.
Wir wurden in ein Haus gebeten, wo schon lokale ein ziemliches Fressgelage hatten, der Schweinekopf und ein Teil der Hinterlaeufe lagen unmittelbar neben dem in Schalen servierten Essen.
Zum Glueck wurde dies dann in die Kueche geschaffen, ansonsten haetti ich kaum was runtergekriegt!
Dannach machten wir uns zu fuss auf eine ca. 3stuendige, steile Wanderung hoch zu einem Akha Dorf wo auch unsere Uebernachtung war. Der Weg fuehrte uns durch nie endende Bambuswaelder vorbei an einem anderen Lahu Dorf. Woot unser Guide meinte dann, dass wir am Abend hier her kommen koennten, wenn wir den Neujahrsfestivitaet beiwohnen moechten. Da es jedoch heisst, man soll nur an Festen teilnehmen wo man eingeladen ist, und dieser Ort resp. auch die Menschen nicht mal gegruesst haben in dem Dorf (was in diesen Bergdorfern rar ist!) entschieden wir uns dann den Aktivitaeten fern zu bleiben.
Am naechsten Tag gings dann wieder zurueck, die Hitze war wieder unaushaltbar und so kam es uns gelegen, dass uns die immernoch feiernden Leute in den Dorfern auf ein Bier einluden. Woot wusste jedoch um die Gastfreundschaft der Leute und so versuchte er gewisse Haeuser zu meiden um nicht schon am Mittag betrunken durch den Wald torkeln zu muessen....
In den Doerfern wird immer wieder Feuerwerk gezuendet, teilweise auch Boeller welche die Dosen fast kippen laesst auf den Tischen. So werden hier Sprengkoerper von Kindern gezuendet welche bei uns nur ein lizensierter Sprengmeister erwerben koennte!
Das Mittagessen kochte er uns dann mitten im Wald - alles wurde aus Bambus gemacht, Teller, Loeffel, Becher ja sogar Esstaebchen hat er uns geschnitzt.
Zurueck in Chaing Rai waren wir dann beide ziemlich kaputt von den zwei Tagen - vorallem die Hitze war so erdrueckend, dass man gar nicht genug trinken konnte (WASSER!).
So verbrachten wir noch einen Tag in der Stadt wo wir dann auch prompt in einer Bar etwas laenger haengen blieben.....
Von Chiang Rai gings weiter nach Chiang Mai - diese Stadt steht glaube ich auf jedem nordlichen Ausflugstrip. Wir dachten immer im hohen Norden von Thailand sei es kuehler.... Tatsache ist dass wir versuchen uns von Ventilator zu Ventilator zu bewegen, auch Nachts wirds nicht wirklich kuehl....
komisch wenn man denkt, dass Hanoi etwa gleich noerdlich liegt, jedoch ca. 20Grad kuehlere Temperaturen hat.
Von Chiang Mai aus sind wir dann mit einem Motorrad (5.-/Tag) fuer vier Tage durch die Berge gefahren und haben einen Rundkurs von ca. 600km gemacht. Die Landschaft ist vorallem mit Wald ueberzogen, welcher teilweise bis in die steilsten Haengen abgeholzt wird um noch Mais oder sonst was anzupflanzen.
Jetzt verbringen wir noch die letzten Tage hier in Chiang Mai, bevors dann morgen mit dem Nachtzug nach
Bangkok geht wo uns der Flieger nach Mandalay in den noerdlichen Teil Myanmars bringen wird.
Ueber Myanmar haben wir schon viel Infos von anderen Reisenden bekommen (nicht nur gutes) und so sind wir gespannt wie es in diesem Land aussehen wird.
Liebe Gruesse
Katja und Silvan
Laos-Bilder
Thailand-Bilder
In Vientiane mussten wir uns zuerst mal an das gemaechliche laengsamere Leben der Laoten gewoehnen.
Auf den Strassen war auch viel weniger los und es wird nicht gehupt - was schon fast alleine ein Grund zur Erholung ist! Was jedoch schwieriger wurde, war das ueberqueren der Strassen, da hier viel mehr Autos unterwegs sind, jedoch kaum Motorraeder (zumindest im Gegensatz zu Vietnam).
In der Hauptstadt Laos haben wir uns gut verkoestigen koennen in all den feinen und auch einigermassen guenstigen eher westlichen Restaurants. Der eigentliche Grund jedoch wieso wir nach Vientiane gekommen waren, war unser Visum fuer Myanmar welches wir noch in irgend einer Myanmar-Botschaft besorgen mussten.
So gings mit dem Fahrrad zur birmanischen Botschaft wo man uns mitteilte, dass es 4 Arbeitstage dauert, (was wir eigentlich schon wussten) nach einigen Notluegen von wegen bereits gebuchte Fluege usw.... konnten wir fuer je 10$ extra unser Visum am naechsten Tag abholen!
Manchmal ist eben Korruption schon ganz praktisch... Zumal wir den Ausflug in den Nationalpark streichen mussten, da uns das Geld reute fuer diese Tour.
Die eigentliche Attraktion - die wilden Elefanten seien seit ueber zwei Jahren nicht mehr gesichtet worden, nachdem Wilderer ca. 7 Tiere von den ohnehin stark dezimierten Herden (ca 70 Tiere insgesamt) geschlachtet haben. Es ist leider immer noch so, dass Thais, Chinesen usw. horende Summen fuer solche Tiere bezahlen, da "Medizinische Heilmittel" von diesen Tieren scheinbar fuer saemtliche Leiden Heilung verspricht.... - Idioten!!
Daher kam uns diese Visabeschleunigung extrem entgegen und wir konnten 2 Tage frueher weiterreisen.
Was fuer mich noch gelegen kam, da ich nur 14Tage in Laos bleiben darf, dies jedoch Visa-Gebuehrenfrei als Schweizer - Katja musste 30$ fuers Visum bezahlen.
Bevor wir weiterreisten, schauten wir uns noch diverse Sehenswuerdigkeiten in der Stadt an (wie so ueblich Tempel, alte Gebaeude, Tempel, Tempel und eine Art Arce de Triomphe.
Den rest der Zeit sassen wir in gemuetlichen Restaurants und genossen das Leben - was wir ohnehin oft machen! :-)
Auf der ersten Busreise erlebten wir dann die so oft gehoerte Laos-Zeit....
Es stand ein Bus vor unserem Hostel - auf die Frage ob das unserer sei wurden wir weggewiesen, kurze Zeit spaeter kam einer um uns dann fuer den gleichen Bus abzuholen.
Abfahrtszeit war offiziell um 09.00, wir standen dann ueber eine Stunde da und keiner wusste genau wieso und warum - die einen atestierten noch, dass sie doch einen VIP Bus gebucht haetten!!
Tatsache ist hier, dass man alles moegliche fuer einen Zuschlag buchen kann, dann aber am Ende mit all den anderen im gleichen Bus sitzt - sofern es denn genuegend Sitze hat!! :-)
Wir sind dann jedenfalls in Vang Vieng ca. 5h spaeter angekommen, wo ein Lastwagen stand und uns ins Zentrum fahren sollte - gratis wie versprochen wurde.... - tatsaechlich war dieser Service kostenlos, dies verblueffte nicht nur uns!
Vang Vieng war oder ist fuer sein Tubing bekannt, man sitzt in einen aufgeblasenen Reifen (wie im Alpamare) und laesst sich vom Fluss hinuntertreiben.
Voellig "ueberraschenderweise" gab es duzende Bars wo man jegliche Drogen kaufen konnte - so starben (hauptsaechlich ertranken diese im Fluss) jedes Jahr etliche jugendliche.
Scheinbar machte dann die australische Regierung druck auf die laotische, sodass dem Treiben ein Ende gesetzt wurde und alle Bars entlang der Tubingstrecke entfernt werden mussten.
Dies wiederum bedeutete jedoch fuer die kleine Stadt den Verlust seiner "Hauptattraktion" und somit einen Einbruch der Besucherzahlen (vorallem die jungen trinkfreudigen Australier).
Auch in Vang Vieng gab es viele Restaurant mit so kleinen Sitzecken mit Kissen wie man sie aus Schischa-Bars kennt, so kann man gemuetliche Stunden darin verbringen dem Tubing auf dem Fluss und die Umgebung zu beobachten.
Auch wir machten dann das Tubing noch - der Fluss ist nur ca. 0.5m Tief und meistens ziemlich langsam, so brauchten wir ca. 3h fuer die 3km. Fuer uns fast unvorstellbar wo und wie man da ertrinken kann, wenn man dann jedoch die Leute am spaeteren Nachmittag im Dorf aus dem Wasser steigen sieht (meist unter Mithilfe anderer) dann kann man sich dies schon ganz gut vorstellen! (die Leute bringen einfach den eigenen Alkohol mit auf die Strecke oder starten schon voellig betrunken).
In Vang Vieng trafen wir dann noch einige Deutsch wo wir einige Bier und einen lokalen Schnaps beim letzten Abendessen teilten. Leider konnte mein Magen diesen Schnaps nicht verdauen und so lies ich mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen...
