Nach einer kleinen Irrfahrt sind wir dann gut in Pak Chong angekommen, irgendwo an der Hauptstrasse ohne auch einen blassen Schimmer von Orientierung zu haben. Unsere Nachfrage mit der Karte wo wir den lang muessen endete bei den Sicherheitsbeamten vom Einkaufszentrum und deren x-mahliges drehen unserer Karte. Wir ahnten schon dass auch diese kein schimmer haben wo wir lang muessen (obwohl wir nur ca. 10km entfernt von unserem Ziel waren).
Geendet hat das Ganze, dass wir am Infoschalter der Mall landeten, eine klimatisierte Sitzgelegenheit angeboten bekamen inkl einer Flasche Wasser!
Ein Kunde nahm uns dann mit seinem Auto, oder besser fahrenden Disco, mit.
Er bot Katja ein Kissen an, damit Sie nicht auf der harten Bass-Boxe (= Rueckbank) hocken muesse – Sie lehnte dankbar ab. Nachdem er jedoch dann die Musik anschaltete und der Bass begann zu droehnen, wuenschte sich Katja stehen zu koennen…. – so kamen wir direkt zu unserer Unterkunft, gratis natuerlich!!
Der Khao Yai (Grosser Berg) Nationalpark ist einer der populaesten N.P in Thailand und auch eines der groessten, wilden und zusammenhaengenden Waldgebiete in ganz Thailand – vorallem fuer Vogelbeobachten muss dies ein echtes Highlight sein – wir kamen jedoch um die wilden Elefanten zu sehen.
Mit einer Tagestour zogen wir los, sie startete mit einer 3h Trekkingtour durch den Tschungel – die Wege schmal und rutschig und ueberall dichtester Urwald.
Der Guide versuchte uns Gibbons und Nashornvoegel (der groesste Vogel in Thailand) zu zeigen und steuerte von einem Feigenbaum zum naechsten, da da die Wahrscheinlichkeit am hoechsten sei.
Als wir an einem guten Spot angekommen waren wo sich Gibbon Affen in den Baumkronen die Baeuche voll schlugen, sich riesen Eichhoernchen (ca. 1m) ueber die Baeume jagden und einige Nashornvoegel in den Baeumen nach Beeren suchten, begann der Regen!
Es war so ein tropischer Regen wie man sich das vorstellt – wie aus Kuebeln! Wir mussten uns zuerst noch den mittlerweile rutschigen Abhang hochkaempfen bevor wir uns entlang der ueberfluteten Wege zu einem Aussichtsturm (mit Dach) schleppen konnten. Nass bis auf die Unterhose (die Innenseite!!) schlotterten wir im trockenen, jedoch windigen Turm. Der Rest der Tour war dann nicht mehr so geniessbar, so waren wir noch froh, dass wir am Abend bei der Nachhausefahrt noch einen wilden Elefantenbullen auf der Strasse sahen, welcher genuesslich die Blaetter von den Baeumen riss und sich unbeeindruckt von den vorbeifahrenden Autos zeigte.
Der eigentliche Grund wieso wie noch in Thailand sind, ist das Loi Krathong Festival (Lichterfestival), welches jedes Jahr zum 12.Vollmond im Jahr gefeierst wird, da es in Ayutthaya (ja da waren wir schon mal) speziell gefeiert wird entschieden wir uns nochmals zurueck zu kehren.
Katja baute uns in filigraner Handarbeit ein kleines huebsches Floesschen, welches mit Blumen und Kerzen geschmueckt wird und dann bei Vollmond in den Fluss ausgesetzt wird begleitet von Boellern, Raketen und kleinen Heissluftbalonen. Wir machten eine Bootstour auf dem Fluss welcher um Ayutthaya fliesst, so konnten wir all die schoenen schwimmenden Kunstwerke bewundern und die Lokalen Leute beobachten wie diese das Festival zelebrierten. Man setzt das geschmueckte Boot aus und wuenscht sich dabei etwas fuer das kommende Jahr – wie ueberall muss man natuerlich auch Geldstuecke reinlegen, damit die Wuensche auch wahrwerden. Nachdem wir aber festgestellt haben, dass die Boote gepluendert wurden von den einheimischen welche sich mit den kleinen Padelbooten einen guten Verdienst daraus machten die Geldstuecke aus den Booten zu stibitzen, warfen wir kurzerhand unser Geldstueck direkt in den Fluss.
