Donnerstag, 20. Dezember 2012

Li Hei Kambodscha

Susrei  zusammen,

Als wir vor 3 Wochen in Kambodscha eingereist sind und am Grenzuebergang so stark der Korruption begegneten, die uns bis Siem Reap zu verfolgen schien, wollt ich das Land beinah wieder verlassen. Nicht dass es ueberhaupt zur Diskussion gestanden haette, doch jetzt bin ich froh, sind wir geblieben. Neben Angkor Wat hielt dieses Land noch so einige Erlebnisse und Sehenswuerdigkeiten fuer uns parat. So war unsere naechste Station nach Siem Reap die kleine Stadt Pursat, in der wir den Bamboo Train erleben durften und ein kaum touristisches, schwimmendes Dorf auf dem Tonle Sap besucht haben.
Das Streckennetz der Bahn in Kambodscha wurde zwischen 1930 und 1940 von den Franzosen gebaut und seitdem nie wieder erneuert oder in Stand gesetzt. Mittlerweile sind die Gleise so krum und kaputt, dass 2009 der Bahnbetrieb komplett eingestellt wurde. Da die Bahnlinie aber noch gebraucht wird als Transportmittel fuer Reissaecke z.B. oder auch fuer Einheimische die von einem Dorf zum anderen fahren wollen, bauten die Einheimischen sogenannte norys, auch Bambus Zug genannt. Dieser Bambuszug besteht aus vier Eisenbahnraedern und einer 2,5 x 2,5m grossen, darauf liegenden hoelzernen Platform. Angetrieben wird diese Platform mit einem kleinen rostigen Benzinmotor dessen Keilriemen mit einem einfachen Stock gespannt wird. Zum Starten wird ein Seil um die Antriebswelle? gefaedelt und gezogen, so dass der Motor anspringt.  Der nory ist vielleicht 30km pro Stunde schnell und rattert ziemlich laut, wenn er ueber die Gleise faehrt. Manchmal hat es 1 bis 2 cm grosse Luecken im Gleis bei denen es einen heftigen Schlag gibt, wenn die Plattform drueber rollt. Diese Bambuszuege sind offiziell verboten, doch im Reisefuehrer stand, dass man an verschiedenen Orten evtl. mitfahren kann. So fragten wir in Pursat die Einheimischen, die gerade Reissaecke von einer Platform abluden, ob es moeglich ist, mal mitzufahren. Sie ueberlegten kurz, handelten mit uns einen Preis aus und meinten wir sollen am naechsten Morgen um 8 Uhr da sein. Dann koennten wir eine Stunde mitfahren (je eine halbe fuer Hin- und Rueckweg). Es war ein super Abenteuer!! Wir hatten die Plattform auf der Hinfahrt fuer uns allein und rauschten vorbei an Feldern und Doerfern, wo die meisten Haueser aus Holz und auf Stelzen gebaut sind. Meist bestehen die Haueser aus nur einem Raum, manchmal auch 2 bis 3, wobei die Raeume dann nur durch Tuecher oder duenne Bambuswaende abgetrennt sind. Meist sieht man im Haus noch mindestens eine Haengematte, die tagsueber zum Ausruhen genutzt wird. Sonst spielt sich das ganze Leben draussen ab oder unter dem Haus zwischen den Stelzen. Dort sind Waescheleinen gespannt mit trocknender Waesche drauf und es hat kleine Holzplattformen zum Ausruhen. Manchmal dient ein Teil des Platzes unterm Haus auch als Lagerstaette fuer Holz oder als Huehnerstall. Gekocht wird ebenfalls draussen an einer ueberdachten Kochstelle. Erstaunlich fuer uns war, wie aufgeraeumt und sauber es trotz allem unterm und rund ums Haus war. Auch wenn sonst so viel Muell und Plastik rum liegt, um das Haus herum ist es meist gefegt und sauber.
Auf der Rueckfahrt teilten wir die Plattform mit unzaehligen Einheimischen die in die Stadt wollten. Sie stehen einfach am Gleis und warten. Einen Farplan gibt es nicht. Das Prinzip ist aehnlich wie mit den Bussen hier. Die Einheimischen stehen am Strassenrand, warten bis mal ein Bus vorbei faehrt bzw. haelt und steigen ein. Bezahlt wird am Ende der Fahrt. Wir bezahlten fuer die Fahrt sicher 10 Mal so viel wie die Einheimischen, aber das Abenteuer war es uns wert!

Zum schwimmenden Dorf nahmen wir ein Tuk Tuk, was wir uns mit einem belgischen Paerchen teilten, ausser uns wahrscheinlich die einzigen Auslaender in Pursat. Es ist immer wieder schoen, andere Reisende zu treffen und sich auszutauschen und meist trifft man sich zufaellig irgendwo anders wieder. Beide trafen wir nochmal in Kratie und spaeter in Phnom Penh. Sie waren eines von 4 Paerchen die wir immer wieder mal zufaellig an verschiedenen Orten des Landes irgendwo auf der Strasse getroffen haben.
Das schwimmende Dorf ist von daher beeindruckend, da man dort sieht, wie sich Menschen mit ihrer Umgebung in der sie leben, arrangieren koennen. Schwimmendes Dorf heisst, dass alle Bewohner auf einer Art Hausboot leben. Das Dorf hat ca. 1500 Boote, darunter gibt es ein Police-Marine Office auf dessen Stufen, gerade als wir vorbei fuhren, ein Polizist sass, mit einer Schoepfkelle in der Hand Wasser aus dem See schoepfte und sich duschte. Es gibt ein Kirchenboot, eine Tankstelle, ein Boot auf dem grosse Batterien wieder aufgeladen werden, eines wo Eisbloecke hergestellt und gecrusht werden, einen Mobileshop, einen Fischmarkt wo der Fang vom Tag verkauft wird und diverse Boote, wo Gemuese und sonstige Lebensmittel erworben werden koennen. Manche Boote haben sich sogar einen kleinen schwimmenden Garten angelegt oder sind liebevoll bunt bemalt. Einige halten sich sogar Hunde auf ihren Booten – keine Ahnung wo die Gassi gehen mit denen…  Es ist ein buntes Treiben. Es gibt auch ein Schluboot. Wir sahen auch wie Kinder mit einem kleinen Boot von zu Hause abgeholt  und zum Schulboot gefahren wurden. Es ist wie in einer kleinen Stadt, nur dass sich alles auf dem Wasser abspielt.

Waehrend der Regenzeit steigt der Wasserpegel des Tonle Sap um ca. 3m an bzw. sinkt wieder um 3m zur Trockenzeit. So werden die Boote immer zum Beginn und zum Ende der Regenzeit miteinander verteut und zusammen 40km weiter in den See(Trockenzeit) bzw. Richtung Seeufer (Regenzeit) verschoben. Irgendwie kaum vorstellbar, wenn man die Groesse des Dorfes sieht.
Nach Pursat zog es uns mal wieder an den Mekong – diesmal nach Kratie, da man dort die vom Aussterben bedrohten Irrawady Delfine beobachten kann. Anders als die Delfine, wie wir sie ueblicherweise kennen, gleichen diese im Aussehen eher einem kleinen Wal. Bei Kratie gibt es nur noch um die 80 Delfine, die sich auf ca. 190km des Mekong verteilen und viel scheuer sind als Delfine die im Meer leben. Um so erstaunter waren wir, als wir tatsaechlich einige von ihnen sichten konnten. Warum sich die meisten Delfine gerade bei Kratie tummeln, wissen wir nicht, jedoch haben die Einheimischen ein Geschaeft daraus gemacht. Wir konnten ein kleines Boot chartern das uns etwa eine Stunde auf dem Mekong herum schipperte  und super Sicht auf die immer wieder auftauchenden Delfine  gewaehrte. Die Versuche, sie mit der Kamera einzufangen, gaben wir jedoch schnell auf.

In Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, wurden wir mehr denn je mit der juengeren Geschichte des Landes konfrontiert.  Wir besuchten das Tuol Sleng Museum, welches auch S21 genannt wird und zwischen 1975 und 1979 den roten Khmer als Gefaengnis diente. Inhaftiert wurden dort vor allem Kadermitglieder der roten Khmer, denen man vorwarf, sich nicht regimegerecht zu verhalten. Schon das Singen eines Liedes aus der Zeit vor den roten Khmer beispielsweise  fuehrte zur Inhaftierung, sowie das Tragen einer Brille oder die Faehigkeit eine Fremdsprache zu sprechen. Man geht davon aus, dass waehrend der 4 Jahre ca. 17.000 Menschen dort eingesperrt und gefoltert und spaeter auf den Killing Fields (in der Naehe von Phnom Penh) teilweise mit Ackerwerzeug hingerichtet wurden. Tuol Sleng war vor 1975 eine Schule und gleicht in seiner Bauweise den Schulen wie sie heute noch in Phnom Penh genutzt werden.
Auch die Killing Fields besuchten wir. Insgesamt wurden dort ca. 20.000 Menschen (Maenner, Frauen und Babys) umgebracht und in Massengraebern vergraben. Viele der Massengraeber hat man inzwischen ausgehoben, die Knochen analysiert und gesaeubert und in eine Stupa hinter Glasfenster gelegt. Sie dienen dort als Mahnmal – irgendwie ein skurriler Anblick. In der Regenzeit kommen heute noch Knochen und Stoffetzen aus der Erde, die wir auf den Wegen sehen konnten. Einmal im Jahr werden diese vom Personal eingesammelt und in einen Glaskasten gelegt.