Am naechsten Tag gings dann nach Luang Prabang weiter - ich hatte immer noch einen sturmen Kopf und war daher sowas von froh, dass Katja immer darauf besteht NICHT mit Minibussen zu fahren!
Tja nur diesesmal hats uns erwischt... "jaja klar es ist ein grosser Bus!"... und zwar fuer 16 Leute - also ein Minibus!!! **grrrrr** Ich konnte dann das Fruehstueck bis zum ersten Stopp mitnehmen, wusste jedoch dass die restliche Strecke extrem kurvenreich sein wuerde.
Katja kam dann mit einer Reisekrankheitstablete an, welche mir dann das Fruehstueck doch noch sicherte bis Luang Prabang.
So schlecht es mir auch ging auf dieser Fahrt, so atemberaubend war die Gegend wo wir langfuhren.
In Laos Leben ca. 6 Mio Menschen verteilt auf einer Flaeche von ca. 5mal der Schweiz - es gibt also sehr viele Landesteile welche sehr duenn besiedelt sind.
Der Strasse entlang befanden sich auch immer wieder kleine Doerfer wo die Leute (v.a. Frauen) mehrheitlich in ihren Trachten unterwegs waren - die Zeit scheint an gewissen Orten stehen geblieben zu sein.
Irgenwie als ob man eine Zeitreise im Bus macht - absolut unvergesslich!
In Luang Prabang schlenderten wir durch die Strassen und schauten uns das kleine Staedchen an, auch hier eine absolut relaxte und ruhige Atmosphaere (hier nicht wegen den Drogen...)
Am letzten Tag fuhren wir dann noch zu einem Wasserfall - wie so haeufig war auch dieser nicht so eindruecklich, da es halt nicht Regenzeit ist, was jedoch einmalig war, waren die ganzen Pools mit klar kristallblauem Wasser, einige Pools luden sogar zum baden im kalten Wasser ein.
Die Farbe war teilweise so tuerkis, dass man glaubt die Bilder seien bearbeitet.
Die Stadt selbst liegt am Mekong und auf diesem wollten wir auch weiter zum Grenzuebergang von Thailand.
Da der Mekong in diesem Gebiet nicht ein Grenzfluss ist, mussten wir zwei Tage Flussaufwarts fahren um an die Thailaendische Grenze zu gelangen. Auch hier gab es wieder viele Anbieter und so versuchten wir im Internet Infos zu kriegen. Da fand man aber die schlimmsten Storries und uebelsten Reiseberichte (klar nur einige von vielen Reisenden).
Kurz gesagt wir hatten eine fantastische Zeit auf dem Fluss. Die Reise ging an beiden Tagen ca. 9h eine lange Zeit aber wenn man sich mit anderen reisenden unterhalten kann vergeht diese wie im Fluge.
Zudem kam wieder die Umgebung welche diese Reise zu einem speziellen Erlebniss fuer uns gemacht hat.
An den Ufern konnte man den Leuten beim Fischen, Waschen, Pflanzen, Ernten, Tiere hueten, Gold schuerfen! usw. beobachten.
Nachdem wir den Mekong bereits in drei Laendern gesehen hatten und uns dieser immer wieder beeindruckte mit all dem Leben dass dieser Fluss den Menschen spendet, verliessen wir diesmal nicht nur Laos sondern auch den Mekong fuer diese Reise.
Von der Grenze gings dann mit einem lockalen, lottrigen Bus nach Chiang Rai, welches fuer uns die erste Station bedeutete im Norden von Thailand.
In diesen Gebieten leben noch viele Minderheiten in den Bergdoerfern welche wir mit einer Tour besuchen wollten. So buchten wir eine 2-Tages Tour inkl. einer Uebernachtung in einem Bergdorf.
Die Reise startete mit einer Fahrt zu den "Long-Neck" (lang Hals), welche den Karen angehoeren.
Diese Kultur lebt scheinbar nicht mehr in Thailand sondern nur noch in Myanmar - zu touristischen Zwecken wurde speziell dafuer Doerfer im Norden von Thailand aufgebaut.
Fuer uns hinterlies dies gemischte Gefuehle, es war zwar interresant die Leute zu sehen und einiges ueber sie zu erfahren, jedoch fuehlte es sich wie im Zoo an!
Im naechsten Dorf fand gerade das Neujahrsfeste statt, die Lahu Leute stammen aus der chinesischen Kultur und feiern daher das chinesische Neujahr welches je nach Ort zwischen 3-10Tage gefeiert wird.
So werden zu diesem Anlass diverse Schweine geschlachtet und einen Haufen Schnaps vernichtet.
Wir wurden in ein Haus gebeten, wo schon lokale ein ziemliches Fressgelage hatten, der Schweinekopf und ein Teil der Hinterlaeufe lagen unmittelbar neben dem in Schalen servierten Essen.
Zum Glueck wurde dies dann in die Kueche geschaffen, ansonsten haetti ich kaum was runtergekriegt!
Dannach machten wir uns zu fuss auf eine ca. 3stuendige, steile Wanderung hoch zu einem Akha Dorf wo auch unsere Uebernachtung war. Der Weg fuehrte uns durch nie endende Bambuswaelder vorbei an einem anderen Lahu Dorf. Woot unser Guide meinte dann, dass wir am Abend hier her kommen koennten, wenn wir den Neujahrsfestivitaet beiwohnen moechten. Da es jedoch heisst, man soll nur an Festen teilnehmen wo man eingeladen ist, und dieser Ort resp. auch die Menschen nicht mal gegruesst haben in dem Dorf (was in diesen Bergdorfern rar ist!) entschieden wir uns dann den Aktivitaeten fern zu bleiben.
Am naechsten Tag gings dann wieder zurueck, die Hitze war wieder unaushaltbar und so kam es uns gelegen, dass uns die immernoch feiernden Leute in den Dorfern auf ein Bier einluden. Woot wusste jedoch um die Gastfreundschaft der Leute und so versuchte er gewisse Haeuser zu meiden um nicht schon am Mittag betrunken durch den Wald torkeln zu muessen....
In den Doerfern wird immer wieder Feuerwerk gezuendet, teilweise auch Boeller welche die Dosen fast kippen laesst auf den Tischen. So werden hier Sprengkoerper von Kindern gezuendet welche bei uns nur ein lizensierter Sprengmeister erwerben koennte!
Das Mittagessen kochte er uns dann mitten im Wald - alles wurde aus Bambus gemacht, Teller, Loeffel, Becher ja sogar Esstaebchen hat er uns geschnitzt.
Zurueck in Chaing Rai waren wir dann beide ziemlich kaputt von den zwei Tagen - vorallem die Hitze war so erdrueckend, dass man gar nicht genug trinken konnte (WASSER!).
So verbrachten wir noch einen Tag in der Stadt wo wir dann auch prompt in einer Bar etwas laenger haengen blieben.....
Von Chiang Rai gings weiter nach Chiang Mai - diese Stadt steht glaube ich auf jedem nordlichen Ausflugstrip. Wir dachten immer im hohen Norden von Thailand sei es kuehler.... Tatsache ist dass wir versuchen uns von Ventilator zu Ventilator zu bewegen, auch Nachts wirds nicht wirklich kuehl....
komisch wenn man denkt, dass Hanoi etwa gleich noerdlich liegt, jedoch ca. 20Grad kuehlere Temperaturen hat.
Von Chiang Mai aus sind wir dann mit einem Motorrad (5.-/Tag) fuer vier Tage durch die Berge gefahren und haben einen Rundkurs von ca. 600km gemacht. Die Landschaft ist vorallem mit Wald ueberzogen, welcher teilweise bis in die steilsten Haengen abgeholzt wird um noch Mais oder sonst was anzupflanzen.
Jetzt verbringen wir noch die letzten Tage hier in Chiang Mai, bevors dann morgen mit dem Nachtzug nach
Bangkok geht wo uns der Flieger nach Mandalay in den noerdlichen Teil Myanmars bringen wird.
Ueber Myanmar haben wir schon viel Infos von anderen Reisenden bekommen (nicht nur gutes) und so sind wir gespannt wie es in diesem Land aussehen wird.