Am naechsten Tag stand die erste Landgrenzueberquerung auf dem Plan, aus meiner Erfahrung sind dies immer aufregende (teils auch nervenaufreibende) Tage. So mussten wir schon beim ersten Umsteigen erfahren, dass die erhaltenen Angaben (diesmal von zwei Personen dieselbe Info erhalten – was doch selten ist!!) nicht korrekt waren. So mussten wir 3h am Busterminal warten – da der Bus jedoch schon 2h frueher ankam hatten wir die Hoffnung dass dieser auch etwas zeitiger abfahren wuerde. Denkste!! Wir fuhren mit 45minuetiger Verspaetung ab – wahrscheinlich traute sich keiner den Fahrer zu wecken oder er war gerade noch in ein Kartenspiel involviert....
Wir endeten dann am Grenzort ca. 19 Uhr (schon stockdunkel!), wo wir mit dem Tuk-Tuk an den Grenzposten gefahren wurden. Zuerst zum Visa Office welches eine Tourifalle war. Vor dem Ausreiseoffice von Thailand stand ein“offizielles Visabuero“ welches das doppelte verlangte (40$) wie das wirkliche Visabuero welches nach dem Ausreiseoffice von Thailand war.
Nach ca. 1h hatten wir alle Stempel und waren im Koenigreich von Kambotscha. Wir wollten eigentlich direkt nach Siem Reap (Ausgangspunkt fuer Angkor Wat) was jedoch ca. 150km entfernt lag. Wir taten uns mit zwei Spaniern zusammen und versuchten so etwas guenstiger ein Taxi zu bekommen.
Wie ein Schatten begleitete uns ein Polizist , welcher versuchte am Taxideal mitzuverdienen – so erlaubt es scheinbar das „Gesetzt“ (Sprich die Korruption) dass nur offizielle Taxis Touristen befoerdern duerfen und wie es der Zufall mag, sind dies nicht die guenstigsten. Kambotscha liegt uebrigens von 180 Laendern auf Platz 170 was die Korruption angeht... Nach langem hin und her, am Ende noch wegen einzelner Dollars, fuhren wir dann mit dem Taxi zu viert fuer 32$ ca. 2h nach Siem Reap.
Angkor Wat hat ca. 2Mio Besucher pro Jahr wobei die meisten davon in Siem Reap logieren – also nicht der beste Ort das wahre Kambotscha kennen zu lernen.
Alleine ein Bericht ueber Angkor Wat resp. die Region und das Land wurde soviel Interessante Details beinhalten um ein Buch zu schreiben – also versuche ich mich kurz zu halten!
Nach einigen erholsamen Tagen machten wir uns zuerst mit dem Tuk Tuk (Mofa + Anhaenger) zu zwei etwas ausserhalb liegender Tempel auf. Der Banteay Srei wartet mit den besten und feinsten Steinmetzarbeiten auf in ganz Kambotscha. So sagt man, dass diese von Frauen (Srei = Frau) gefertigt sein muessen, da Maennerhaende keine so feinen und filigranen Arbeiten fertigen koennen.
Der zweite Tempel war der Beng Melea, welcher fuer seine Natuerlichkeit bekannt ist, es wurde nichts restauriert, so liegen noch heute alle die Steine so da wie sie die Baumwurzeln zusammenbrechen liessen. So stehen auch heute noch diverse Baeume auf den noch stehenden Tempeln und bohren ihre massiven Wurzeln durch das Mauerwerk der mittlerweile 1000jaehrigen Tempeln. Da dieser Tempel ca. 70km von Angkor Wat entfernt liegt, ist es auch sehr ruhig und es stehen keine Touribuse auf dem Parkplatz, was dem ganzen ein sehr spezielles Flair verleiht.