Waehrend der roten Khmer-Zeit wurde ein viertel der ganzen Bevoelkerung Kambodschas hingerichtet. Das durchschnittliche Alter der Einwohner heute liegt bei 24 Jahren – es ist tatsaechlich auffaellig dass es sehr viele junge Leute hier gibt. Unser Besuch der Killing Fields und des S21 haben uns dazu bewegt, uns etwas mehr mit der Geschichte des Landes zu befassen. So erfuhren wir auch, dass der erst kuerzlich verstorbene Koenig nicht ganz unschuldig ist an den Geschehnissen waehrend der roten Khmer Zeit, dennoch wird er von den Kambodschanern vereehrt. Da er momentan noch im Koenigspalast aufgebahrt ist, war dieser zur Haelfte fuer die Oeffentlichkeit gesperrt. Wir erfuhren dort aber, dass der Leichnam traditionell 3 Monate aufgebahrt wird bevor man ihn oeffentlich verbrennt. Speziell fuer die Verbrennung des Koenigs wird momentan auf einem oeffentlichen Platz vor dem Palast ein Krematorium gebaut - mit Tribuehnen drum herum. Da das Krematorium bis zum 4. Februar fertig sein muss, wird ununterbrochen daran gearbeitet. Die Arbeiter stellen die Arbeit gegen 10 Uhr abends ein, schlafen unter Plastikplanen auf der Baustelle und setzten die Arbeit am fruehen Morgen fort – sicher ungewohnt und schwer bei der ueblichen Arbeitsmoral die man sonst so beobachtet hier. Das Krematorium und die Tribuehnen werden nach der Verbrennung des Koenigs mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder abgerissen – so hofft es zumindest die Bevoelkerung, da es in der Geschichte bisher wohl immer so war.
Von Phnom Penh aus fuhren wir in den Sueden von Kambodscha, nach Sihanoukville, einen der touristischsten Badeorte des Landes. Im Reisefuehrer stand, dass man dort gut tauchen kann und auch in den Tauchshops vor Ort sagte man uns begeistert, dass die Sicht gerade sehr gut sei und wir Glueck haben. Das veranlasste uns dazu, gleich ein 3 Tages Tauchpackage (2 Tauchgaenge pro Tag) zu buchen mit Uebernachtung auf der Insel Koh Rong. So schnell buchen wir glaub nie wieder ein Package!!  Die ersten 2 Tauchgaenge lagen im Durchschnitt bei 3m, was an sich nicht schlimm ist, aber kaum einen Unterschied zum Schnorcheln macht. Noch schlimmer war die Sicht. Mit 2-3m noch schlimmer als im Bodensee – 2 mal haben wir sogar fast unseren Tauchguide verloren. Die Korallen sind schon ziemlich ausgebleicht um nicht zu sagen abgestorben. Fische sieht man auch kaum. Die Lebensformen, die am meisten vertreten sind, sind Seeigel und Schnecken und weisse Wuermer, die manche Korallen fast komplett bedecken. Es war mega enttaeuschend. Als wir am naechsten Morgen erfuhren, dass wir nochmal an die gleichen Tauchplaetze gehen, weil es so viele Schnorchler an Bord hat und das die besten Schnorchelplaetze sind, waren wir nicht mehr nur enttaeuscht sonder recht wuetend. Wir wollten das Packet stornieren, was zwar ging, aber ohne Geld zurueck. Im Tauchshop fragten wir die Betreiberin, ob sie schon mal woanders getaucht ist, wenn sie das als schoen bezeichnet, was diese wiederum etwas wuetend machte … Letztendlich machten wir die 4 ausstehenden Tauchgaenge noch. Der Tauchshop kam uns so weit entgegen, die letzten beiden Tauchgaenge auf der anderen Seite der Insel zu machen. Diese hat die schoeneren Tauchspots, es braucht aber etwas laenger dorthin zu fahren, daher fahren sie sie so selten an. Ausserdem organisierten sie uns kostenlos ein Fischerboot, was uns vom Tauchboot abholte und am Strand der anderen Inselseite absetzte. Das war ein Entgegenkommen, mit dem wir leben konnten. Die Tauchspots dort waren tatsaechlich etwas besser, die Korallen waren zwar in aehnlich schlechtem Zustand wie auf der Inselseite die dem Festland zugewandt ist, dafuer betrug die Sicht schon ca. 6m! Das Highlight waren 2 Cuttlefische und 2 Stingrays.

Auf der dem Meer zugewandten Inselseite gibt es nur ein paar einfache Bungalows, die man nicht abschliessen kann. Zum Duschen steht ein Fass mit Wasser und eine Schoepfkelle bereit und Strom gibt es nur zwischen 18 und 20.30 Uhr. Dafuer ist es dort total ruhig – keine Bars, keine laute Musik, keine rumtollenden Jugendlichen, einfach nur Sandstrand, ein paar Haengematten, ein kleines Restaurant und nichts weiter – Ruhe pur. Wir blieben dort 2 Tage um zu relaxen. Am ersten Abend waren noch ein paar Backpacker da mit denen wir fuer einen Abend eine kleine Gemeinschaft bildeten. Bei Kerzenschein sassen wir in einer aus ein paar Holzplanken zusammengezimmerten Bar mit Blick aufs Meer, hatten nette Gespraeche und beobachteten die vielen Gluehwuermchen in den Baeumen um uns herum. Gegen Mitternacht gingen wir alle zusammen schwimmen, unter sterenenklarem Himmel. Wer nachts schon mal schwimmen war im Meer bzw. zum Nachttauchen war, kennt sicher den fluoreszierenden Effekt des Planktons. Bei jeder Bewegung die man macht, leuchtet es im Wasser als waeren da ganz viele kleine Sterne. Die Atmosphaere kann ich gar nicht beschreiben – es ist eines der speziellsten Dinge, die ich je erlebt hab.
Unsere letzten Stationen in Kambodscha sind Kampot und Kep,  dort, wo der Pfeffer waechst und es einige Hoehlen zu besichtigen gibt. Wir liehen uns einen Roller und machten einen Ausflug zu den Pfefferplantagen und einer Hoehle die durch einen unterirdischen Tunnel in einem Tempel erreichbar ist. Beides war sehr sehenswert. Ich meine Kampot-Pfeffer kennt man bei uns auch. Wir hatten die Moeglichkeit ihn zu probieren - lecker und ziemlich scharf!

Ausklingen liessen wir den Abend auf einer kleinen Schiffahrt mit Wein, Kaese, frischen Austern und Krabbenbarbequ - man muss es sich auch mal gut gehen lassen. ;-) Wir hatten waehrend der Fahrt ein nettes Gespraech mit einem Amerikaner, wie sich nachher herausstellte Jay Yuenger, den Gitarristen der Metal Band White Zombie. Evtl. kennt die ja jemand von Euch - war aktuell in den 90er Jahren.

Das war's von Kambodscha. Morgen geht es weiter nach Ha Tien, Vietnam. An Weihnachten wollen wir auf der vietnamesischen Insel Phu Quoc sein und an Silvester in Saigon. So zumindest mal die aktuelle Planung. Egal wie es kommt, wir sind jedenfalls sehr gespannt auf das naechste Land.

Wir wuenschen allen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr, sowie Gesundheit und Glueck fuer 2013!
Viele liebe und sonnige Gruesse,
Silvan & Katja
 
Hier noch der Link zu den Bildern: https://picasaweb.google.com/silli081/KambodschaTeil2?authuser=0&authkey=Gv1sRgCITCi-eCjpCN1gE&feat=directlink
 

 

  

Samstag, 8. Dezember 2012

Thailand bis Kambotscha

Hallo Zusammen

Nach einer kleinen Irrfahrt sind wir dann gut in Pak Chong angekommen, irgendwo an der Hauptstrasse ohne auch einen blassen Schimmer von Orientierung zu haben. Unsere Nachfrage mit der Karte wo wir den lang muessen endete bei den Sicherheitsbeamten vom Einkaufszentrum und deren x-mahliges drehen unserer Karte. Wir ahnten schon dass auch diese kein schimmer haben wo wir lang muessen (obwohl wir nur ca. 10km entfernt von unserem Ziel waren).
Geendet hat das Ganze, dass wir am Infoschalter der Mall landeten, eine klimatisierte Sitzgelegenheit angeboten bekamen inkl einer Flasche Wasser!
Ein Kunde nahm uns dann mit seinem Auto, oder besser fahrenden Disco, mit.
Er bot Katja ein Kissen an, damit Sie nicht auf der harten Bass-Boxe (= Rueckbank) hocken muesse – Sie lehnte dankbar ab. Nachdem er jedoch dann die Musik anschaltete und der Bass begann zu droehnen, wuenschte sich Katja stehen zu koennen…. – so kamen wir direkt zu unserer Unterkunft, gratis natuerlich!!