Liebe Gruesse
Katja und Silvan
Laos-Bilder
Thailand-Bilder
Sonntag, 27. Januar 2013
interessant war's in Vietnam
Hallo zusammen,
wir haben Vietnam nach ca. 5 Wochen Reisezeit wieder verlassen und sind gestern in Vientiane (Laos) angekommen. Die letzten 2 Wochen haben wir wie geplant im noerdlichen Teil des Landes verbracht. So zog es uns von Kontum aus ueber Danang nach Hoi An. Die 7 stuendige Minibusfahrt ueber die kurvenreichen mit Nebel ueberzogenen Berge hatte es wieder in sich und brachte sogar 3 Vietnamesen zum Erbrechen - bessere Transportmoeglichkeiten gibt es im Hochland leider nicht. Ich hoffe einfach, dass ist nur in Vietnam so. So langsam macht sich bei mir naemlich Platzangst breit. In Danang angekommen, nahmen wir den lokalen Bus nach Hoi An, in dem die naechste Herausforderung auf uns wartete. Der Ticketverkaeufer im Bus wollte einen fuer hier enorm hohen Fahrpreis von uns und drohte uns mit Rauswurf aus dem Bus. Da die Busse alle 30 Minuten fahren, sahen wir dem noch ganz entspannt entgegen. Wobei ich sagen muss, dass mich solche Situationen immernoch recht stressen, waehrend Silvan immer recht gelassen bleiben kann. Er hielt ihm 40.000 Dong hin (ca. 2 CHF), statt den verlangten 100.000 Dong. Waehrend der Fahrt kam er immer wieder und verlangte das Geld, nahm aber die 40.000 Dong nicht an. In Hoi An kurz vorm Busterminal kam er dann zum vierten oder fuenften mal und sagte nur noch "Money", schnappte sich die 40.000 Dong und liess uns aussteigen. In Hoi An erfuhren wir, dass der regulaere Preis bei 25.000 Dong pro Person lag. Das ist glaub das erste Mal wo wir tatsaechlich weniger zahlten als regulaer gewesen waere. Ich hab Silvan mega bewundert fuer seine Hartnaeckigkeit! Auf der Rueckfahrt hatten wir eine Kassiererin, die ohne Probleme zu machen, den regulaeren Preis verlangte. Frauen sind hier tatsaechlich viel ehrlicher als Maenner, obwohl es auch solche gibt, die es versuchen zu betruegen. So passierte es uns in Ninh Binh, dass eine alte Frau von uns den 10fachen Betrag verlangte fuer die Ueberquerung einer von den Einheimischen selbst gebauten Bruecke aus schwimmenden Faessern mit Holzbrettern darauf. Wir waren mit dem Motorrad unterwegs und am Ende der Bruecke stand sie mit ihren vielen 1000 und 2000 Dong Scheinen in der Hand. Ich wollte ihr 2000 Dong geben (fuer die Faehren zahlten wir nie mehr als 1000), aber sie kramte einen 10.000 Dong Schein hervor und zeigte uns damit, dass wir 10.000 zahlen sollen. Da sie die 2.000 partout nicht annehmen wollte und diskutieren wegen der fehlenden Sprachkenntnisse nicht moeglich war, sagte ich Silvan, er soll sonst einfach fahren, was er auch tat. Die Frau hielt uns beide an der Jacke fest, kam aber gegen das Motorrad nicht an. So fuhren wir ohne zu zahlen. Eben, manchmal ist es muehsam. Aber die schoenen Erlebnisse und Erfahrungen ueberwiegen zum Glueck bei weitem.
Hoi An ist zwar eine sehr touristische aber auch sehr schoene und bunte Stadt, die mit ihren vielen kleinen alten Haeusern und Gassen recht viel Charme mitbringt. Wir trafen hier beim Abendessen einen Reisenden wieder, den wir im Hochland mal kurz am Elefantenwasserfall kennengelernt hatten und verbrachen mit ihm einige Zeit. Er empfahl uns, die Marmorberge bei Hoi An zu besichtigen, die eigentlich gar nicht auf unserem Plan standen, aber tatsaechlich sehr imposant waren. Sie sind durchzogen von mehreren Hoehlen in denen Altaere und teilweise sogar ganze Tempel stehen, die zu Kultzwecken genutzt wurden. Vor allem die groesste der Grotten war mit ihren 2 Tempeln und bunten Figuren malerisch. In den Souvenirshops vor den Hoehlen wurden jede Menge Marmorstatuen verkauft und in den Hinterhoefen konnten wir sehen, wie diese teilweise unter Verwendung von Kreissaegen hergestellt wurden.
Von Hoi An aus unternahmen wir noch eine Tagestour nach My Son, die alte Hauptstadt der Cham. Von der Stadt selber ist das meiste durch den Vietnamkrieg zerstoert worden. Das Highlight der Tour war beinah unser Guide, der mit Militaerstiefeln, Uniform und vietnamesischen Militaerhut bekleidet durch und durch Kommunist zu sein schien. Immer wieder verwies er auf den Krieg und darauf wieviele Vietnamesen durch die Amerikaner umgekommen sind und wieviele Bomben auf My Son abgeworfen wurden, immer gefolgt von "zu viele, zu viele". Ueber die Tempelstadt selber gab es nur wenige Informationen. Die Franzosen haben sie in der ersten Haelfte des 20. Jhd. wieder entdeckt und ausgegraben und leider auch mehrere Koepfe von Statuen mitgenommen um sie im Louvre auszustellen. Das wurde vom Guide auch mehrmals erwaehnt. Aber dass sie die Wiederentdeckung der Stadt nur den Franzosen zu verdanken haben und selbst gar keine Anstrengungen unternommen haetten ihr kulturelles Erbe zu pflegen, das wird verschwiegen... Ja nu, interessant war der Ausflug dennoch.
Von Hoi An aus ging es dann weiter nach Hue - diesmal mit dem Zug, da die Strecke als landschaftlich sehr schoen im Reisefuehrer beschrieben stand. Wir loesten ein Ticket fuer Auslaender und bekamen Plaetze in einem streng nach Durian riechenden Abteil - hm... Manche der Insassen sind darin ganze 2 Tage unterwegs um von Saigon nach Hanoi zu fahren. Wir postierten uns waehrend der 2 stuendigen Fahrt nach Hue im Gang am Fenster und genossen die Aussicht bei frischer Luft. Trotz allem ist Zug fahren sicher angenehmer als mit dem Minibus.
In Hue sind die groessten Touristenattraktionen die weitestgehend zerstoerte Zitadelle und Kaiserstadt, die momentan wieder aufgebaut bzw. restauriert wird und die umliegenden Kaisergraeber von denen wir nur eines (Tu Duc) besucht haben. Es ist sicher wert mal in 5 Jahren nach Bildern der Kaiserstadt zu recherchieren. Momentan ist wirklich vieles noch zerstoert - in manchen Waenden sind sogar noch Einschussloecher vom Krieg zu sehen. Ich nehm an, in 5 Jahren ist die ganze Kaiserstadt wieder aufgebaut und wird zu einer der groessten Touristenattraktionen Vietnams.
Von Hue aus unternahmen wir noch eine Tagestour in die demilitarisierte Zone, die uns zu einer amerikanischen Militaerbasis fuehrte und zu einem Teil des Ho Chi Minh Pfades, der heute als Fernverkehrsstrasse genutzt wird. Letzte Station der Tour war ein Soldatenfriedhof auf dem nur nordvietnamesische Soldaten bestattet wurden. Suedvietnamesischen Soldaten wird diese Ehre nicht zuteil - sie wurden wie "normale" Menschen ausserhalb begraben.
Von Hue aus testeten wir dann den Nachtbus, um nach Ninh Binh zu kommen - eine recht komfortable Option. Lang hielt es uns in Ninh Binh aber nicht, da das Wetter immernoch kalt und regnerisch war. Und ohne Heizung ist es auch drinnen kalt. Wir machten einen Ausflug in die trockene Ha Long Bucht (Tam Coc) wo Frauen das Kanu mit den Fuessen rudern und die Landschaft neugierig auf die tatsaechliche Ha Long Bucht macht. Die haben wir dann von der Insel Cat Ba aus erkundet inkl. einer einstuendigen Fahrt zu zweit im Kajak. ;-))
Cat Ba ist eine der groesseren Inseln in der Ha Long Bucht mit einer verhaeltnismaessig kleinen Stadt die fast nur aus Hotels besteht. Einen Nationalpark gibt es dort auch, in dem es auch Hornbills zu sehen geben soll. Wir haben eine eintaegige Trekkingtour durch den Park unternommen, waren aber in so einer grossen Gruppe unterwegs, dass die Chance, Tiere zu sehen, recht klein war. Dennoch, landschaftlich war es beeindruckend.
Von Cat Ba aus gings dann in die Hauptstadt Vietnams - nach Hanoi. Die Stadt ist verrueckt und beeindruckend zugleich. Das Verkehrschaos erreicht hier seinen Hoehepunkt. Es sind tausende Roller unterwegs und alle fahren wie sie grad moegen und so wie grad Platz ist. Die Gehwege sind zugeparkt mit Rollern oder vollgestellt mit Waren der ansaessigen Laeden oder mit Imbisstaenden. So ist man gezwungen, groesstenteils auf der Strasse zu laufen und sich immer wieder vor den Rollern in Acht zu nehmen. Die Strasse ueberqueren heisst, im gleichmaessigen Tempo voran laufen, so dass die Rollerfahrer kalkulieren koennen wie schnell man voran kommt und um einen herum fahren koennen. Begleitet wird das Chaos von staendigem gehupe. Ein wirklich entspannter Stadtspaziergang ist schlicht unmoeglich! Dennoch hat Hanoi Charme, da noch recht viele alte Haeuser und kleine Gassen erhalten sind. In vielen der Haeuser findet man lange Korridore, die in irgendeinen Hinterhof fuehren, was jedes Mal faszinierend anzuschauen war. Es ist als wuerden sie in eine andere geheime Welt fuehren die sich im Unsichtbaren abspielt.