Die umliegenden Tempel besuchten wir dann mit dem Velo. Zuerst am Vorabend zum Sonnenuntergang beim Angkor Wat. Angkor Wat ist ein Tempel von einer ganzen Reihe – es befinden sich im Umkreis von 20km unzaehlige Tempel und Bauwerke aus der Zeit der Khmer von 800-1200 n.Chr. welche teils im Hindu oder Buddismusstil erbaut oder spaeter auch umgebaut wurden.
Da wir schon etwas spaet zum Sonnenuntergang unterwegs waren (ist hier ca. 17.30) kamen uns schon die ganzen Tourigruppen entgegen. So hatten wir das groesste religioese Gebaeude der Welt nach einbruch der Dunkelheit komplett fuer uns zwei unter einem herrlichen Sternenhimmel – WOW!!
Als wir dann zum den Velos zuerueckkehrten fragten uns die bereits etwas nervoesen Sicherheitskraefte ob das unsere Fahrraeder waren, es wahren weit und breit noch die einzigen Fahrzeuge auf dem sonst so vollen Parkplatz.
Am naechsten Morgen machten wir uns nochmals auf um auf einer kleinen Schleife einige andere Tempel wie z.B. Ta Prohm (Tomb Rider) oder die Stadt Angkor Thom zu besuchen. Angkor Thom ist eigentlich die Hauptstadt des dahmaligen Reiches welches in seiner Bluetezeit weite Teile von Suedostasien beherrschte. So lebten in Angkor Thom ca. 1Mio Leute, zur jenen Zeit wahrscheinlich eine der groessten Stadte auf der Welt. (in London lebten ca. 50.000 Leute).
Am Schluss besuchten wir nochmals den Angkor Wat, diesmal jedoch von der Innenseite, dieses Gebaeude wurde wahrscheinlich am laengsten benutzt von all den Tempeln, so steht ein grosser Teil der Anlage seit jeher und muss nicht komplett saniert werden. Angkor Wat ist der Inbegriff der Identitaet und Stolz der Kambotschaner so ist er auf allem moeglichen abgebildet.
Seit dem wir hier sind lesen wir immerwieder ueber die Geschichte von allen moeglichen Voelker und Kriegen. Die Geschichte von Kambotscha ist extrem interessant auch wenn sie zugleich tragisch ist. Das Lang ist nach wievor gebaeutelt von all den Kreigen sowie auch der verherenden Herrschaft der roten Khmer welche von 1975-1979 ca. 2 Millionen ihrer eigenen Bevoelkerung umbringen ja sogar massakrieren liessen – dies entspricht ca. 15% der ganzen Bevoelkerung. Auch heute kommen jaehrlich an der Grenze zu Thailand noch Soldaten bei Schusswelchseln ums Leben, zudem gilt Kambotscha als eines der meisst vermienten Laender der Welt – wer mer Infos erfahren mag kann ja mal im Wikipedia nachlesen.
Mit dem neuen Land sehen wir uns natuerlich auch der neuen Sprache gegenueber. In Indonesien konnte man wenigsten noch die Buchstaben lesen, in Thailand war die Schrift nicht mehr leserlich und es gibt 5 verschiedene Betonungsarten und je nach Betonung kann das Wort etwas anderes heissen.
Hier in Kambotscha kommt nochmals hinzu, dass es Silben wie „ng“ gibt, welche irgendwo zwischen Zehennaegel und Haarspitzten betont werden was es fuer uns auch nicht einfacher macht. Die einheimischen freuen sich jedoch schon ueber einfache Worte in der lokalen Khmer Sprache – und immer schoen laecheln.... J
Wir wuenschen euch schon mal eine schoene vorweihnachtliche Zeit (bei hier 33 C)