Der Khao Yai (Grosser Berg) Nationalpark ist einer der populaesten N.P in Thailand und auch eines der groessten, wilden und zusammenhaengenden Waldgebiete in ganz Thailand – vorallem fuer Vogelbeobachten muss dies ein echtes Highlight sein – wir kamen jedoch um die wilden Elefanten zu sehen.
Mit einer Tagestour zogen wir los, sie startete mit einer 3h Trekkingtour durch den Tschungel – die Wege schmal und rutschig und ueberall dichtester Urwald.
Der Guide versuchte uns Gibbons und Nashornvoegel (der groesste Vogel in Thailand) zu zeigen und steuerte von einem Feigenbaum zum naechsten, da da die Wahrscheinlichkeit am hoechsten sei.
Als wir an einem guten Spot angekommen waren wo sich Gibbon Affen in den Baumkronen die Baeuche voll schlugen, sich riesen Eichhoernchen (ca. 1m) ueber die Baeume jagden und einige Nashornvoegel in den Baeumen nach Beeren suchten, begann der Regen!
Es war so ein tropischer Regen wie man sich das vorstellt – wie aus Kuebeln! Wir mussten uns zuerst noch den mittlerweile rutschigen Abhang hochkaempfen bevor wir uns entlang der ueberfluteten Wege zu einem Aussichtsturm (mit Dach) schleppen konnten. Nass bis auf die Unterhose (die Innenseite!!) schlotterten wir im trockenen, jedoch windigen Turm. Der Rest der Tour war dann nicht mehr so geniessbar, so waren wir noch froh, dass wir am Abend bei der Nachhausefahrt noch einen wilden Elefantenbullen auf der Strasse sahen, welcher genuesslich die Blaetter von den Baeumen riss und sich unbeeindruckt von den vorbeifahrenden Autos zeigte.

Der eigentliche Grund wieso wie noch in Thailand sind, ist das Loi Krathong Festival (Lichterfestival), welches jedes Jahr zum 12.Vollmond im Jahr gefeierst wird, da es in Ayutthaya (ja da waren wir schon mal) speziell gefeiert wird entschieden wir uns nochmals zurueck zu kehren.
Katja baute uns in filigraner Handarbeit ein kleines huebsches Floesschen, welches mit Blumen und Kerzen geschmueckt wird und dann bei Vollmond in den Fluss ausgesetzt wird begleitet von Boellern, Raketen und kleinen Heissluftbalonen. Wir machten eine Bootstour auf dem Fluss welcher um Ayutthaya fliesst, so konnten wir all die schoenen schwimmenden Kunstwerke bewundern und die Lokalen Leute beobachten wie diese das Festival zelebrierten. Man setzt das geschmueckte Boot aus und wuenscht sich dabei etwas fuer das kommende Jahr – wie ueberall muss man natuerlich auch Geldstuecke reinlegen, damit die Wuensche auch wahrwerden. Nachdem wir aber festgestellt haben, dass die Boote gepluendert wurden von den einheimischen welche sich mit den kleinen Padelbooten einen guten Verdienst daraus machten die Geldstuecke aus den Booten zu stibitzen, warfen wir kurzerhand unser Geldstueck direkt in den Fluss.

Am naechsten Tag stand die erste Landgrenzueberquerung auf dem Plan, aus meiner Erfahrung sind dies immer aufregende (teils auch nervenaufreibende) Tage. So mussten wir schon beim ersten Umsteigen erfahren, dass die erhaltenen Angaben (diesmal von zwei Personen dieselbe Info erhalten – was doch selten ist!!) nicht korrekt waren. So mussten wir 3h am Busterminal warten – da der Bus jedoch schon 2h frueher ankam hatten wir die Hoffnung dass dieser auch etwas zeitiger abfahren wuerde. Denkste!! Wir fuhren mit 45minuetiger Verspaetung ab – wahrscheinlich traute sich keiner den Fahrer zu wecken oder er war gerade noch in ein Kartenspiel involviert....
Wir endeten dann am Grenzort ca. 19 Uhr (schon stockdunkel!), wo wir mit dem Tuk-Tuk an den Grenzposten gefahren wurden. Zuerst zum Visa Office welches eine Tourifalle war. Vor dem Ausreiseoffice von Thailand stand ein“offizielles Visabuero“ welches das doppelte verlangte (40$) wie das wirkliche Visabuero welches nach dem Ausreiseoffice von Thailand war.
Nach ca. 1h hatten wir alle Stempel und waren im Koenigreich von Kambotscha. Wir wollten eigentlich direkt nach Siem Reap (Ausgangspunkt fuer Angkor Wat) was jedoch ca. 150km entfernt lag. Wir taten uns mit zwei Spaniern zusammen und versuchten so etwas guenstiger ein Taxi zu bekommen.
Wie ein Schatten begleitete uns ein Polizist , welcher versuchte am Taxideal mitzuverdienen – so erlaubt es scheinbar das „Gesetzt“ (Sprich die Korruption) dass nur offizielle Taxis Touristen befoerdern duerfen und wie es der Zufall mag, sind dies nicht die guenstigsten. Kambotscha liegt uebrigens von 180 Laendern auf Platz 170 was die Korruption angeht... Nach langem hin und her, am Ende noch wegen einzelner Dollars, fuhren wir dann mit dem Taxi zu viert fuer 32$ ca. 2h nach Siem Reap.

Angkor Wat hat ca. 2Mio Besucher pro Jahr wobei die meisten davon in Siem Reap logieren – also nicht der beste Ort das wahre Kambotscha kennen zu lernen.
Alleine ein Bericht ueber Angkor Wat resp. die Region und das Land wurde soviel Interessante Details beinhalten um ein Buch zu schreiben – also versuche ich mich kurz zu halten!

Nach einigen erholsamen Tagen machten wir uns zuerst mit dem Tuk Tuk (Mofa + Anhaenger) zu zwei etwas ausserhalb liegender Tempel auf. Der Banteay Srei wartet mit den besten und feinsten Steinmetzarbeiten auf in ganz Kambotscha. So sagt man, dass diese von Frauen (Srei = Frau) gefertigt sein muessen, da Maennerhaende keine so feinen und filigranen Arbeiten fertigen koennen.
Der zweite Tempel war der Beng Melea, welcher fuer seine Natuerlichkeit bekannt ist, es wurde nichts restauriert, so liegen noch heute alle die Steine so da wie sie die Baumwurzeln zusammenbrechen liessen. So stehen auch heute noch diverse Baeume auf den noch stehenden Tempeln und bohren ihre massiven Wurzeln durch das Mauerwerk der mittlerweile 1000jaehrigen Tempeln. Da dieser Tempel ca. 70km von Angkor Wat entfernt liegt, ist es auch sehr ruhig und es stehen keine Touribuse auf dem Parkplatz, was dem ganzen ein sehr spezielles Flair verleiht.

Die umliegenden Tempel besuchten wir dann mit dem Velo. Zuerst am Vorabend zum Sonnenuntergang beim Angkor Wat. Angkor Wat ist ein Tempel von einer ganzen Reihe – es befinden sich im Umkreis von 20km unzaehlige Tempel und Bauwerke aus der Zeit der Khmer von 800-1200 n.Chr. welche teils im Hindu oder Buddismusstil erbaut oder spaeter auch umgebaut wurden.
Da wir schon etwas spaet zum Sonnenuntergang unterwegs waren (ist hier ca. 17.30) kamen uns schon die ganzen Tourigruppen entgegen. So hatten wir das groesste religioese Gebaeude der Welt nach einbruch der Dunkelheit komplett fuer uns zwei unter einem herrlichen Sternenhimmel – WOW!!
Als wir dann zum den Velos zuerueckkehrten fragten uns die bereits etwas nervoesen Sicherheitskraefte ob das unsere Fahrraeder waren, es wahren weit und breit noch die einzigen Fahrzeuge auf dem sonst so vollen Parkplatz.