Wir haben in Hanoi das Wasserpuppentheater besucht, was schon vor vielen Jahrhunderten erfunden wurde und dessen Showbuehne damals Reisfelder waren. Es war sehr interessant und farbenfroh gemacht. Wir waren unter anderem auch im Ho Chi Minh Trail Museum, was ein Zeugnis davon ist, was passiert, wenn Museen nicht von irgendwelchen Touren angesteuert werden. Das Museum selbst ist sehr aufwaendig gemacht und sehr informativ, aber momentan dem Verfall geweiht, da es kaum Besucher dorthin zieht. Der Putz blaettert von den Waenden und ihm Treppenaufgang hat sich der Schimmel breit gemacht. Wir waren zumindest am Vormittag die einzigen Gaeste fuer die der Dokumentarfilm angestellt und das Licht angeschalten wurde.
Noch faszinierender als die Museen ist aber das taegliche Leben der Stadtbewohner, die auf ihren Rollern Lasten befoerdern, die bei uns den Kofferraum eines kleinen PkW's fuellen wurden, ihre Waren auf der Strasse verkaufen, auf der Strasse kochen, Haare schneiden oder buegeln.
Mit diesen Eindruecken verliessen wir Hanoi mit dem Nachtbus Richtung Vientiane (Laos). Ein letztes Mal erfuhren wir, wie Auslaender in Vietnam beim Transport wie 2. Klasse Menschen behandelt werden. Sie zahlen generell mehr und bekommen die schlechtesten Plaetze zugewiesen. So durften wir (gilt fuer alle auslaend. Reisenden) erst den Bus besteigen, als alle Einheimischen ihren Platz gefunden haben. Dennoch war die 20 stuendige Fahrt angenehmer als erwartet. Auch an der Grenze zu Laos ging es zwar etwas chaotisch zu und Einheimische wurden bei der Ausreise aus Vietnam bevorzugt waehrend die Auslaender immer wieder warten mussten, alles in allem aber ok.
Jetzt freuen wir uns auf 2 Wochen Laos und sind gespannt, was das Land fuer uns bereit haelt. Vientiane ist fuer eine Hauptstadt recht klein und angenehm ruhig, was nach Hanoi eine Wohltat ist.
Bis bald,
Silvan & Katja
Fotolink: https://picasaweb.google.com/silli081/VietnamTeil202?authuser=0&authkey=Gv1sRgCOTr05yO08jCWQ&feat=directlink
wir haben Vietnam nach ca. 5 Wochen Reisezeit wieder verlassen und sind gestern in Vientiane (Laos) angekommen. Die letzten 2 Wochen haben wir wie geplant im noerdlichen Teil des Landes verbracht. So zog es uns von Kontum aus ueber Danang nach Hoi An. Die 7 stuendige Minibusfahrt ueber die kurvenreichen mit Nebel ueberzogenen Berge hatte es wieder in sich und brachte sogar 3 Vietnamesen zum Erbrechen - bessere Transportmoeglichkeiten gibt es im Hochland leider nicht. Ich hoffe einfach, dass ist nur in Vietnam so. So langsam macht sich bei mir naemlich Platzangst breit. In Danang angekommen, nahmen wir den lokalen Bus nach Hoi An, in dem die naechste Herausforderung auf uns wartete. Der Ticketverkaeufer im Bus wollte einen fuer hier enorm hohen Fahrpreis von uns und drohte uns mit Rauswurf aus dem Bus. Da die Busse alle 30 Minuten fahren, sahen wir dem noch ganz entspannt entgegen. Wobei ich sagen muss, dass mich solche Situationen immernoch recht stressen, waehrend Silvan immer recht gelassen bleiben kann. Er hielt ihm 40.000 Dong hin (ca. 2 CHF), statt den verlangten 100.000 Dong. Waehrend der Fahrt kam er immer wieder und verlangte das Geld, nahm aber die 40.000 Dong nicht an. In Hoi An kurz vorm Busterminal kam er dann zum vierten oder fuenften mal und sagte nur noch "Money", schnappte sich die 40.000 Dong und liess uns aussteigen. In Hoi An erfuhren wir, dass der regulaere Preis bei 25.000 Dong pro Person lag. Das ist glaub das erste Mal wo wir tatsaechlich weniger zahlten als regulaer gewesen waere. Ich hab Silvan mega bewundert fuer seine Hartnaeckigkeit! Auf der Rueckfahrt hatten wir eine Kassiererin, die ohne Probleme zu machen, den regulaeren Preis verlangte. Frauen sind hier tatsaechlich viel ehrlicher als Maenner, obwohl es auch solche gibt, die es versuchen zu betruegen. So passierte es uns in Ninh Binh, dass eine alte Frau von uns den 10fachen Betrag verlangte fuer die Ueberquerung einer von den Einheimischen selbst gebauten Bruecke aus schwimmenden Faessern mit Holzbrettern darauf. Wir waren mit dem Motorrad unterwegs und am Ende der Bruecke stand sie mit ihren vielen 1000 und 2000 Dong Scheinen in der Hand. Ich wollte ihr 2000 Dong geben (fuer die Faehren zahlten wir nie mehr als 1000), aber sie kramte einen 10.000 Dong Schein hervor und zeigte uns damit, dass wir 10.000 zahlen sollen. Da sie die 2.000 partout nicht annehmen wollte und diskutieren wegen der fehlenden Sprachkenntnisse nicht moeglich war, sagte ich Silvan, er soll sonst einfach fahren, was er auch tat. Die Frau hielt uns beide an der Jacke fest, kam aber gegen das Motorrad nicht an. So fuhren wir ohne zu zahlen. Eben, manchmal ist es muehsam. Aber die schoenen Erlebnisse und Erfahrungen ueberwiegen zum Glueck bei weitem.
Hoi An ist zwar eine sehr touristische aber auch sehr schoene und bunte Stadt, die mit ihren vielen kleinen alten Haeusern und Gassen recht viel Charme mitbringt. Wir trafen hier beim Abendessen einen Reisenden wieder, den wir im Hochland mal kurz am Elefantenwasserfall kennengelernt hatten und verbrachen mit ihm einige Zeit. Er empfahl uns, die Marmorberge bei Hoi An zu besichtigen, die eigentlich gar nicht auf unserem Plan standen, aber tatsaechlich sehr imposant waren. Sie sind durchzogen von mehreren Hoehlen in denen Altaere und teilweise sogar ganze Tempel stehen, die zu Kultzwecken genutzt wurden. Vor allem die groesste der Grotten war mit ihren 2 Tempeln und bunten Figuren malerisch. In den Souvenirshops vor den Hoehlen wurden jede Menge Marmorstatuen verkauft und in den Hinterhoefen konnten wir sehen, wie diese teilweise unter Verwendung von Kreissaegen hergestellt wurden.
Von Hoi An aus unternahmen wir noch eine Tagestour nach My Son, die alte Hauptstadt der Cham. Von der Stadt selber ist das meiste durch den Vietnamkrieg zerstoert worden. Das Highlight der Tour war beinah unser Guide, der mit Militaerstiefeln, Uniform und vietnamesischen Militaerhut bekleidet durch und durch Kommunist zu sein schien. Immer wieder verwies er auf den Krieg und darauf wieviele Vietnamesen durch die Amerikaner umgekommen sind und wieviele Bomben auf My Son abgeworfen wurden, immer gefolgt von "zu viele, zu viele". Ueber die Tempelstadt selber gab es nur wenige Informationen. Die Franzosen haben sie in der ersten Haelfte des 20. Jhd. wieder entdeckt und ausgegraben und leider auch mehrere Koepfe von Statuen mitgenommen um sie im Louvre auszustellen. Das wurde vom Guide auch mehrmals erwaehnt. Aber dass sie die Wiederentdeckung der Stadt nur den Franzosen zu verdanken haben und selbst gar keine Anstrengungen unternommen haetten ihr kulturelles Erbe zu pflegen, das wird verschwiegen... Ja nu, interessant war der Ausflug dennoch.
Von Hoi An aus ging es dann weiter nach Hue - diesmal mit dem Zug, da die Strecke als landschaftlich sehr schoen im Reisefuehrer beschrieben stand. Wir loesten ein Ticket fuer Auslaender und bekamen Plaetze in einem streng nach Durian riechenden Abteil - hm... Manche der Insassen sind darin ganze 2 Tage unterwegs um von Saigon nach Hanoi zu fahren. Wir postierten uns waehrend der 2 stuendigen Fahrt nach Hue im Gang am Fenster und genossen die Aussicht bei frischer Luft. Trotz allem ist Zug fahren sicher angenehmer als mit dem Minibus.
In Hue sind die groessten Touristenattraktionen die weitestgehend zerstoerte Zitadelle und Kaiserstadt, die momentan wieder aufgebaut bzw. restauriert wird und die umliegenden Kaisergraeber von denen wir nur eines (Tu Duc) besucht haben. Es ist sicher wert mal in 5 Jahren nach Bildern der Kaiserstadt zu recherchieren. Momentan ist wirklich vieles noch zerstoert - in manchen Waenden sind sogar noch Einschussloecher vom Krieg zu sehen. Ich nehm an, in 5 Jahren ist die ganze Kaiserstadt wieder aufgebaut und wird zu einer der groessten Touristenattraktionen Vietnams.
Von Hue aus unternahmen wir noch eine Tagestour in die demilitarisierte Zone, die uns zu einer amerikanischen Militaerbasis fuehrte und zu einem Teil des Ho Chi Minh Pfades, der heute als Fernverkehrsstrasse genutzt wird. Letzte Station der Tour war ein Soldatenfriedhof auf dem nur nordvietnamesische Soldaten bestattet wurden. Suedvietnamesischen Soldaten wird diese Ehre nicht zuteil - sie wurden wie "normale" Menschen ausserhalb begraben.
Von Hue aus testeten wir dann den Nachtbus, um nach Ninh Binh zu kommen - eine recht komfortable Option. Lang hielt es uns in Ninh Binh aber nicht, da das Wetter immernoch kalt und regnerisch war. Und ohne Heizung ist es auch drinnen kalt. Wir machten einen Ausflug in die trockene Ha Long Bucht (Tam Coc) wo Frauen das Kanu mit den Fuessen rudern und die Landschaft neugierig auf die tatsaechliche Ha Long Bucht macht. Die haben wir dann von der Insel Cat Ba aus erkundet inkl. einer einstuendigen Fahrt zu zweit im Kajak. ;-))
Cat Ba ist eine der groesseren Inseln in der Ha Long Bucht mit einer verhaeltnismaessig kleinen Stadt die fast nur aus Hotels besteht. Einen Nationalpark gibt es dort auch, in dem es auch Hornbills zu sehen geben soll. Wir haben eine eintaegige Trekkingtour durch den Park unternommen, waren aber in so einer grossen Gruppe unterwegs, dass die Chance, Tiere zu sehen, recht klein war. Dennoch, landschaftlich war es beeindruckend.
Von Cat Ba aus gings dann in die Hauptstadt Vietnams - nach Hanoi. Die Stadt ist verrueckt und beeindruckend zugleich. Das Verkehrschaos erreicht hier seinen Hoehepunkt. Es sind tausende Roller unterwegs und alle fahren wie sie grad moegen und so wie grad Platz ist. Die Gehwege sind zugeparkt mit Rollern oder vollgestellt mit Waren der ansaessigen Laeden oder mit Imbisstaenden. So ist man gezwungen, groesstenteils auf der Strasse zu laufen und sich immer wieder vor den Rollern in Acht zu nehmen. Die Strasse ueberqueren heisst, im gleichmaessigen Tempo voran laufen, so dass die Rollerfahrer kalkulieren koennen wie schnell man voran kommt und um einen herum fahren koennen. Begleitet wird das Chaos von staendigem gehupe. Ein wirklich entspannter Stadtspaziergang ist schlicht unmoeglich! Dennoch hat Hanoi Charme, da noch recht viele alte Haeuser und kleine Gassen erhalten sind. In vielen der Haeuser findet man lange Korridore, die in irgendeinen Hinterhof fuehren, was jedes Mal faszinierend anzuschauen war. Es ist als wuerden sie in eine andere geheime Welt fuehren die sich im Unsichtbaren abspielt.
Wir haben in Hanoi das Wasserpuppentheater besucht, was schon vor vielen Jahrhunderten erfunden wurde und dessen Showbuehne damals Reisfelder waren. Es war sehr interessant und farbenfroh gemacht. Wir waren unter anderem auch im Ho Chi Minh Trail Museum, was ein Zeugnis davon ist, was passiert, wenn Museen nicht von irgendwelchen Touren angesteuert werden. Das Museum selbst ist sehr aufwaendig gemacht und sehr informativ, aber momentan dem Verfall geweiht, da es kaum Besucher dorthin zieht. Der Putz blaettert von den Waenden und ihm Treppenaufgang hat sich der Schimmel breit gemacht. Wir waren zumindest am Vormittag die einzigen Gaeste fuer die der Dokumentarfilm angestellt und das Licht angeschalten wurde.
Noch faszinierender als die Museen ist aber das taegliche Leben der Stadtbewohner, die auf ihren Rollern Lasten befoerdern, die bei uns den Kofferraum eines kleinen PkW's fuellen wurden, ihre Waren auf der Strasse verkaufen, auf der Strasse kochen, Haare schneiden oder buegeln.
Mit diesen Eindruecken verliessen wir Hanoi mit dem Nachtbus Richtung Vientiane (Laos). Ein letztes Mal erfuhren wir, wie Auslaender in Vietnam beim Transport wie 2. Klasse Menschen behandelt werden. Sie zahlen generell mehr und bekommen die schlechtesten Plaetze zugewiesen. So durften wir (gilt fuer alle auslaend. Reisenden) erst den Bus besteigen, als alle Einheimischen ihren Platz gefunden haben. Dennoch war die 20 stuendige Fahrt angenehmer als erwartet. Auch an der Grenze zu Laos ging es zwar etwas chaotisch zu und Einheimische wurden bei der Ausreise aus Vietnam bevorzugt waehrend die Auslaender immer wieder warten mussten, alles in allem aber ok.
Jetzt freuen wir uns auf 2 Wochen Laos und sind gespannt, was das Land fuer uns bereit haelt. Vientiane ist fuer eine Hauptstadt recht klein und angenehm ruhig, was nach Hanoi eine Wohltat ist.
Bis bald,
Silvan & Katja
Fotolink: https://picasaweb.google.com/silli081/VietnamTeil202?authuser=0&authkey=Gv1sRgCOTr05yO08jCWQ&feat=directlink
Sonntag, 13. Januar 2013
zweimal Neujahr
Hallo Zusammen
Ich hoffe Ihr seid ebenfalls alle gut ins neue Jahr gestartet in diesem Sinne
im nachhinein "es guets Neus".
Da hier in Vietnam oder besser gesagt in allen Laendern mit Chinesischem Einfluss auch das Chinesische Neujahr gefeiert wird, werden wir am 10.Februar nochmals Neujahr feiern koennen.
Zudem schreibt Thailand ja das Jahr 2555 - was auch auf jedem Ticket fuer Nationalparks usw. gedruckt ist.
Von Kabotscha aus sind wir dann ueber die Grenze nach Vietnam eingereist, zum Glueck war die Ausreise aus Kambodscha weniger turbulent als die Einreise.
Intressant war auch der Grenzuebergang zu sehen. Auf der kambodaschanischen Seite ein Wellblechcontainer, in der "Wilden Zone" ein Kasino nach dem andern und auf der vietnamesischen Seite ein relativ ansehliches Gebaeude - dies sagt schon so einiges ueber den vergleich der beiden Laender.
In Ha Tien der Grenzstadt aber auch Hafenstadt auf der Seite von Vietnam haben wir dann halt gemacht um unsere Weihnachtszeit zu planen.So buchten wir aus Angst nichts mehr zu bekommen auf der, bei den Einheimischen sehr populaeren, Phu Quoc Insel.
Bei einem Rundgang durch den Ort wurden wir am Abend von Einheimischen spontan zum Kindergeburtstag eingeladen. Es steht wie so haeufig ein Zelt mitten auf der Strasse, so wie auch bei den Heiratsfestern, und irgendwie scheint jeder eingeladen zu sein.
Es mag sich jetzt so mancher denken, Kindergeburtsag **Gaehn**, dabei geht es jedoch nur um den Grund fuer ein Fest mit viel und gutem Essen und viel Alkohol in Form von Bier oder dem lokalen Reisschnapps der ganz schoen einheizt.
Da wir eigentlich gerade auf dem Weg zum Essen waren, kam uns das natuerlich gelegen, uns wurden die Schuessel und Glaeser gefuellt und staendig kam da der Weinshot......
Nach etwa einer Stunde waren wir froh, dass wir uns ein paar bereits betrunkenen Einheimischen anschliessen konnten und den Tisch wieder verlassen. Einer am Tisch konnte ein bisschen Englisch - dies machte die Verstaendigung einwenig einfacher :-)
Mit der Faehre gings dann zur Insel, da aber unsere Unterkunft auf der anderen Inselseite lag was ca. 15km weg war, waren wir auf die lokalen Transporte angewiesen die sich natuerlich ab all den auslaendischen Touristen die Hanede rieben.
Ich war dann nicht bereit die 3$ pro Person zu bezahlen da mir dies viel zu teuer schien! nach einer Stunde warten bekamen wir dann auch prompt ein Transport fuer 2.5$ pro Person - Hey das ist schon ein Bier hier!!