Am naechsten Morgen machten wir uns nochmals auf um auf einer kleinen Schleife einige andere Tempel wie z.B. Ta Prohm (Tomb Rider) oder die Stadt Angkor Thom zu besuchen. Angkor Thom ist eigentlich die Hauptstadt des dahmaligen Reiches welches in seiner Bluetezeit weite Teile von Suedostasien beherrschte. So lebten in Angkor Thom ca. 1Mio Leute, zur jenen Zeit wahrscheinlich eine der groessten Stadte auf der Welt. (in London lebten ca. 50.000 Leute).
Am Schluss besuchten wir nochmals den Angkor Wat, diesmal jedoch von der Innenseite, dieses Gebaeude wurde wahrscheinlich am laengsten benutzt von all den Tempeln, so steht ein grosser Teil der Anlage seit jeher und muss nicht komplett saniert werden. Angkor Wat ist der Inbegriff der Identitaet und Stolz der Kambotschaner so ist er auf allem moeglichen abgebildet.

Seit dem wir hier sind lesen wir immerwieder ueber die Geschichte von allen moeglichen Voelker und Kriegen. Die Geschichte von Kambotscha ist extrem interessant auch wenn sie zugleich tragisch ist. Das Lang ist nach wievor gebaeutelt von all den Kreigen sowie auch der verherenden Herrschaft der roten Khmer welche von 1975-1979 ca. 2 Millionen ihrer eigenen Bevoelkerung umbringen ja sogar massakrieren liessen – dies entspricht ca. 15% der ganzen Bevoelkerung. Auch heute kommen jaehrlich an der Grenze zu Thailand noch Soldaten bei Schusswelchseln ums Leben, zudem gilt Kambotscha als eines der meisst vermienten Laender der Welt – wer mer Infos erfahren mag kann ja mal im Wikipedia nachlesen.

Mit dem neuen Land sehen wir uns natuerlich auch der neuen Sprache gegenueber. In Indonesien konnte man wenigsten noch die Buchstaben lesen, in Thailand war die Schrift nicht mehr leserlich und es gibt 5 verschiedene Betonungsarten und je nach Betonung kann das Wort etwas anderes heissen.
Hier in Kambotscha kommt nochmals hinzu, dass es Silben wie „ng“ gibt, welche irgendwo zwischen Zehennaegel und Haarspitzten betont werden was es fuer uns auch nicht einfacher macht. Die einheimischen freuen sich jedoch schon ueber einfache Worte in der lokalen Khmer Sprache – und immer schoen laecheln.... J

Wir wuenschen euch schon mal eine schoene vorweihnachtliche Zeit (bei hier 33 C)