Unser Bungalow in einer Anlage direkt am Mehr mit schoenem Badestrand kostete uns 20$ - wir goennten uns jedoch diesen Luxus ueber die Festtage :-)
Fuer Weihnachten fanden wir sogar ein richtiges Kaesefondue beim Schweizer inkl. Rotwein - oke da war die Unterkunft ein Schnaeppchen dagegen....
Weihgnachten wird hier eigentlich gar nicht gefeiert, jedoch hat sich die lokale Bevoelkerung und vorallem diejenigen die eher westlich orientiert sind dazu entschieden dieses Feste ebenfalls in den Terminkalender zu nehmen - wo jedoch kein Tourismus ist sieht man kaum was davon.
Witzig ist dass ueberall Schnee und Eissterne an den Schaufenster kleben, sowie Schneemaenner die Passanten angrinsen ohne dass jeh ein Einheimischer hier Schnee gesehen hat..:-)
Uns zog es dann schon bald wieder zum Festland wo wir durchs Mekongdelta Richtung Ho Chi Minh City (oder einfach Saigon) reisten. Das Mekongdelta wird eigentlich eher wenig individuell bereist da es von ueberall her Touren gibt - wirchtig ist dass man weiss wo die meisten Touren hinfuehren, denn da sollte man nicht umbedingt hin!
Nachdem wir im Bus in Ha Tien schon das erste mal beschissen worden sind, war der erste gute Eindruck von Vietnam wieder etwas verflogen. Eigenltich ist es jedesmal dasselbe wer mehr geduld hat gewinnt und da der Bussfahrer uns aus dem Bus schmeissen wollte (immer vom Moto-Taxifahrer uebersetzt), wenn wir nicht vor der Fahrt den Preis (natuerlich voellig ueberhoeht - jedoch soviel wie alle andern Auslaender im Bus....) bezahlten.
Ich war dann wirklich der Meinung dass er uns rausschmeisst und wir bazahlten- der Busbegleiter gab darauf hin unserem Moto-Taxi nochmals etwas Geld - was uns bestaetigte dass wir uebers Ohr gehauen wurden.
Unser Weg fuehrte uns nach Long Xuyen, Sa Dec und Vinh Long - dies war ziemlich abseits der normalen Touren, die Verstandigung gestaltete sich als ziemlich schwierig und wir konnten die Uebersetzungslisten die mir Katja auf Weihnachten geschenkt hatte seht gut gebrauchen. Auf der anderen Seite kriegten wir Maerkte und schwimmende Maerkte zu sehen wo eher wir die Attraktion waren als der Markt selbst.
Nach einer abenteuerlichen Reise mit Boot, Moto, Bus und Stadtbus kamen wir dann ziemlich genau da an wo wir hinwollten in Saigon.
Im einen Stadtbus wollten sie fuer unser Gepaeck den doppelten Fahrpreis verlangen, was uns zum sofortigen verlassen unter Kopfschuetteln veranlasste. Nun es gab leider keinen anderen Bus zu dem Ort wo wir hinwollten und so bezahlten wir dann halt den doppelten Tarif (insgesamt 40 Rappen!).
Die Hotels und Hostels in Saigon waren bereits gut gefuellt und so dauerte unsere Unterkunftssuche diesmal etwas laenger - man muss auch dazu sagen, dass viele Zimmer keine Fenster haben und somit schlecht belueftet sind und da die Einheimischen ueberall rauchen, schmecken nicht alle Zimmer soooooo lecker.
An dieser Stelle vielleicht noch kurz eine erlaeuterung der Geschichte in Vietnam - bitte nicht behaften dass alles zu 100% stimmt.... denn auch hier ist die Geschichte alles andere als klar und einfach zu verstehen und es stecken auch heute noch immer viel Emotionen dahinter!
1954 Teilte sich Vietnam oder besser der Sueden (gesponsert von den Europaeer v.a Frankreich, USA, Australien)
vom damahligen Ho Chi Minh Regim welches die rote Farbe trug (gesponsert von China, UDSSR, DDR Nordkorea) ab.
Es gab somit inoffiziell ein Nord und Suedvietnam.
Der Sueden wurde von 1965 bis 1972 hauptsaechlich von den Amerikanern finanziert aber auch mit Truppen resp mit hartem Geschuetz unterstuetzt (u.a. Entlaubungsmittel, Flaechenbombardaments) - nach der Watergateaffaere im eigenen Land wendete sich die USA immer weiter weg vom Krieg ab aufgrund dem wachsenden Druck.
1973 zogen sich die Amerikaner aus dem Krieg zurueck und die Suedvietnamesen mussten sich jetzt selber verteidigen.
1975 wurde fast im Sturm der ganze Sueden vom Norden ueberrannt - am 30.April 1975 fiel Saigon
(Saigon = Kapitalismus / Ho Chi Minh City = Kommunismus) in die Haende vom Norden.
Bis 1986 galt die Planwirtschaft inkl enteignung und Pluenderung von privat Vermoegen der normalen Bevoelkerung (sofern diese ueberhaupt da waren). Nach 1986 wurde das Land wieder an die Bauern zurueckgegeben und dadurch auch die Produktion wieder gesteigert.
Heute steht Vietnam in einigen Sektoren (v.a. Nahrungsmittel) weltweit an der Spitze, so z.B. Kaffe, Tee, Reis, aber auch die Vielfalt der Nahrungsmittel hier ist verblueffend.
Das Land ist jedoch immernoch in fester Kommunistischer Hand und es werden keinerlei Kritik am Regim geduldet ebenso wie Nachfragen uber irgenwelche Projekte enden meist damit dass gewisse Leute in den "Ferien" sind... - dies mal kurz so als Info.
In Saigon schauten wir uns die Stadt noch etwas an und besuchten die Cu Chi Tunnels.
Dieses Tunnelsystem wurden vom Vietcong angelegt und wurde auch von der lockalen Bevoelkerung benutzt, es erstreckt sich mehrere 100 Kilometer und wurde in drei Level zwischen 3-12Meter angelegt.
Die meisten Tunnel sind nur ca. 60cm breit und 1.3m Hoch - so mussten selbst die kleinen Vietcong gebueckt durch die Tunnels gehen. Es verbluefft wie ausgekluegelt das System war, so wurden Holzdeckel bei den versteckten Einstiegen verwendet, dass waehrend der Regenzeit das Holz etwas groesser wurde und somit die Tunneleingaenge abgedichtet hat, Kamine von Kuechen wurden hunderte Meter weiter weg an die Oberflaeche gefuehrt, es wurden Fallen aufgestellt und die Entlueftungsschaechte mit Felsformationen getarnt - zudem wurden diese mit Rassierschaum und Chili bestrichen, sodass die Suchhunde den Geruch nicht wahrnehmen koennen.
Oke - dies wird heute so erzaehlt und die Geschichten die man hier offiziell zue hoeren bekommt, werden sicher nicht pro Amerikanisch oder pro Suedvietnamesisch erzaehlt - auch die Infofilme erinnert eher an Propaganda als wirklich der Tatsache entsprechend.
So gibt es auch nur Massakerplaetze von den Amerikanern zu sehen - klar eine schlimme Sache aber was ist mit denjenigen von den Nordvietnamesen?
Den Sylvestertag verbrachten wir dann nochmals mit einem Rundgang in der Stadt - welche mit ihren Glastuermen einer westlichen Stadt in nichts nachsteht.
Zum Abschluss haben wir uns im "Brotzeit" noch ein Muenchner Weissbier, bei Weisswurst und Wurstteller gegoennt... mitunter das teuerste Abenteuer soweit.
Danach war es bereits um 8 und wir stuerzten uns in die Strassen von Saigon - im Zentrum gab es eine Buehne wo Musik spielte und die Leute tanzten - als wir jedoch nur in der Naehe waren wurde von allen Seiten gedrueckt, man lief nur noch dem Vordermann hinterher sofern dieser sich ueberhaupt bewegte.
Uns war beiden nicht ganz gehaeuer und so waren wir heil froh als wir das gedraenge wieder verlassen konnten - es haette uns nicht verwundert wenn es da noch Tote gegeben haette an diesem Abend!
Bei einigen Bier in einer Strassenkneipe (mit Kinder-stuehlen und Tischen, ist hier voellig normal!) haben wir das alte Jahr ausklingen lassen - und auch das neue eingelaeutet :-)
Die Strassen waren heillos ueberfuellt und die Motorroller bewegten sich bis ca. 1h keinen Zentimeter ehe sich das getuemmel etwas lichtete - etwa 95% der Verkehrsteilnehmer sind hier Motorraeder, Autos eher selten.
Von Saigon sind wir weiter nach Da Lat. Dies ist eine ehemalige Hillstation von den Franzosen und wir konnten auf den 1500m.ue.m erstmals wieder unsere warmen Kleider gebrauchen.