Donnerstag, 22. November 2012

Seide, Elefanten und vieles mehr …

Seit unserem letzten Blogeintrag sind wir inzwischen recht viel im Nordosten Thailands herum gekommen. Auch wenn die Region noch nicht so touristisch erschlossen ist und sich gemaess Reisefuehrer nur 1% der Auslaender hierher verirren,hat sie doch einiges zu bieten. So fuehrte uns unser erstes Ziel in die Stadt Ayutthaya, welche einst Hauptstadt von Siam war und wegen der vielen kleinen Kanaele und Fluesse auch "Venedig des Ostens" genannt wird. Zugegeben klingt das viel romantischer als es ist, da Ayutthaya seit seiner Zerstoerung durch die Burmesen 1767 doch etwas seinen Glanz verloren hat. Die Einfuehrung von Plastikartikeln, welche nach Gebrauch die Strassen, Fluesse und Kanaele verschmutzen, tun ihr uebriges... Dennoch haben wir dort einige schoene und interessante Dinge gesehen und erlebt.
Die meisten Tempel sind zwar nur noch Ruinen, haben aber ihren eigenen Reiz wohingegen die noch intakten Tempel eher zu Geldmaschinen avanciert sind. Zum einen ruehmt  sich jeder Tempel, einen der groessten Buddhas zu beherbergen, so dass es uns inzwischen ein Laecheln auf die Lippen zaubert, wenn wir wieder mal einen grossen Buddha sehen – es ist wahrscheinlich wieder einer der Groessten, zum anderen kann man alle moeglichen Sachen kaufen, die angeblich Glueck bringen. Darunter zaehlen zum Beispiel Fische oder Voegel, die man frei lassen kann oder Tuecher, die man sich in einer Art Zeremonie ueber den Kopf ziehen laesst und die danach ihren Platz auf der Schulter der grossen Buddhafigur finden. Generell entstand bei uns das Gefuehl, dass die Thailaender zumindest in Ayutthaya mehr Geld fuer ihre Religion ausgeben als fuer alles andere.
Das Highlight von Ayutthaya waren aber nicht die Tempel, sondern die Suche nach dem Floating Market (schwimmender Markt), der sich ausserhalb der Stadt befinden sollte. Mit den mietbaren Velos waren wir mobil und machten uns auf den Weg. Kurz bevor wir den Markt erreichten, meinte ein Einheimischer, den gaebe es nicht mehr. Silvan fragte noch einen zweiten Einheimischen, der uns daraufhin zu verstehen gab, ihm zu folgen. So fuehrte er uns einen schlammigen Pfad durchs Schilf, wo sich kurze Zeit spaeter der Floating Market bzw. das was von ihm noch uebrig war, zeigte. Er fuehrte uns durchs Gelaende, zeigte uns noch einen schoenen Aussichtspunkt auf eine alte Tempelruine und erklaerte uns mit den wenigen Worten Englisch die er sprach, dass der Markt durch das Hochwasser 2011 zerstoert wurde. Er selbst war fuer den Markt zustaendig. An einen Wiederaufbau ist leider jedoch nicht zu denken.
Der Mann hatte Freude uns durch seine Umgebung zu fuehren und es zeigt wieder mal die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Menschen hier. Generell machen die Leute hier in Nordost-Thailand einen ehrlicheren und freundlicheren Eindruck als wir es bisher auf unserer Reise erlebt haben.
Von Ayutthaya aus fuehrte uns unsere Reise weiter mit dem Zug nach Surin, wo wir das Elefantenfesival besuchen wollten. Zugfahren ist hier recht guenstig, so zahlten wir fuer die Strecke Bangkok nach Ayutthaya nur 1,50 CHF und von Ayutthaya nach Surin 7 CHF. Da unsere Tickets mit Sitzplatzreservation waren, konnten wir auch sitzten, was recht bequem war. Generell sind die Zuege nicht so voll, so bleibt Platz im Mittelgang fuer die Verkaeufer von Getraenken und den verschiedensten Esswaren. Sie laufen ununterbrochen die Gaenge auf und ab und irgendwann erkennt man schon an der Tonlage des Singsangs oder der Stimme, welcher Verkaeufer grad im Anmarsch ist. ;-)) Vom halben Huhn am Spiess ueber fertige Mahlzeiten bestehend aus Reis und Fleisch bis hin zu Gebaeck ist im Zug eigentlich alles zu haben. Wir entschieden uns fuer Gebaeck, was noch warm, d.h. frisch und sehr lecker war.
Auch die Uebernachtungen sind in Nordost-Thailand mit durchschnittlich 5 bis 10 CHF pro Person und Nacht recht guenstig, genauso wie das Essen, was pro Mahlzeit mit durchschnittlich 3 CHF zu Buche schlaegt. Wir haben die Nachtmaerkte fuer uns entdeckt, die eine grosse Auswahl an Essen bieten. Manchmal ist es etwas schwierig zu bestellen, aber bis jetzt hat es immer irgendwie geklappt.
Surin ist bekannt fuer seine Elefanten und die Seidenweberei in den umliegenden Doerfern. Einmal im Jahr findet das Elefantenfestival statt, was sich in 3 grosse Ereignisse aufteilen laesst: den Wettbewerb der Umzugswagen, welche kunstvoll mit Elefantenfutter geschmueckt sind, das grosse Elefantenbuffet, bei dem dieses Jahr 269 Dickhaeuter jeweils 185kg Futter verdrueckten und die Elefantenshow, wo die Elefanten Kunststuecke vorfuehren und historische Schlachten nachspielen. Die Wagen, welche zu 50% mit Elefantenfutter geschmueckt sein muessen sowie die Show waren interessant, aber das Highlight fuer uns war das Elefantenbuffet, wo jeder Festivalbesucher Elefanten selber fuettern konnte. Auch wir liessen uns den Spass nicht nehmen und fuetterten die Elefanten mit allem was das Buffet hergab, vor allem aber mit Maiskolben, da sie die, wie wir feststellten, am liebsten fressen.
Auch die Seidenweberei wollten wir einmal von Nahem betrachten, so besuchten wir das bekannteste der Seidenweberdoerfer - Ban Tha Sawang. Als wir dort ankamen, hatte das ganze Dorf gerade Mitagspause, aber auch danach wachte es nicht wirklich auf. Ausser ein paar Laeden die Seidenwaren verkaufen – unter anderem Seidenkrawatten (100% Seide) mit passenden Manchettenknoepfen und Krawattennadel in passender Box aus Seide fuer umgerechnet 3 CHF!! - gibt es nicht so viel zu sehen. Wir entdeckten in einem Hinterhof einen grossen Webstuhl, der von 4 Frauen bedient wurde und  schauten ihnen dort einige Zeit gespannt beim Weben zu. Man glaubt nicht wieviel Arbeit in so einem Stoff steckt – wir versuchten den Prozess nachzuvollziehen, aber es ist eine Wissenschaft fuer sich! So kommen die 4 Frauen pro Tag wenige cm voran, haben aber scheinbar recht viel Spass bei der Arbeit. In Ban Tha Sawang werden auch Stoffe fuer den Koenigshof hergestellt, von denen der Quadratmeter 1000 CHF kostet. Bedenkt man, wie  aufwaendig die Herstellung ist und wie lang sie dauert, ist das immernoch guenstig. Bevor wir die 4 Frauen wieder verliessen, zeigten sie uns mit einem Spiegel, den sie unter den Stoff hielten, das bis dahin fertige Muster.
Wir fragten im Dorf noch, wo man die Seidenraupen sehen kann. Da kaum jemand Englisch spricht, zeigte uns eine Frau den Weg zum richtigen Haus, wo die Raupen in einem Hinterhof gezuechtet werden. Wir trafen dort auf 3 aeltere Frauen - das Alter ist schwer zu schaetzen, da sie vom Leben stark gezeichnet sind. Eine der Frauen zeigte uns die Larven und die Kokons. Sie erzaehlte recht viel auf Thailaendisch – zu schade, dass wir nichts verstanden haben. Sie war so freundlich und engagiert! Sie lud uns spaeter sogar in ihr Haus ein, wo sie uns die fertigen Seidenfaeden zeigte.
Zurueck in die Stadt wollten wir den Bus nehmen, also stellten wir uns an die Strasse und warteten. Als ein alter rostiger Lieferwagen vorbei kam, dessen Fahrer an den verrueckten Ballonfahrer Izzy aus die Mumie kehrt zurueck Teil 2 erinnerte, fragten wir, ob wir bis Surin  mitfahren koennen. Er verstand uns irgendwie und nahm uns tatsaechlich mit. Kurz vor dem Ziel stieg leider Rauch aus dem Armaturenbrett auf, womit die Fahrt erstmal beendet war. Er war mega stolz, dass er uns mitnehmen konnte und er entschuldigte sich fuer die Panne, waehrend es uns leid tat, ihm nicht helfen zu koennen. 
Am nachsten Tag besuchten wir noch ein Forschungszentrum, wo man mehr ueber die Herstellung von Seide erfahren sollte. Der Besuch war eher enttauschend, dafuer erlebten wir auf der Hinfahrt ein kleines Wunder. Auf dem Markt feilschten wir mit einem Tuk Tuk Fahrer um den Preis als eine Thailaenderin mit uns ins Gespraech kam und uns von ihrer in Australien lebenden Tochter erzaehlte. Wir nutzten die Chance und fragten sie, ob der Preis des Tuk Tuk Fahrers wirklich fair ist. Sie wechselte ein paar Worte auf Thai mit ihm und uebernahm kurzerhand die Fahrtkosten fuer uns. Wir staunten nicht schlecht und wollten widersprechen, was jedoch zwecklos war. Mit etwas schlechtem Gewissen fuhren wir letztendlich los.
Was wir bzw. Silvan in Surin noch erlebten, war eine Kostprobe der hier als Delikatesse geltenden Insekten. So hatte Silvan den Mut, auf dem Nachtmarkt eine Heuschrecke zu probieren, nachdem eine Thailaenderin uns darueber aufklaerte wie die Tierchen zu essen seien. Ich wollte mir die Kostprobe aufheben, bis wir in Wasser gekochte Seidenraupen finden, die es eigentlich in den Seidenweberdoerfern geben sollte und im Reisefuehrer als extrem lecker angepriesen wurden. Leider oder vielleicht auch zum Glueck fanden wir keine ;-))
Im Reisefuehrer stand auch, dass die Nationalparks entlang des Mekongs sehr sehenswert sind und da wir noch bis zum Lichterfestival (Loi Krathong genannt) in Thailand bleiben wollen, fuhren wir nach Ubon Ratchathani, was wir als Basis fuer unseren Nationalpark-Ausflug nahmen.
Ubon Ratchathani erreichten wir letzten Samstag – ein guter Tag um abends mal in einen Club zu gehen. Der Club in den wir  wollten lag einige Blocks entfernt von unserem Hotel. Auf dem Weg dorthin hielt ein Krankenwagen neben uns und der Fahrer fragte, wo wir hin wollen. Wir nannten ihm den Namen des Clubs, woraufhin er uns kurzerhand Einlud und  zur Bar fuhr. Als wir dort ankamen, hinten aus dem Krankenwagen kletterten, und auf die Bar zugingen, hatten wir staunendes Gelaechter und alle Aufmerksamkeit fuer uns. Die Drinks mussten wir dennoch bezahlen.
Wir mieteten in Ubon einen Roller und fuhren in den letzten 3 Tagen einige der Parks ab. Im Prospekt des Thailaendischen Tourist Office werden diese in den hoechsten Toenen gelobt und als die schoensten in der Umgebung angepriesen, daher war unsere Erwartungshaltung recht hoch. In Sam Phan Bok soll man sich wie auf der Oberflaeche eines fremden Planeten fuehlen.  Die Landschaft ist mit den vielen Loechern im Flussbett des Mekong tatsaechlich beeindruckend, aber das Gefuehl auf einem anderen Planeten zu sein, stellte sich nicht ganz ein.
In Pha Taem gibt es einige beeindruckende Wasserfaelle anzuschauen. Da momentan aber gerade Trockenzeit ist, fuehren die Fluesse so wenig Wasser, dass man die Groesse der Wasserfaelle waehrend der Regenzeit nur erahnen kann. Pha Taem ruehmt sich noch wegen seiner 3000 Jahre alten Felsenmalereien, die aber im Laufe der Zeit ziemlich verblasst und an manchen Orten kaum noch sichtbar sind. Beeindruckend sind aber die hohen und steilen Felswaende an denen man entlang wandern kann. Landschaftlich haben sich die Ausfluege daher wirklich gelohnt.
In den Nationalparks hatten wir auch noch Gelegenheit die Arbeitsmoral einiger Thailaender zu erfahren. Gluecklicherweise ist das Servicecenter mit einem Fernseher ausgestattet, der den ganzen Tag Seifenopern zeigt, sonst haetten die armen Angestellten gar nichts zu tun! Uebrigens sieht man das auch oft bei Restaurantpersonal.
Morgen geht unsere Reise weiter nach Pak Chong zum Khao Yai Nationalpark. Nachdem wir so viel Natur bewundert haben, hoffen wir, dort auch mal auf wilde Tiere, wie Elefanten und Tiger, zu treffen.
Liebe Gruesse aus dem Isaan (wie der Nordosten Thailands auch genannt wird),
die beiden Rucksacktouristen