Die Fahrt dorthin haben wir mit einem Fahrer gemacht den ihr wohl im naechsten Jahr in der Formel 1 sehen koennt - hupen links, rechts ueberholen oder einfach fahren und hoffen dass die anderen weg gehen (bremsen ist fuer Anfaenger und gereicht haette es eh niemals) und das mit dem ueberfuellten Kleinbus! - er ist leider nicht der einzige der so faehrt.
In Da Lat haben wir uns entschieden mit den Easy Rider Da Lat eine viertaegige Tour zu machen und dann vom Zielort aus weiter zu reisen.
Wenn ich dies jetzt schreiben wuerde, brauchte ich sicherlich alleine 2h und da das Internet hier dafuer ca. 30 Rappen kosten wurde lass ich das jetzt! - Katja stellt einige Bilder auf den Link - diese sagen viel mehr als tausend Worte!
Kaffee, Tee, Reis, Zuckerrohr, Tapioka, Uebernachtung bei der Mutter des Fahrers , Reisnudelfabrik, Baumwolle, Kautschukplantagen, Erdbeeren, Blumen, Erdnuesse, Drachenfrucht, Passionsfrucht, Ziegelfabrik, Bergvoelker, Duenen, Staudaemme, Pfeffer, Schockolade, Reisweinproduktion usw.
Es war wahrscheinlich die beste und authentischste Erfahrung die wir in unserer Reise bisher erlebt hatten,
mit einem Fahrer der im Vietnamkrieg stand und uns jeden Abend Geschichten aus seinem Leben erzaehlt hatte...
In Lak Lake haben wir dann unsere Tour beendet nach ca. 700km und unvergesslichen Momenten - auch wenn wir fast immer regnerisches oder bedecktes Wetter hatten wird diese Tour fuer uns unvergesslich bleiben.
Von Lak Lake sind wir dann weiter nach Kontum was immer noch im Hochland ist, da wir noch weitere Bergvoelker sehen wollte, so gingen wir heute erneut mit den Motorbikes und dem Guide ins benachbarte Hochland wo diese Staemme leben.
Wir waren nicht wirklich weit von der Stadt entfernt und so ist die Kultur nicht mehr so authentisch wie wir diese auf unserer anderen Reise gesehen haben - nichts desto trotz immer noch sehr eindruecklich.
Nur schon wenn man auf der Strasse (meist nur eine Ansammlung von Schlagloechern jedoch Baumfreie Zone!) den einheimischen entegnet mit ihren traditionellen Kleidern und Werkzeugen vom Feld heimkehrend und da von den kleinen Kindern empfangen weckt ein speziellen Gefuehl in einem.
Wir werden jetzt noch fuer kurze Zeit im Hochland bleiben um dann unsere warmen Kleider wieder fuer kurze Zeit zu verstauen denn in Hanoi wo wir hin wollen sind zur Zeit ca. 10Grad - was jedoch normal ist.
Wir wuenschen euch eine gute Zeit und freuen uns auch immer wieder mal
ueber Nachrichten von Euch.
Liebe Gruess
Katja und Silvan
Link: https://picasaweb.google.com/silli081/VietnamTeil1?authuser=0&authkey=Gv1sRgCM_K_Iqr-dbfLg&feat=directlink
Ich hoffe Ihr seid ebenfalls alle gut ins neue Jahr gestartet in diesem Sinne
im nachhinein "es guets Neus".
Da hier in Vietnam oder besser gesagt in allen Laendern mit Chinesischem Einfluss auch das Chinesische Neujahr gefeiert wird, werden wir am 10.Februar nochmals Neujahr feiern koennen.
Zudem schreibt Thailand ja das Jahr 2555 - was auch auf jedem Ticket fuer Nationalparks usw. gedruckt ist.
Von Kabotscha aus sind wir dann ueber die Grenze nach Vietnam eingereist, zum Glueck war die Ausreise aus Kambodscha weniger turbulent als die Einreise.
Intressant war auch der Grenzuebergang zu sehen. Auf der kambodaschanischen Seite ein Wellblechcontainer, in der "Wilden Zone" ein Kasino nach dem andern und auf der vietnamesischen Seite ein relativ ansehliches Gebaeude - dies sagt schon so einiges ueber den vergleich der beiden Laender.
In Ha Tien der Grenzstadt aber auch Hafenstadt auf der Seite von Vietnam haben wir dann halt gemacht um unsere Weihnachtszeit zu planen.So buchten wir aus Angst nichts mehr zu bekommen auf der, bei den Einheimischen sehr populaeren, Phu Quoc Insel.
Bei einem Rundgang durch den Ort wurden wir am Abend von Einheimischen spontan zum Kindergeburtstag eingeladen. Es steht wie so haeufig ein Zelt mitten auf der Strasse, so wie auch bei den Heiratsfestern, und irgendwie scheint jeder eingeladen zu sein.
Es mag sich jetzt so mancher denken, Kindergeburtsag **Gaehn**, dabei geht es jedoch nur um den Grund fuer ein Fest mit viel und gutem Essen und viel Alkohol in Form von Bier oder dem lokalen Reisschnapps der ganz schoen einheizt.
Da wir eigentlich gerade auf dem Weg zum Essen waren, kam uns das natuerlich gelegen, uns wurden die Schuessel und Glaeser gefuellt und staendig kam da der Weinshot......
Nach etwa einer Stunde waren wir froh, dass wir uns ein paar bereits betrunkenen Einheimischen anschliessen konnten und den Tisch wieder verlassen. Einer am Tisch konnte ein bisschen Englisch - dies machte die Verstaendigung einwenig einfacher :-)
Mit der Faehre gings dann zur Insel, da aber unsere Unterkunft auf der anderen Inselseite lag was ca. 15km weg war, waren wir auf die lokalen Transporte angewiesen die sich natuerlich ab all den auslaendischen Touristen die Hanede rieben.
Ich war dann nicht bereit die 3$ pro Person zu bezahlen da mir dies viel zu teuer schien! nach einer Stunde warten bekamen wir dann auch prompt ein Transport fuer 2.5$ pro Person - Hey das ist schon ein Bier hier!!
Unser Bungalow in einer Anlage direkt am Mehr mit schoenem Badestrand kostete uns 20$ - wir goennten uns jedoch diesen Luxus ueber die Festtage :-)
Fuer Weihnachten fanden wir sogar ein richtiges Kaesefondue beim Schweizer inkl. Rotwein - oke da war die Unterkunft ein Schnaeppchen dagegen....
Weihgnachten wird hier eigentlich gar nicht gefeiert, jedoch hat sich die lokale Bevoelkerung und vorallem diejenigen die eher westlich orientiert sind dazu entschieden dieses Feste ebenfalls in den Terminkalender zu nehmen - wo jedoch kein Tourismus ist sieht man kaum was davon.
Witzig ist dass ueberall Schnee und Eissterne an den Schaufenster kleben, sowie Schneemaenner die Passanten angrinsen ohne dass jeh ein Einheimischer hier Schnee gesehen hat..:-)
Uns zog es dann schon bald wieder zum Festland wo wir durchs Mekongdelta Richtung Ho Chi Minh City (oder einfach Saigon) reisten. Das Mekongdelta wird eigentlich eher wenig individuell bereist da es von ueberall her Touren gibt - wirchtig ist dass man weiss wo die meisten Touren hinfuehren, denn da sollte man nicht umbedingt hin!
Nachdem wir im Bus in Ha Tien schon das erste mal beschissen worden sind, war der erste gute Eindruck von Vietnam wieder etwas verflogen. Eigenltich ist es jedesmal dasselbe wer mehr geduld hat gewinnt und da der Bussfahrer uns aus dem Bus schmeissen wollte (immer vom Moto-Taxifahrer uebersetzt), wenn wir nicht vor der Fahrt den Preis (natuerlich voellig ueberhoeht - jedoch soviel wie alle andern Auslaender im Bus....) bezahlten.
Ich war dann wirklich der Meinung dass er uns rausschmeisst und wir bazahlten- der Busbegleiter gab darauf hin unserem Moto-Taxi nochmals etwas Geld - was uns bestaetigte dass wir uebers Ohr gehauen wurden.
Unser Weg fuehrte uns nach Long Xuyen, Sa Dec und Vinh Long - dies war ziemlich abseits der normalen Touren, die Verstandigung gestaltete sich als ziemlich schwierig und wir konnten die Uebersetzungslisten die mir Katja auf Weihnachten geschenkt hatte seht gut gebrauchen. Auf der anderen Seite kriegten wir Maerkte und schwimmende Maerkte zu sehen wo eher wir die Attraktion waren als der Markt selbst.
Nach einer abenteuerlichen Reise mit Boot, Moto, Bus und Stadtbus kamen wir dann ziemlich genau da an wo wir hinwollten in Saigon.
Im einen Stadtbus wollten sie fuer unser Gepaeck den doppelten Fahrpreis verlangen, was uns zum sofortigen verlassen unter Kopfschuetteln veranlasste. Nun es gab leider keinen anderen Bus zu dem Ort wo wir hinwollten und so bezahlten wir dann halt den doppelten Tarif (insgesamt 40 Rappen!).