Sonntag, 11. November 2012

Salamat Jalan Indonesia


Hallo Zaeme
Wir haben noch einige erholsame Tage auf der autofreien Insel Gili Trawangan verbracht, welche  zwischen Lombok und  Bali liegt.
Da es keine Autos gibt nutzen einfach die Pferdewagen die Strasse zur Rennbahn – und das mit dem Linksverkehr scheint manchmal auch bei den Einheimischen nicht ganz zu klappen…..
J
Urspruenglich wollten wir ja auf die Insel Gili Air – da jedoch keine Faehre mehr fuhr, resp. nur noch Private Boote gechartert werden konnten – natuerlich zu sehr guenstigen Bedinungen (fuer den Verkaeufer!!) haben wir uns kurzerhand entschlossen ein Ticket nach Trawangan zu erwerben fuer 10’000 Rupia – was einem Franken entspricht.
Als unser Highlight in Trawangan zaehlt sicher der letzte Tauchgang wo wir auf der Suche nach Seepferdchen entlich fuendig wurden – und zwar gleich drei verschiedene Arten darunter scheinbar auch die seltenen gelben… - Juhui.
Man muss dazu noch sagen, dass wir in Curacao in unseren letzten Tauchferien bei drei Tauchgaengen nach diesen Seepferdchen gesucht haben – jedoch ohne Erfolg,
daher was diesmal die Freude umso groesser.
Mit einem Speedboot gings danach direkt nach Bali – nach harten Preisverhandlungen versprach er einen direkten Trasport nach Amed in ca. 45Minuten.
Nun wer die Indonesier kennt, weiss dass diese keine Zeiten und Distanzen einschaetzen koennen.
(Gilt uebrigens nicht nur fuer die Indonesier…)
Wir kamen dann nach drei Zwischenstopps und insgesamt 2.5h in Amed mit erbrechenden Passagieren und fehlendem Gepaeck an – zum Glueck hat keines von beidem auf uns zugetroffen.
In Talamben haben wir dann nochmals einen Tauchgang zu einem Amerikanischen Frachtschiff, welches im 2.Weltkrieg von den Japanern versenkt wurde, gemacht.
Der Ort bestand nur aus Tauchshops, Restaurant und ein paar Laeden – ohne dieses Wrack wuerde es diesen Ort wahrscheinlich nicht geben – er schien auch wie ausgestorben zu sein.
Von da aus gings dann schon Richtung Sueden da wir ja in ein Paar Tagen bereits Indonesien wieder verlassen mussten. Wir planten in Tirta Gangga (Wasser vom Gangges) einen Stopp einzulegen, um da die Reisterrassen und den Wasserpalast  welcher der letzte Koenig dieser Region da gebaut hatte.
Als Fortbewegungsmittel nutzten wir einmal mehr die OV – einfach an die Strasse stehen und geranwinken – Haltestellen gibts ja keine beim OV in Bali. Dies hat dann auch sehr schnell geklappt, mit einem halb durchgerostetem, droenenden und langsamen Buessli gings dann los.
Nach einer Stunde in Tirta Gangga verlangte er 50’000Rupia – nach kurzem  zoegern zahlte ich dies,  um jedoch gleich zu merken dass dies wahrscheinlich viel zu viel war!
Die Tatsache dass mich der Einheimische am Strassenrand auslachte und wir ein Paar Tage spaeter fuer ca. 3h Fahrt 60’000 bezahlten bestaetigt dies auch…
L
Katja wie immer sehr enttaeuscht von den Leuten die so was dreistes machen – Ich einfach ueber uns genervt das wir immernoch auf solche “Versuche” reinfallen!!
Der Wasserpalast war dann auch schnell mal besichtigt, da dieser auch nicht so gross war wie von mir vermutet (kein wunder war dies der letzte Koenig J)
Fuer den naesten Tag haben wir uns fuer eine Mountainbiketour angemeldet und da wir ja beides Sportkanonen sind (vorallem bei 30Grad), liessen wir uns natuerlich fuer ein Downhill auf den Berg fahren!!  Von da aus gings durch den Regenwald, an Tempeln und Reisterrassen vorbei zwischendurch immer wieder mal an kleinen Schilfhuetten mit den Einheimischen davor welche irgendetwas arbeiteten. (natuerlich inkl. den “Hello Mister” Kinder!)
Am Nachmittag nahm uns unser Guide noch spontan zu einem Hahnenkampf mit – also besser gesagt Hahnenkaempfe – es wurden ja schliesslich innerhalb einer Stunde einige Haehne geopfert.
So ruhig die Einheimischen ansonsten auch sein moegen – bei den Wetten und beim Hahnenkampf gings zu und her wie im irischen Pub auf Trawangan als ManU gegen Arsenal spielte.
Wir hatten keine Ahnung wie man zu wetten hatte also liessen wire s auch gleich bleiben, bei den Einheimischen jedoch sass das Geld relative locker und es wurde einiges an Geld hin und her geschoben. Dies ist umso erstaunlicher da es sich hier um die lokalen Bauern handelte.
Die Haehne wurden mit einer extrem scharfen Klinge am einen Bein bestueckt, mit diesem wurde der Gegner augeschlitz, was meistens zu einem sehr raschen Ende herbeifuerte.
In Sanur am touristischen Beach verbrachten wir dann noch an einem 5*Pool den letzten Tag (geschlafen aber im Backpacker) – hier ist ja immer alles offen also laeuft man mal durch die Hotelanlage und spielt mal irgendwo Schach oder setzt sich auf die Liege... – war auf jedenfall sehr angenehm!
Danach gings von Denpasar zurueck nach Bangkok wo wir gleich einen Zug nach Ayuttaya nahmen um nicht nochmals nach Bangkok zu muessen.
Wir mussten hier feststellen, dass in Indonesien einiges angenehmeres Wetter herschte – hier ist es wieder ein wenig waermer und vorallem tropf-nass!!

Hah heute ist ja der  11.11 – wuenschen daher allen Fassnaechtler gutes gelingen,
mal schauen welche Festivals wir hier noch erleben duerfen.


Gueti Ziit

Freitag, 2. November 2012

Zauber des Rinjani

Hallo zusammen,

die letzten Tage haben wir auf Lombok verbracht, wo die schoensten Erinnerungen dem Rinjani gelten, Indonesiens zweithoechstem Vulkan mit 3726m. Dazu aber spaeter mehr.

Seit gestern sind wir auf Gili Trawangan, was sehr touristisch ist und daher auch eine Menge Internetcafes hat. So koennen wir mal wieder ein paar Reisenews posten und schauen was so in der Welt passiert. Aber jetzt zu den letzten Ereignissen.

Nachdem wir im Komodo Nationalpark nochmal die Mantas bei einem weiteren Tauchgang bewundern konnten, verliessen wir Labuanbajo. Die Faehre, eher ein rostiger Container mit mehr einheimischen Passagieren als Sitzplaetzen sowohl in der 2. als auch in der 1. Klasse startete gegen 9 Uhr morgens in Labuanbajo. Die Ueberfahrt nach Sape dauerte ca. 7 Stunden.
Da der Kapitaen recht auslaenderfreundlich war, durften wir und noch ein paar andere Reisende aufs Oberdeck, wo sich die Bruecke befand und sonst nur Mitarbeiter plus ein paar ausgewaehlte Einheimische Zutritt haben . Dort fanden wir an der frischen Luft ein schattiges Plaetzchen wo es sich trotz der enormen Hitze aushalten liess. So wie die Einheimischen uns die ganze Zeit beobachtet haben, glaube ich, waren wir fuer sie die beste Unterhaltung dort. :-)). Silvan traegt fleissig Deutsch-Indonesische Vokabeln zusammen, was zumindest kurzzeitig eine kleine Unterhaltung mit ihnen ermoeglichte.
In Sape (Sumbawa) angekommen ging es sofort weiter mit einem kleinen Bus nach Bima, wo ein grosser Reisebus auf uns wartete, der uns von Bima innert 15 Stunden nach Mataram (auf Lombok) brachte. Die Fahrt war lang, etwas abenteuerlich und anstrengend, aber wir konnten zumindest etwas schlafen. Und obwohl wir zwischenzeitlich eine kleine Panne hatten, wo ploetzlich einfach der Motor des Busses ausging, kamen wir puenktlich in Mataram an. Dort begann dann ein kleiner Spiessroutenlauf um eine Fahrgelegenheit nach Teres Genit zu finden, wo sich unsere Unterkunft, das Rinjani Garden Hotel, befand. Schliesslich kamen wir mit einem total ueberladenen local Minibus, nachher auf der Ladeflaeche eines Pick ups und dann mit Motorrollern 3 Stunden spaeter zum Ziel. Sicher war es eine lange Fahrt, aber so haben wir auch Eindruecke gewinnen koennen vom Leben der Leute hier, die sich taeglich so fortbewegen und dabei immernoch ein Lachen auf den Lippen haben.

Im Rinjani Garden Hotel wurden wir super nett und warmherzig empfangen. Das kleine Paradies am Hang des Rinjani inmitten von Reisfeldern wird von einem deutschen Paerchen gefuehrt. Es gibt einen Teich, in dem man auch schwimmen kann, die Huetten bzw. Zimmer sind mit Liebe zum Detail eingerichtet, abends isst man zusammen und morgens gibt es ein deutsches Fruehstueck mit selbstgebackenem dunklen Brot. Genau das Richtige nach so einer langen Fahrt!

Noch am Ankunftstag haben wir uns entschieden, am naechsten Tag eine 3taegige Tour auf den Gipfel des Rinjani zu unternehmen. Wir hatten schon einiges von anderen Reisenden gehoert, unter anderem dass es sehr anstrengend ist, aber wie so oft bekommt man erst einen Eindruck davon wenn man es selbst mal gemacht hat. So starteten wir am Morgen des naechsten Tages unsere Tour zusammen mit 2 Belgiern, die auch Gaeste des Rinjani Garden Hotels waren und einigen anderen Gaesten.
Am Eingang des Parks (auf 600 Hoehenmetern) trafen wir unseren Guide und einige der Traeger, die fuer uns die naechsten 3 Tage Zelte und Proviant trugen und fuer uns kochten.  Wir bekamen kurz eine Einweisung bis wo wir aufseigen konnten bzw. wo es Mittag geben wuerde und dann machten wir uns auf den Weg. Bis zum Mittagspunkt waren es etwa 1000 Hoehenmeter und obwohl der Weg die ganze Zeit durch den schattigen Regenwald fuehrte, war es unheimlich warm. Dafuer war die Natur sehr eindruecklich und was noch schoener war - es gab um uns herum keine Handys, kein Strassenlaerm, nur die Grillen die von Zeit zu Zeit ein lautes Konzert veranstalten, das Rascheln im Unterholz, die Gekkos mit ihrem speziellen Ruf, Voegel die zwitschern - so schoen wenn man das einfach auf sich wirken lassen kann. Fuer den Aufstieg zum Mittagspunkt brauchten wir 2,5 Stunden und eine Menge Energie, so dass wir ziemlich ausgehungert da ankamen. Ich haette glaub alles gegessen. Was wir bis dahin nicht wussten, war, dass noch 3 weitere Gaeste von den Gili-Inseln zu unserer Gruppe stossen sollten. Da ein muslimischer Feiertag war, fuhr aber die erst Faehre nicht. So kamen die 3 ganze 3 Stunden spaeter als geplant auf Lombok an. So warteten wir geschlagene 4 Stunden auf die verspaeteten Ankoemmlinge und natuerlich auch auf unser Mittag :-(  ... eine echte Geduldsprobe, aber es gab gute Gespraeche mit den anderen der Gruppe (insgesamt 9), was uns alle etwas zusammenwachsen liess.
Da wir vom Mittagspunkt aus zu spaet wieder starten konnten, schafften wir das erste Tagesziel, den Kraterrand nicht. Eine Stunde vor dem Ziel beschlossen, die Traeger, die Zelte aufzubauen und das Abendessen zu kochen, da sich bereits der Sonnenuntergang ankuendigte. Es gab viel Unmut darueber, aber unser Ziel am Morgen des 3. Tages den Gipfel vor Sonnenaufgang zu erreichen war dadurch nicht gefaehrdet. So gingen wir ziemlich bald nach dem Abendessen schlafen.
Die Nacht war gegen 6.30 Uhr zu ende. Zum Fruehstueck gab es Pancake mit Toastbrot und Tee bzw. Kaffee. Nicht besonders lecker aber zumindest saettigend. Gegen 7 Uhr setzen wir unseren Aufstieg zum Kraterrand fort, wo uns ein ueberweltigender Anblick erwartete. Im Krater ist ein See und darin nochmal ein kleiner Vulkan. Dahinter ragt die Spitze des Rinjani empor. Ein kurzer Fotostop war ein Muss! :-) Nachher ging es 2,5 Stunden abwaerts zum Kratersee, wo wir uns mit einem Bad erfrischen konnten. Es tat unheimlich gut. Nach dem kalten Bad ging es zu den warmen Quellen in der Naehe des Sees. Das etwa 40 Grad warme Wasser war Wellness fuer die mueden Muskeln. Spaeter gab es noch Mittag am See - wieder Nudeln mit Gemuese und Reis, Krupuk und etwas Huehnchenfleisch sowie Ananas zum Nachtisch. Es war lecker, machte aber leider, zumindest bei mir, die Einnahme von Immodium akut notwendig. Keine gute Voraussetzung fuer den weiteren Aufstieg.
Unser Tagesziel war in 2600m Hoehe - vom Kratersee aus etwa 700 Hoehenmeter, die erkaempft werden wollten. Von nun an gab es keinen wirklichen Weg mehr, der Aufstieg glich einer Kletterpartie - erst die Suche nach dem richtigen Tritt, dann klettern, aufpassen, dass man das Gleichgewicht nicht verliert oder dass man nirgendwo mit den Knien anschlaegt, dazu die Hitze. Meine Krise hatte ich, als die Traeger mit ihren 25 kg Gepaeck auf den Schultern in Flip Flops muehelos an uns vorbei zogen und uns dann noch alte, zahnlose, grauhaarige Maenner barfuss von oben entgegen kamen... Ich fragte mich kurzzeitig, was wir da eigentlich machen bzw. uns antun, aber der Gedanke an den Gipfel war ein guter Antrieb.
Zum Abendessen gab es wieder das gleiche wie schon am Vorabend und zum Mittag. Nach Sonnenuntergang wird es auf dem Berg ziemlich kalt, so konnten wir die aktuellen Temperaturen in Zuerich etwas nachempfinden :-) Wir waren gut ausgeruestet mit Fleece und Muetze, jedoch unsere Traeger, die diesen Aufstieg 2mal pro Woche machen, hatten kaum waermende Kleidung. Auch Zelte hatten sie nur fuer die Gaeste. Geschlafen haben sie unter einer grossen aufgespannten Plane - fuer uns kaum vorstellbare und erst recht nicht akzeptable Arbeitsbedingungen. Fuer sie ist es alltaeglich, aber sicher nicht angenehm.
2 Uhr morgens hat unser Guide uns geweckt. Wir fruhstueckten kurz mit Tee und Keksen und machten uns 2.30 Uhr auf, die letzten 1000 Hohenmeter zu erklimmen. Eingeplant waren etwa 3 Stunden fuer den Aufstieg, die wir auch brauchten. Der Weg nach oben bestand nur aus Sand, Staub und kleinen Lavakieselsteinen. Bei jedem Schritt rutschte man wieder ein paar Zentimeter ab. Es ist wie 3 Stunden einen Sandberg nach oben klettern. Man denkt nicht mehr gross nach und setzt nur noch einen Fuss vor den anderen. Ein starker Seitenwind hat den Aufstieg noch erschwert.
Ich war kurz hinter Silvan, so hat er ca. 5 Hoehenmeter vor dem Gipfel auf mich gewartet. Die letzten Meter haben wir Hand in Hand geschafft. Ich konnte mir oben eine Jubelschrei nicht unterdruecken. Wir fielen uns mit denen von unserer Gruppe die schon oben waren und denen die nach uns kamen in die Arme und gratulierten uns gegenseitig, dass wir es geschafft haben. Silvan hatte noch ein Gipfelbier mitgenommen - ich glaube ich hab ein Bier noch nie so genossen.
Wir haben es grad rechtzeitig zum Sonnenaufgang geschafft und dort oben zu stehen, war ein unglaublich schoenes Gefuehl. Die ganze Anstrengung hat sich definitiv gelohnt und so wird der Rinjani ein super schoenes Erlebnis in Erinnerung bleiben.

Nach unserer Tour blieben wir noch 3 Tage im Rinjani Garden Hotel, um zu entspannen und kleinere Ausfluege zu machen. So mieteten wir am Dienstag einen Roller um etwas die Gegend zu erkunden. Ich hab auch mal probiert zu fahren, was leider etwas schief ging. Der Roller und ich haben einige Blessuren davon getragen, alles in allem ging es aber glimpflich aus. Der Schadenersatz betrug 15 CHF - die Wunden an Knie und Arm brauchen noch ein Weilchen zum Heilen.

Der Plan ist, jetzt noch ein paar Tage auf Gili Trawangan zu bleiben - ich mach hier noch den advanced Tauchlehrgang. Alles andere ist noch offen.

Liebe Gruesse von den beiden Gipfelstuermern

https://picasaweb.google.com/silli081/Lombok?authuser=0&authkey=Gv1sRgCOSEodi_p_uGuAE&feat=directlink


 

Montag, 22. Oktober 2012

Salamat sore

Nach unseren ersten Erfahrungen in Bangkok konnte es eigentlich nur besser kommen...
Sicherheitshalber haben wir in Bangkok ein Hostel genommen, wo die Nachbarn so laut waren, dass wir gar nicht erst einschlafen konnten :-(  sodass wir auch sicher ein Taxi um 03.00 zum Flughafen kriegen.

Wir haben dann auch den Flug nach Denpasar und Labuanbajo erwischt und es verlief alles wie geplant - so erreichten wir mit etwas verspaetung den "Flughafen" von Labuan - dieser besteht aus einer einigermassen geraden Piste und einem Haeusschen mit zwei Raeumen - im einen sogar einen Scanner fuer das gepaeck - jedoch kein PC wo man sieht was gescannt wird!!
Vielleicht sitzten ja auch zwei Einheimische im Scanner und durchsuchen die Koffer und Taschen??

Im Backpacker angekommen durchstreiften wir schon mal das Dorf, kaum am Meer angekommen, begann es auch schon zu regnen, da der Pier zurzeit neu gebaut wird, gibte s nur eine Staubstrasse, welche dann zur
Lehmpiste wurde. Wir kampften uns also mit 10cm hohen Dreck-Solen unter den Flip Flops durch den Matsch - zumindest die Einheimischen haben sich amuesiert! 

Gleich am ersten Abend haben wir noch unsere Komodo Tour gebucht - was ja unser Hauptgrund war, dass es uns doch noch nach Indonesien gezogen hatte.