Die Hotels und Hostels in Saigon waren bereits gut gefuellt und so dauerte unsere Unterkunftssuche diesmal etwas laenger - man muss auch dazu sagen, dass viele Zimmer keine Fenster haben und somit schlecht belueftet sind und da die Einheimischen ueberall rauchen, schmecken nicht alle Zimmer soooooo lecker.
An dieser Stelle vielleicht noch kurz eine erlaeuterung der Geschichte in Vietnam - bitte nicht behaften dass alles zu 100% stimmt.... denn auch hier ist die Geschichte alles andere als klar und einfach zu verstehen und es stecken auch heute noch immer viel Emotionen dahinter!
1954 Teilte sich Vietnam oder besser der Sueden (gesponsert von den Europaeer v.a Frankreich, USA, Australien)
vom damahligen Ho Chi Minh Regim welches die rote Farbe trug (gesponsert von China, UDSSR, DDR Nordkorea) ab.
Es gab somit inoffiziell ein Nord und Suedvietnam.
Der Sueden wurde von 1965 bis 1972 hauptsaechlich von den Amerikanern finanziert aber auch mit Truppen resp mit hartem Geschuetz unterstuetzt (u.a. Entlaubungsmittel, Flaechenbombardaments) - nach der Watergateaffaere im eigenen Land wendete sich die USA immer weiter weg vom Krieg ab aufgrund dem wachsenden Druck.
1973 zogen sich die Amerikaner aus dem Krieg zurueck und die Suedvietnamesen mussten sich jetzt selber verteidigen.
1975 wurde fast im Sturm der ganze Sueden vom Norden ueberrannt - am 30.April 1975 fiel Saigon
(Saigon = Kapitalismus / Ho Chi Minh City = Kommunismus) in die Haende vom Norden.
Bis 1986 galt die Planwirtschaft inkl enteignung und Pluenderung von privat Vermoegen der normalen Bevoelkerung (sofern diese ueberhaupt da waren). Nach 1986 wurde das Land wieder an die Bauern zurueckgegeben und dadurch auch die Produktion wieder gesteigert.
Heute steht Vietnam in einigen Sektoren (v.a. Nahrungsmittel) weltweit an der Spitze, so z.B. Kaffe, Tee, Reis, aber auch die Vielfalt der Nahrungsmittel hier ist verblueffend.
Das Land ist jedoch immernoch in fester Kommunistischer Hand und es werden keinerlei Kritik am Regim geduldet ebenso wie Nachfragen uber irgenwelche Projekte enden meist damit dass gewisse Leute in den "Ferien" sind... - dies mal kurz so als Info.
In Saigon schauten wir uns die Stadt noch etwas an und besuchten die Cu Chi Tunnels.
Dieses Tunnelsystem wurden vom Vietcong angelegt und wurde auch von der lockalen Bevoelkerung benutzt, es erstreckt sich mehrere 100 Kilometer und wurde in drei Level zwischen 3-12Meter angelegt.
Die meisten Tunnel sind nur ca. 60cm breit und 1.3m Hoch - so mussten selbst die kleinen Vietcong gebueckt durch die Tunnels gehen. Es verbluefft wie ausgekluegelt das System war, so wurden Holzdeckel bei den versteckten Einstiegen verwendet, dass waehrend der Regenzeit das Holz etwas groesser wurde und somit die Tunneleingaenge abgedichtet hat, Kamine von Kuechen wurden hunderte Meter weiter weg an die Oberflaeche gefuehrt, es wurden Fallen aufgestellt und die Entlueftungsschaechte mit Felsformationen getarnt - zudem wurden diese mit Rassierschaum und Chili bestrichen, sodass die Suchhunde den Geruch nicht wahrnehmen koennen.
Oke - dies wird heute so erzaehlt und die Geschichten die man hier offiziell zue hoeren bekommt, werden sicher nicht pro Amerikanisch oder pro Suedvietnamesisch erzaehlt - auch die Infofilme erinnert eher an Propaganda als wirklich der Tatsache entsprechend.
So gibt es auch nur Massakerplaetze von den Amerikanern zu sehen - klar eine schlimme Sache aber was ist mit denjenigen von den Nordvietnamesen?
Den Sylvestertag verbrachten wir dann nochmals mit einem Rundgang in der Stadt - welche mit ihren Glastuermen einer westlichen Stadt in nichts nachsteht.
Zum Abschluss haben wir uns im "Brotzeit" noch ein Muenchner Weissbier, bei Weisswurst und Wurstteller gegoennt... mitunter das teuerste Abenteuer soweit.
Danach war es bereits um 8 und wir stuerzten uns in die Strassen von Saigon - im Zentrum gab es eine Buehne wo Musik spielte und die Leute tanzten - als wir jedoch nur in der Naehe waren wurde von allen Seiten gedrueckt, man lief nur noch dem Vordermann hinterher sofern dieser sich ueberhaupt bewegte.
Uns war beiden nicht ganz gehaeuer und so waren wir heil froh als wir das gedraenge wieder verlassen konnten - es haette uns nicht verwundert wenn es da noch Tote gegeben haette an diesem Abend!
Bei einigen Bier in einer Strassenkneipe (mit Kinder-stuehlen und Tischen, ist hier voellig normal!) haben wir das alte Jahr ausklingen lassen - und auch das neue eingelaeutet :-)
Die Strassen waren heillos ueberfuellt und die Motorroller bewegten sich bis ca. 1h keinen Zentimeter ehe sich das getuemmel etwas lichtete - etwa 95% der Verkehrsteilnehmer sind hier Motorraeder, Autos eher selten.
Von Saigon sind wir weiter nach Da Lat. Dies ist eine ehemalige Hillstation von den Franzosen und wir konnten auf den 1500m.ue.m erstmals wieder unsere warmen Kleider gebrauchen.
Die Fahrt dorthin haben wir mit einem Fahrer gemacht den ihr wohl im naechsten Jahr in der Formel 1 sehen koennt - hupen links, rechts ueberholen oder einfach fahren und hoffen dass die anderen weg gehen (bremsen ist fuer Anfaenger und gereicht haette es eh niemals) und das mit dem ueberfuellten Kleinbus! - er ist leider nicht der einzige der so faehrt.
In Da Lat haben wir uns entschieden mit den Easy Rider Da Lat eine viertaegige Tour zu machen und dann vom Zielort aus weiter zu reisen.
Wenn ich dies jetzt schreiben wuerde, brauchte ich sicherlich alleine 2h und da das Internet hier dafuer ca. 30 Rappen kosten wurde lass ich das jetzt! - Katja stellt einige Bilder auf den Link - diese sagen viel mehr als tausend Worte!
Kaffee, Tee, Reis, Zuckerrohr, Tapioka, Uebernachtung bei der Mutter des Fahrers , Reisnudelfabrik, Baumwolle, Kautschukplantagen, Erdbeeren, Blumen, Erdnuesse, Drachenfrucht, Passionsfrucht, Ziegelfabrik, Bergvoelker, Duenen, Staudaemme, Pfeffer, Schockolade, Reisweinproduktion usw.
Es war wahrscheinlich die beste und authentischste Erfahrung die wir in unserer Reise bisher erlebt hatten,
mit einem Fahrer der im Vietnamkrieg stand und uns jeden Abend Geschichten aus seinem Leben erzaehlt hatte...
In Lak Lake haben wir dann unsere Tour beendet nach ca. 700km und unvergesslichen Momenten - auch wenn wir fast immer regnerisches oder bedecktes Wetter hatten wird diese Tour fuer uns unvergesslich bleiben.
Von Lak Lake sind wir dann weiter nach Kontum was immer noch im Hochland ist, da wir noch weitere Bergvoelker sehen wollte, so gingen wir heute erneut mit den Motorbikes und dem Guide ins benachbarte Hochland wo diese Staemme leben.
Wir waren nicht wirklich weit von der Stadt entfernt und so ist die Kultur nicht mehr so authentisch wie wir diese auf unserer anderen Reise gesehen haben - nichts desto trotz immer noch sehr eindruecklich.
Nur schon wenn man auf der Strasse (meist nur eine Ansammlung von Schlagloechern jedoch Baumfreie Zone!) den einheimischen entegnet mit ihren traditionellen Kleidern und Werkzeugen vom Feld heimkehrend und da von den kleinen Kindern empfangen weckt ein speziellen Gefuehl in einem.
Wir werden jetzt noch fuer kurze Zeit im Hochland bleiben um dann unsere warmen Kleider wieder fuer kurze Zeit zu verstauen denn in Hanoi wo wir hin wollen sind zur Zeit ca. 10Grad - was jedoch normal ist.
Wir wuenschen euch eine gute Zeit und freuen uns auch immer wieder mal
ueber Nachrichten von Euch.
Liebe Gruess
Katja und Silvan
Link: https://picasaweb.google.com/silli081/VietnamTeil1?authuser=0&authkey=Gv1sRgCM_K_Iqr-dbfLg&feat=directlink
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