Um 07.00 gings auch schon los - wir gingen zu unserem Boot und sassen ca. 1h fest, da die Ebbe den Hafen jeweils trocken legt :-(
Erster Stopp war dann in Rinca - eine der fuenf Inseln wo der Komodo Dragon lebt.
Bereits beim Eingang lagen schon praechtige Exemplare untern den Ranger Huetten, da diese das Essen ca. 4-5km weit riechen koennen. Auf dem Rundgang mit dem Ranger erfuhren wir noch so einige Details ueber
die Warane, zudem sahen wir noch Rehe, Bueffel und Affen, welche alle auf dem Speiseplan der Warane stehen.
Leider ist es momentan so heiss, dass sich die Tiere nicht bewegen - wenn diese jedoch dann doch mal auf ihren Beinen stehen kommt erste die richtige Groesse zur geltung.
Es ist schwierig zu beschreiben wenn man solche Tiere in freier Wildbahn zu gesicht bekommt - fuer uns jedoch wird es ein unvergesslicher Augenblick bleiben.

Uebernachtet haben wir dann in einer Bucht der Komodo Insel, auf dem Weg dahin haben uns einige Delphine begleitet, welche teilweise erschreckend nahe vor dem Boot aufgetaucht sind, einige spielten ein wenig weiter weg und sprangen immer wieder mit ganzem Koerper aus dem Wasser.
Am naechsten Morgen gings dann nach Komodo - eher enttaeuschend nachdem was wir in Rinca gesehen hatten - danach gabs einmal mehr ein super leckeres Essen auf dem Boot (besser als alles was wir bis dahin hatten).
Auf dem Rueckweg gings dann nochmals schnorcheln - scheinbar hies der Spot "Manta Point" was sich oft so vielsagend anhoert ist meistens eher ein Flop.
Wir kurvten umher auf der Suche nach den Mantas - nach einigen Versuchen die Mantas zu finden war es dann tatsaechlich soweit - wir mussten rasch ins Wasser springen um die Tiere zu sehen - leider waren wir jedoch zu langsam und die Stroemung viel zu stark, sodass wir uns hinter dem Boot wiederfanden.
Es schien, dass wir unsere Chance verpasst hatten - nach einigen Minuten hiess es dann ploetzlich wieder Manta Manta Manta.
Diesmal klappte es und wie! Wir fanden uns im Unterwasserkino in der ersten Reihe, die Mantas (3-4m Spannweite) kamen uns mit weit aufgerissenem Maul entgegen und drehten ca. 5m mal nach links, rechts oder unten wieder weg. Da sich die Tiere im Kreis um uns drehten schien es als ob es sich um unzaehlige Tiere handelte.
Die Sicht ist in diesen Gewaesser eigenlich relativ schlecht, da es voll von Plankton ist - was wiederum heisst ein Menge Fische darunter natuerlich auch Jaeger.
Da uns beim ersten Schnorcheln bereits die schoenen und Artenreichen Korallen aufgefallen sind, haben wir uns kurzentschlossen zum Tauchen am naechsten Tag entschieden.
Aufgrund der speziellen Stroemungssituation hier zwischen dem Indischen und Pazifischen Ozean zeigt sich hier die Unterwasserwelt von einer ganz atraktiven Seite!

So hiess es schon wieder um 06.00 aus den Federn um das Tauchschiff zu erreichen.
Es ging zu den noerdlichen Tauchgebieten nahe Komodo - all diese Tauchgebiete liegen im
Komodo Nataionalpark.
Nebst der teils starken Unterwasser Stroemung sahen wir auch hier wieder eine noch so intakte Unterwasserwelt mit all den farbigen Korallen und einen unbeschreibliche Menge und vielfalt an Fischen, dass es fuer all die kommenden Tauchgaenge schwierig werden wird an das anzuknuepfen.
Zudem sahen wir noch White Dip Riff Haie und Graue Riff Haie welche doch eine Groesse von ca. 2.5m
erreichten und halt doch immernoch etwas spezielles ist solche Tiere im Offenen Meer zu sehen.

Heute nun haben wir unseren ersten "freien" Tag eingelegt um wieder mal auszuschlafen und auszuruhen,
mal etwas Tagebuch schreiben und dabei merken, dass wir erste eine Woche unterwegs sind und doch schon soviel erlebt haben :-)
Katja und Ich organisieren uns bestens - so streichen wir auch immer schoen fleissig das Antimoskito Mittel ein dass wir auch ja keine Malaria oder Denge einfangen - hoffen das klappt dann auch, auch wenn wir nicht ganz frei von Mueckenstichen sind.

so jetzt gehts wieder auf die Strasse wo uns 35Grad und 95% Luftfeichtigkeit erwarten - glluecklicherweise kuehlt es nachts doch auf 33Grad ab!!

Machts gut - Gruss aus der  wahrscheinlich schoensten Tauchecke der Welt
Salamat tinggal
Katja and Boyfriend

Hier noch der Link mit weiteren Fotos:
https://picasaweb.google.com/silli081/LabuanBajo?authuser=0&authkey=Gv1sRgCLLDhu-7tMKq0gE&feat=directlink





Mittwoch, 17. Oktober 2012

Immernoch in Bangkok

Wir sind gestern gut in Bangkok gelandet und haben bereits die ersten Eindruecke von der Statdt gewonnen. Das Viertel in dem wir unser Hostel hatten (Banglamphu) war zwar recht touristisch, lud aber mit seinen vielen Staenden und Bars zum Flanieren ein. So verbrachten wir den Tag dort und schlenderten durch die Gassen hinter denen sich riesige Maerkte mit allerlei Waren erstreckten. Von Schmuck ueber Taschen bis hin zu Tattoo-Shops und Massagestudios laesst sich dort alles finden.
Wir haben uns eine Thai Rueckenmassage gegoennt nach der Silvan mich fragte, ob ich noch lebe ;-)) Die Massage war in der Tat recht hart, aber dennoch entspannend. Vor allem konnten wir eine halbe Stunde in einem klimatisierten Raum verbringen. Das Wetter ist recht warm und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch (gerade ist es halb acht abends und wir haben immernoch 34 Grad bei etwa 80% Luftfeuchtigkeit) - irgendwie schon eine recht willkommene Abwechslung zur Kaelte daheim, dennoch ein klein wenig gewoehnungsbeduerftig.

Mit dem oeffentlichen Verkehr in Bangkok sind wir inzwischen auch recht gut vertraut. Nachdem wir gestern problemlos mit Bus und Bahn unser Hostel erreicht haben, nahmen wir heute Morgen die Herausforderung an, mit dem Bus zum Stadtflughafen Don Mueng zu kommen - der festen Ueberzeugung, dass unser Flug nach Denpasar (auf Bali) mittags abhebt.
Der Bus brauchte beinah 2 Stunden durch den dicken Verkehr. Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben noch puenktlich anzukommen als die Fahrkartenverkaeuferin im Bus meinte, wir seien da.
Uebergluecklich, den Check In noch rechtzeitig erreicht zu haben, legten wir der Dame dort unsere Buchungsbestaetigung vor. Doch diese schaute uns nur unglaeubig an und meinte dann, unser Flug sei bereits 6.15 Uhr am Morgen abgeflogen. Wir haben uns verguckt und die Ankunftszeit in Denpasar fuer die Abflugzeit gehalten. Unsere Enttaeuschung koennt Ihr Euch vorstellen. Sowas ist uns beiden noch nie passiert.
Die Frau hatte Nachsehen mit uns und wir konnten den Flug gegen eine Gebuehr auf morgen umbuchen - normalerweise haetten wir nochmals buchen muessen...
Zurueck in die Stadt nahmen wir den Zug, doch der brauchte noch laenger als der Bus und war zudem nicht klimatisiert. Morgen frueh versuchen wir dann doch mal ein Taxi.
Wenn unser Flug puenktlich in Denpasar landet, bekommen wir noch den fuer morgen geplanten Anschlussflug nach Labuan Bajo (Insel Flores in Indonesien). Bitte Daumen druecken ;-)

Auf dass diesmal alles klappt!
Viele liebe Gruesse,
Silvan und Katja

Montag, 24. September 2012

Los geht`s ...


Nach langem Reiseführer lesen und komplizierten logistischen Gedanken wie man am meisten in einen kleinen Rucksack stopfen kann, geht am 15. Oktober unsere (noch ungewisse) Reise mit dem Flug nach Bangkok los. So genau unsere Vorstellungen sein mögen, so ungewiss ist unsere Route noch, so kam es dass wir in der letzten Woche spontan entschieden am Anfang doch direkt nach Flores (Indonesien) zu reisen um da als erstes den Komodo Nationalpark zu besichtigen. Wir hoffen natürlich die grösste Echse der Welt erspähen zu können. Es soll auch schon mal vorkommen dass einer der Dorfbewohner am Abend fehlt...

Mit diesem Blog laden wir Euch ein, uns auf unserer Reise zu begleiten. 

Liebe Urlaubsgrüsse,
Katja & Silvan